Ich habe mich schon in der vierten Klasse dafür entschlossen, eine Privatschule bis zum Abitur zu besuchen. Das hatte den Hintergrund, um den Mangel der unqualifizierten Lehrer zu entgehen. Ich will damit nicht sagen das an staatlichen Schulen grundsätzlich alle Lehrer inkompetent und falsch in ihrem Beruf sind. Ich denke nur, ich kann ganz gut darüber urteilen, da meine Schwester eine staatliche Schule besucht hat. An den meisten Privatschulen läuft das Lernverfahren deutlich anders ab. Während auf einigen staatlichen Schulen die Lehrer darauf bedacht sind, den Lehrplan in einem Zeitlimit durchzuziehen damit man im Stoff voran kommt, ob es jetzt jeder verstanden hat oder nicht ist egal, wurde auf meiner Schule sehr großen Wert gelegt auch die Schwächeren zu fördern. Sei es nun durch freiwilligen Unterricht Nachmittags, um nicht verstandenes zu wiederholen oder sich stärker auf eine Klausur vorzubereiten, oder auch das entsprechende Lehrer ihre Freistunde geopfert haben um den Schülern den Lehrstoff klar zu machen. Das ist aber auch nur deshalb möglich, da wir in regelmässigen Abständen Samstags 4 Stunden Unterricht haben. Dazu kommt nocht, das meine Lehrer viel öfters Fortbildungen machen als viele auf den staatlichen und viele extra Kurse wie zum Beispiel "Lernen lernen" oder für speziell interessierte in einigen Bereichen angeboten werden. Das hat nichts mit AG zu tun. Zudem ist mir aufgefallen das auf meiner Privaten Schule ein ganz anderes Klima herrscht. Das miteinander ist viel %27familierer%27 als auf vielen staatlichen. Natürlich gibt es auf privaten auch mangelnde Punkte wie auf staatlichen, doch letztendlich bin ich froh das ich mir für die Private entschieden habe.
Zum Kritisierten
Schulsystem möchte ich folgendes sagen. Es ist nicht nur so das seit der Pisa-Studie alle Welt das Schulsystem in Deutschland verbessern möchte, hier in Baden-Württemberg stand schon lange davor fest, das der Abiahrgang 04 ein anderes, reformiertes abitur machen wird. Ich gehöre zu dem ersten Jahrgang der dieses Abi hinter sich bringen muss. Neu ist, dass man nicht nur 2-3 Leistungskurse und 2 Grundkurse hat. Es gibt Kernkompetenzfächer, Profilfächer und Neigungsfächer. Als Kernkompetenz gelten Mathe, Deutsch (Pflicht) und eine Fremdsprache (in meinem Fall Französisch), die 4-stündig unterrichtet werden. Als Profilfach wird ein Naturwissenschaftliches Fach 4-stündig gewählt, eines muss 2-stündig weiter gemacht werden, das dritte kann man abwählen. Neigungsfach kommt aus dem Gesellschaftwissenschaftlichen Bereich. Ich habe Geschichte gewählt (auch 4-stündig), und werde in zwei weiteren Halbjahren jeweils 2-stündig in Gemeinschaftskunde und Erdkunde weiter unterrichtet. Dazu kommen noch Sport, Musik oder Kunst und Religion die weiterhin zweistündig unterrichtet werden. Ihr seht, man kann lediglich nur noch 2 Fächer abwählen. Ausserdem werden während der 12 und 13, und auch in der Abi-prüfungen besondere Lernleistungen erbracht. Das ganze nennt sich PowerpointPresentation, für viele ein Begriff, jetzt eben nicht mehr freiwillig sondern Pflicht. Ziel dieses Abiturs ist, das Allgemeinwissen nicht nur auf 5 Fächer zu reduzieren sondern in allen Bereichen den Horizont erweitern. Die Presentationen dienen dazu, das Stoff nicht nur sturr auswendig gelernt wird sondern das der Schüler seine erbrachte Leistung auch wirkungsvoll zeigen kann. Eine sehr gute Idee, immer mehr Firmen legen darauf wert das man Dinge presentieren kann. Wir Schüler in Baden-Würrtemberg habe teilweise echt angst vor dem Abi, der Vorteil aber ist, jede Uni wird eher einen Schüler mit dem reformierten Abitur vorziehen als mit dem alten, auch wenn der Notenschnitt um einige Punkte schlechter ist.
Ganztagsschulen halte ich für sehr sinnvoll. Ich habe das nun für einige Wochen in Frankreich und England mitbekommen, und warum sollte das System nicht auch in Deutschland funktionieren ? Fakt ist, es ist mehr Zeit für den selben Lehrstoff vorhanden, nicht mehr Zeit für mehr Stoff. Gerade für schwächere bedeutet das ein Aufatmen, und die begabten müssen sich nicht mit Nieten durch den Unterricht schleppen.
In meinen Augen ist ein guter
Schulabschluss in Form von mittlerer Reife, Abitur, Fachabitur oder auch Hauptschulabschluss sehr wichtig. Natürlich ist es nacher der Ehrgeiz im Job der einen mit nach oben bringt. Aber hallo, sofern man studieren möchte, schon mal an den numerus clausus gedacht ? Dazu kommt, das es immer schwerer wird einen guten Ausbildungsplatz zu bekommen. Ich finde jeder sollte sich vor Augen halten was er mit seinen Noten im heutigen Arbeitsmarkt wirklich erreichen kann. Bei realistischem Denken werden viele schokiert sein, und andere träumen weiter vor sich hin.
So viel dazu von mir
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