Antwort
(thinkpink)Dein Wunsch sei mir Befehl ;)
Kurzerläuterung:
Hühner können ihre Augen kaum bewegen, bei jeder Körperbewegung würde sich also das Sichtfeld verschieben und das Tier würde nur ein sehr verwackeltes Bild wahrnehmen, würden es die Bewegung nicht durchs Kopfwackeln ausgleichen.
Wissenschaftliche Erläuterung:
Um ein scharfes Abbild der Umgebung wahrzunehmen, sind Tiere und damit auch wir Menschen bestrebt, das Bild möglichst stabil auf der Netzhaut zu projizieren. Verschiebt sich nun dieses Bild beispielsweise durch die eigene Körperbewegung, dann fixieren die Augen einen bestimmten Gegenstand, wandern mit ihm mit, um dann, sobald er aus dem Blickfeld verschwindet, sofort zum nächsten Fixierpunkt zu springen. Das kann man gut sehen, wenn man jemanden beobachtet, der in einem fahrenden Zug aus dem Fenster schaut. Die Augen bleiben immer an einem Gegenstand hängen, wenn dieser dann aus dem Blickfeld verschwindet, halten sie sich am nächsten fest.
Ein Huhn (und übrigens auch die meisten anderen Vögel, z. B. Tauben) hat nun ein kleines Problem. Es kann seine Augen nur wenig bewegen, kann daher das auf der Netzhaut beim Gehen sich verschiebende Bild kaum mit Augenbewegungen ausgleichen.
Daher bedient es sich seines Kopfes: Macht es einen Schritt nach vorne, dann verharrt der Kopf, um so das Bild auf der Netzhaut zu stabilisieren. Beim nächsten Schritt schnellt der Kopf dann nach vorn, um von hier aus den nächsten Fixierpunkt anzupeilen. Würde die Hühner dies nicht tun, würde ihnen womöglich schlecht oder schwindlig und sie fielen um. Einen ähnlichen Effekt kennen die meisten von uns selbst, wenn wir im Auto lesen, die Augen starr halten und die Umgebung an uns vorbeirauscht. Vielen wird dabei schlecht.
Weitere Anmerkungen:
Einige Hypothesen legen auch nah, dass das Kopfnicken nicht nur eine bildstabilisierende Wirkung hat, sondern auch wichtig für die räumliche Tiefenwahrnehmung (damit werden Entfernungen abgeschätzt) sein könnte. Durch die fehlende schnelle Augenbewegung entsteht folgender Effekt: Wenn sich der Beobachter (das Huhn) bewegt, bewegen sich betrachtete Objekte je nach ihrer Distanz unterschiedlich schnell und in unterschiedliche Richtungen. Je näher ein Objekt ist, desto schneller bewegt es sich entgegengesetzt.
Je weiter entfernt, umso langsamer bewegt es sich in die gleiche Richtung wie der Beobachter. Obwohl der Mensch die Fähigkeit zur schnellen Augenbewegung besitzt, stößt sie bei schnellen Zug- oder Autofahrten auch an ihre Grenzen. Dann können wir beim Betrachten der Umwelt aus dem Zugfenster diese Bewegungsparallaxe auch an uns selbst beobachten.
(font2)Quelle: Clever - das Wissensbuch, gefunden bei sat1.de(/font2)