1. Sephardim
hebräisch
die Nachkommen der spanischen und portugiesischen Juden, die nach Verfolgungen im 15. und 16. Jahrhundert vor allem nach Nordafrika und in den Vorderen Orient, aber auch in europäische Länder auswanderten. Nach ihrer Herkunft wurden sie auch Spaniolen genannt. Ihre Sprache war das Ladino. - Im heutigen Israel bezeichnet man als Sephardim die aus nordafrikanischen und nahöstlichen Ländern eingewanderten Juden, im Unterschied zu den aus Europa kommenden Aschkenasim.
2. Antisemitismus
Feindschaft gegen die Juden, insbesondere aus sog. rassischen Gründen. Die 1879 von W. Marr geprägte Bezeichnung ist irreführend, da die Antisemiten nicht die Angehörigen der semitischen Sprachfamilie (Bewohner Nordostafrikas und Vorderasiens) bekämpfen, sondern allein die Anhänger der jüdischen Religion und Nachkommen von solchen, die die Religion nicht mehr praktizieren. Diese Menschen werden fälschlich als einheitliche Rassengruppe betrachtet, und die so konstruierte "jüdische Rasse" wird als minderwertig bezeichnet. Von anderen Formen der Judenfeindschaft, die seit frühchristlichen Zeiten anzutreffen sind, unterscheidet sich der Rassenantisemitismus dadurch, dass er die behaupteten negativen Eigenschaften der Juden als unaufhebbar ansieht. Auf den Werken J. A. de Gobineaus, H. S. Chamberlains, R. Wagners fußend, erhielt der Antisemitismus durch E. Drumont, W. Marr, E. Dühring, T. Fritsch u. a. publizistisches und durch antisemitische Organisationen und Parteien politisches Gewicht.
Im Deutschen Reichstag saßen 1893 erstmals 18 antisemitische Abgeordnete; in Russland kam es seit 1881 zu Pogromen; die Verfolgung des Juden A. Dreyfus erschütterte ab 1894 Frankreich und hatte weltweites Echo; besonders starke antisemitische Strömungen gab es in Osteuropa. In Deutschland fand der Antisemitismus im Nationalsozialismus seine konsequenteste Ausprägung. Unter Hitlers Einfluss steuerte die NSDAP einen scharf antisemitischen Kurs. Nach der Machtergreifung 1933 nahm sie die Verwirklichung ihres judenfeindlichen Programms sofort in Angriff. Die Judenverfolgung durch Boykott und Sondergesetze (u. a. Nürnberger Gesetze) erreichte schließlich ihren Höhepunkt mit der systematischen Massenvernichtung aller Juden Europas, deren die Nationalsozialisten habhaft werden konnten.
Auch nach 1945 lebt der Antisemitismus fort, allerdings kaum als offen propagierte Ideologie. Meist äußert er sich verdeckt und indirekt: in Russland und anderen Ostblockstaaten in Form von Benachteiligungen, in Deutschland in Form von Vorurteilen und gelegentlichen Schmierereien, in den angelsächsischen Ländern durch zeitweilige gesellschaftliche Diskriminierung u. a. Traditionelle antisemitische Stereotype finden sich auch in manchen Äußerungen des sog. Antizionismus, der das Existenzrecht des Staates Israel in Frage stellt.
3. Semitismus
gibt es nicht
aber 4. die Semiten
rassisch uneinheitliche Völkergruppe mit semitischer Sprache. Der Name geht zurück auf Sem, einen der 3 Söhne Noahs. Die vorgeschichtliche Herkunft ist nicht geklärt, wahrscheinlich stammen sie von der Arabischen Halbinsel; Ende des 4. bzw. zu Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. saßen die ältesten bekannten Semiten in Mesopotamien. Als Ostsemiten gehörten zu ihnen die Akkader, Babylonier und Assyrer. Die zweite (kanaanäische) semitische Schicht trat um die Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. in Erscheinung, zu ihr gehörten die Amoriter, Phönizier und Israeliten. Die letzte große Welle des Semitentums sind die Araber.
Quelle: jeweils
http://www.wissen.de