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Antwort auf MgsKolumnenDings

Ich liebe Musik! Und Du?

Ich weiß nicht, ob es an mir liegt oder ob dieses Phänomen gar nicht so phänomenal ist. Aber immer und immer wieder treffe ich auf Männer, die ohne mit der Wimper zu zucken, behaupten: „Musik ist mein Leben!“ Über den Krach, den sie dann zumeist auch noch als Musik bezeichnen, möchte ich mich gar nicht weiter auslassen. Der wichtige Punkt ist (sei es nun die progressive Plattensammlung, die Alternative-Group-Tapes oder die CD-Auswahl von Heavy Metal-Bands): Diese Stücke gehen dem jeweiligen Musikliebhaber über alles und stehen auf der privaten Favoriten-Liste direkt nach Fußball, in einigen seltenen Fällen auch davor. Wir Frauen schneiden dabei meist nicht so gut ab. Immerhin kann man uns nicht einfach leise drehen oder ausschalten, wenn man uns mal nicht mehr hören will. Und auch wenn es uns in mindestens genauso vielen verschiedenen Kombinationen gibt wie die Musik, bekommen wir den Satz „Ihr Frauen seid doch alle gleich“ oft genug zu hören.
Aber zurück zum eigentlichen Thema: Musik bedeutet alles und ohne Musik geht gar nichts. Da frage ich mich oftmals, was ich denn anders mache. Auch ich höre andauernd irgendein Gedudel im Hintergrund und finde es angenehmer meine Lieblings-CDs zu hören als die völlige Stille bei Hausaufgaben und ähnlichen unfreiwilligen Freizeitbeschäftigungen ertragen zu müssen. Aber deswegen gleich zu behaupten, dass ich ohne Musik nicht leben könnte, würde ich nie wagen wollen. Liegt dies nun an meinem grenzenlosen Unverständnis? Kann ich einfach nicht empfinden, was Männer fühlen, wenn sie die schrägen Töne einer E-Gitarre auf voller Lautstärke dröhnen hören? Ist der weibliche Körper mit dieser Art von Sensoren nie ausgestattet worden?
Oder wäre es nicht viel einfacher zu sagen, Männer leben ihren Hang zur grenzenlosen Übertreibung auch in diesem Bereich aus? Statt „Ich höre manchmal gern ein wenig Techno“ heißt es bei ihnen halt „Ich brauche Musik wie die Luft zum Atmen“. Vielleicht sollte ich diese Eigenart einfach so akzeptieren und als gegeben hinnehmen und eventuell bin ich ja auch die einzige, der es so geht. Hab irgendeine Ausstrahlung, die die Männer dazubringt, mich mit diesem Satz beeindrucken zu wollen oder aber auch das Gegenteil zu erreichen.
Ob sie damit überhaupt etwas erreichen, weiß ich gar nicht so genau. Anfangs war es sicherlich sehr beeindruckend, dass etwas durchaus emotionales wie die Musik einen solchen Eindruck auf den männlichen Bevölkerungsanteil machen kann. Das hatte ich nicht erwartet! Aber mittlerweile bin ich ja dran gewöhnt und hör dann lieber meine Musik als die Männer darüber reden.