Antwort
an dem thema kam man in den letzten tagen ja gar nicht vorbei, sofern man nicht alle arten der medien boykottiert hat. neuster stand der dinge: jeb bush (seineszeichens gouverneur von florida und bruder von george w.) will Terri in "schutzhaft" nehmen, um eine weitere nahrungszuführung sichern zu können. außerdem soll j. bush im namen von florida das sorgerecht für terri beantragt haben.
aber trotz der ganzen informationen, pro & contras, ethnischen und moralischen bedenken bin ich immernoch zwiegespalten und kann keine klare stellung beziehen. 15 jahre. das ist so unvorstellbar lange. daher finde ich es umso größer (rein menschlich gesehen), dass sie von ihrer familie und ihrem ehemann nicht aufgegeben wurde. aber ich denke, irgendwann muss schluss sein. ich kann verstehen, dass der ehemann einen schlussstrich ziehen will, um mögliche qualen und leiden endlich zu beenden und vielleicht um sein leben auch wieder in andere (positivere) bahnen zu lenken (was noch lange kein pro für sterbehilfe sein sollte, sondern nur ein weiterer aspekt dieser überlegung!). andererseits kann ich%27s genauso gut verstehen, dass eltern nicht einfach so ihr kind aufgeben wollen. ausserdem weiß ja niemand, wieviel sie tatsächlich von ihrer umwelt wahrnimmt und mitbekommt, ob sie tatsächlich gefühlsregungen zeigt oder ob das unkontrollierte bewegungen sind...
so, jetzt - nach 15 jahren des hoffens und bangens und der tatsache, dass der zustand nach wie vor unverändert ist, soll also über ihr weiteres "leben" bzw. über weitere lebenserhaltungsmaßnahmen oder ihrem tod entschieden werden. ich denke, das ist eine angelegenheit, die die ärzte gemeinsam mit der familie (wozu ich den ehemann zähle) entscheiden sollten. denn das sind die menschen, die sie ihr leben lang begleitet haben und nicht irgendwelche plakatschwänker vor dem krankenhaus oder politiker, die mal wieder in den medien auftauchen wollen!
ich emfpinde es als eine bodenlose respektlosigkeit diesen "fall" medienwirksam zu verkaufen und publik zu machen, um ein weiteres mal das amerikanische volk aufzuhetzen und somit zu spalten, das m.E. sowieso nicht gerade mit übermäßig viel intelligenz gesegnet wurde.
wenn ich das ganze auf mich und mein leben beziehen würde, wäre es leichter eine entscheidung zu treffen. ganz egal ob ich vielleicht noch denken kann und mitbekomme, was um mich geschieht, mich aber keineswegs bemerkbar machen kann und mich auf keinste art mitteilen kann, würde ich dieses "dasein" verabscheuen und hoffen, dass ich erlöst werde. ich möchte keine 15 jahre lang mehr oder minder vor mich "hinvegetieren" und vielleicht sogar noch zusehen, wie die menschen, die mich lieben, daran zerbrechen, dass sie mich tagtäglich so sehen müssen.
andererseits find ich es auch äußerst krass, dass sie dann quasi verhungern wird. da muss es doch andere möglichkeiten geben!
immernoch keine klare meinung,
(schwarz)carina