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[ meetinx Diskussion ]: Anti-Kopftuch-Gesetze

(thinkpink)>> Nach dem Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichts haben die unionsregierten Bundesländer Hessen, Bayern und Niedersachsen angekündigt, Gesetze zu erlassen, die Lehrerinnen das Tragen eines Kopftuches im Unterricht verbietet.

Angesichts des Kopftuch-Urteils des Bundesverfassungsgerichts will die Mehrzahl der Bundesländer die Entscheidung zunächst eingehend prüfen, ehe über gesetzliche Konsequenzen entschieden wird. Allerdings zeichnete sich am Mittwoch ab, dass viele Landesregierungen muslimischen Lehrerinnen das Tragen von Kopftüchern im Unterricht grundsätzlich verbieten wollen. Andere Länder wiederum sehen keinerlei Handlungsbedarf für ein neues Gesetz oder ein generelles Verbot.

Weitgehend eindeutig reagierten die unionsregierten Länder Bayern, Hessen und Niedersachsen. Die bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier will keine moslemischen Lehrerinnen mit Kopftuch an den Schulen im Freistaat unterrichten lassen. "Wenn es notwendig ist, werden wir eine entsprechende landesrechtliche Regelung schaffen", sagte Hohlmeier. Innenminister Günther Beckstein sagte, die Rechte von Eltern und Kindern müssten Vorrang haben vor dem Wunsch einer Lehrerin, mit einem Kopftuch ihre religiöse Überzeugung Kund zu tun.

Hessen kündigte ein gesetzliches Verbot des Tragens von Kopftüchern im Unterricht an. Nach dem Karlsruher werde die Landesregierung "schnellstens eine Gesetzesinitiative starten", erklärte Kultusministerin Karin Wolff (CDU). Das Kopftuch sei keine Folklore, sondern Ausprägung eines Glaubensbekenntnisses. Und als solches habe es im Unterricht an hessischen Schulen keinen Platz. Auch Niedersachsen wird nach den Worten von Kultusminister Bernd Busemann Lehrkräfte mit Kopftuch in der Schule nicht dulden. "Die staatliche Pflicht zu weltanschaulich-religiöser Neutralität ist ein unverzichtbares Gut, das nicht relativiert werden darf", sagte Busemann in Hannover.

Ein gesetzliches Verbot wird auch in Bremen und Berlin erwogen. Berlins Bildungssenator Klaus Böger erklärte, das Land werde prüfen, welche gesetzlichen Regelungen notwendig seien, um in Zukunft an den Schulen das weltanschauliche Neutralitätsgebot des Staates zu garantieren. Bremen prüft mit der selben Begründung eine Änderung seines Schulgesetzes. Baden-Württemberg werde gewissenhaft und eingehend analysieren, ob und zu welcher Gesetzesänderung es kommen werde, sagte Kultusministerin Annette Schavan. Ähnlich äußerte sich ein saarländischer Regierungssprecher.

Keinen Anlass für gesetzliche Initiativen sehen dagegen Rheinland-Pfalz, Hamburg sowie die ostdeutschen Flächenländer. Im Mainz hieß es, das Thema solle jetzt "nicht hochgekocht" werden, zumal es keinen Fall einer Kopftuch tragenden Lehrerin gebe. In Hamburg wurde hervorgehoben, es gebe seit 2000 eine beamtete Muslimin im Schuldienst, die mit Kopftuch unterrichte. Die Schulkonferenz sei mit ihr zufrieden, und es gebe keine Absicht, an dieser Praxis etwas zu ändern.

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Ute Schäfer (SPD) sagte, derzeit gebe es an Rhein und Ruhr keine Probleme mit Kopftuch tragenden Lehrerinnen. Allerdings müsse das Urteil "sehr grundsätzlich auf möglicherweise notwendige gesetzliche Konsequenzen geprüft" werden. Auch das schleswig-holsteinische Kultusministerium will das Urteil analysieren, sieht aber keinen akuten Handlungsbedarf. Wenn es zu einer Neuregelung komme, müsse sie bundeseinheitlich sein, forderte Kultusministerin Ure-Erdsiek-Rave (SPD).

Sprecher der zuständigen Ministerien in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sagten, Gesetzesänderungen seien "kein Thema". Zur Begründung hieß es vorwiegend, die Frage stelle sich bei dem meist kleinen Ausländeranteil nicht.<<

Quelle: rp-online



Was haltet Ihr von dem gesetzlichen Verbot, Lehrerinnen mit Kopftüchern vom Unterricht auszuschließen? Sollte das Kopftuch als Symbol einer religiösen Überzeugung akzeptiert werden? Oder ist das Kopftuch in Euren Augen vielleicht eher ein Zeichen der Unterdrückung von Frauen (meist durch die Erziehnung und den Druck des muslimischen Vaters)? Und könnte das Anti-Kopftuch-Gesetz entgegen wirken und die Frauen simit aus dem Zwang befreien?

Eine heikle Geschichte. Bin gespannt wie Ihr darüber denkt!(/thinkpink)


:-MX00
ich bin der zwar der meinung das man jeden seinen glauben lassen sollte aber 1. wenn es den schülern nicht erlaubt ist eine mütze im unterricht zu tragen wieso dann den lehrern? 2. wenn man mal bedenkt das es in der türkei verboten ist in öffentlichen einrichtungen schulen, unis usw. köpftücher zu tragen wieso sollten sie dashier dürfen? in der türkei werden die frauen der schule oder der uni verwiesen wenn sie dort mit einem kopftuch rum laufen.
3. die meisten türkinen haben so ein hübsches gesicht wieso wollen die das verstecken?

:-1065
ist wirklich eine heikle sache. einerseits finde ich dass man es jedem selbst überlassen sollte wie er seine religion lebt. anderer seits ist das alles doch eine frage der anpassung. wenn ich in einem strengen moslemischem land bin wird von mir doch auch verlangt dass ich ein kopftuch trage, auch wenn ich selber kein mosle bin, oder? aber wenn muslimische frauen ihre religion nicht zeigen dürfen dann hat auch alles andere was mit religionen zu hat nichts in der schule zu suchen. eine neutrale schule finde ich ambesten.. weder ein jesuskreuz noch kopftücher und auch keinen religionsunterricht.

:-1017
(font2)
1. wenn es den schülern nicht erlaubt ist eine mütze im unterricht zu tragen wieso dann den lehrern?


(schwarz):-lach

lmao... phuahahahahahahaaahahhahahahahhahahaha


von der seite hab ich das noch gar nicht betrachtet... krass :)
Hallo zusammen,

meiner Ansicht nach hat das Thema Religion in Schulen nur dann Sinn, wenn ein breites Spektrum von Religionen vorgestellt und behandelt wird. Ein Religionsunterricht, wie er zum Beispiel in Bayern hauptsächlich für eine Religion betrieben wird (nämlich dem Christentum) ist eine größere Beeinflussung, als ein Kopftuch im Unterricht je sein könnte.

Religionsunterricht mit Vorstellung verschiedener Ansichten und Vorstellungen ist meiner Ansicht nach ein Garant für mehr Verständigung und mehr Verständnis unter den Menschen. Wieviel Prozent der Bevölkerung wissen wirklich wie sich z.B. der Islam zusammensetzt?

Solange nicht sichergestellt ist, das dieser allgemeine Religionsunterricht überall in Deutschland praktiziert wird, ist meiner Ansicht nach eine strikte Trennung von Religion und staatlichen Einrichtungen sinnvoll.

Das Beispiel, welches Phönix mit der Türkei aufgeführt hat, ist ein wenig mißverständlich ausgedrückt. In der Türkischen Verfassung ist eine strikte Trennung von Staat und Religion festgelegt. Die Verfassung in der Türkei hat sich nach europäischem Vorbild etabliert, ist allerdings im Rahmen der Religion noch einen Schritt weiter gegangen. So ist es tatsächlich Lehrern untersagt, Ihre Religion in staatlichen Ämtern zu leben. Das bedeutet tatsächlich: Keine Kopftücher in Schulen und Ämtern, keine Kreuze an den Wänden und kein Gebetsteppich in Schulen. Das Gleiche gilt für die Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen, die auch nicht mit Kopftüchern etc. in die Schule dürfen. In Türkei ist übrigens eine Schuluniform für alle Schülerinnen und Schüler vorgeschrieben. Das gilt von der Bluse, über die Hosen bis zu den Schuhen (d.h. auch keine Turnschuhe). Meiner Ansicht nach eine sehr sinnvolle Überlegung.

Übrigens gibt es in der Türkei auch spezielle Religionsschulen, wo die Eltern ihre Kinder nachmittags nach der Schule hinschicken können. Religionen können in der Türkei übrigens frei gelebt werden. Diskriminierungen etc. gibt es, zumindestens in den Ballungszentren (Istanbul, Ankara, Antalya etc.) nicht.

:-ghost
hmja .. ich finde auch das es nicht ganz so einfach ist.

einerseits, finde ich das, seien es kopftücher oder jesus figuren, derartige utensilien nichts auf einer normalen schule zu suchen haben. dabei würde ich insbesondere auf evtl. vorhandenen fallunterschiede achten. wen keine kopftücher - dann bitte auch keine genagelten männer. wer wert da drauf legt soll in ein kloster sein kind schicken.

andererseits, steht dieser fall für mich für die integrationsunfähigkeit einiger teile der bevölkerungsschichten. es kann doch wohl nicht zu viel verlangt sein, dass wenn man in einem fremden land lebt, zumindestens in der öffentlichkeit mit den bräuchten des landes konform geht. insbesondere, wie die gemeinte unruhstifterin, wenn man einer art leitfunktion übernimmt. wenn sie privat rumläuft - hat ja keiner was gegen.

nächster punkt, die frau hat recht, wenn sie sagt, man darf nicht nach dem äusseren beurteilen. d.h. solange sie sich korrekt verhält, d.h lehrergerecht im sinne von objektiv in diesem fall in bezug auf die religion, sollte man keinerlei einwände haben. nur weil es den spiessigen schwaben nicht in ihrer kleine beschauliche welt passt, dass frauen auch woanders geboren sein können, als in deutschland muss ja hier kein aufstand gemacht werden.

naja .. wie gesagt, schwierig. und weils schwierig ist würde ich als gesetzgeber eine pauschale regelung einführen. und aus meiner sicht ist die regelung in der türkei gar nicht mal schlecht.

many greetz,
beast