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Die Bescheidenheit der CDU Landesregierung :-)

Das heimliche Luxusbett im NRW-Landtag verschwindet

Parlamentspräsidentin ordnet Bescheidenheit an

von Helmut Breuer

Düsseldorf

Wenn morgen Jürgen Rüttgers zum achten Ministerpräsident
Nordrhein-Westfalens gewählt wird, endet nicht nur die 39jährige
Herrschaft der SPD an Rhein und Ruhr. Auch der anschließende Empfang
des neuen Regierungschefs wird sich deutlich von den Feiern seiner
Vorgänger unterscheiden. Denn seitdem bereits am 8. Juni mit der Wahl
der Landtagspräsidentin Regina van Dinther auch die protokollarische
Spitze des Landes nach 25jähriger sozialdemokratischer Repräsentanz
wieder an die CDU gefallen ist, ist im Parlament des
bevölkerungsreichsten Landes eine Art "neue Bescheidenheit"
ausgebrochen.

Denn die Diplom-Ingenieurin aus Hattingen hatte am Tag ihrer Wahl ein
Aha-Erlebnis. Bei Besichtigung ihrer neuen Amtsräume stieß sie
verblüfft auf eine luxuriöse Suite, die sich ihre SPD-Vorgänger Karl
Josef Denzer und Ulrich Schmidt in aller Stille gegönnt hatten. Das
holzgetäfelte Refugium mit geschmackvollem Wohn- und Schlafbereich
nebst breitem Doppelbett ist mit einem VIP-Fahrstuhl direkt vom Büro
des Präsidenten zu erreichen und war selbst Vizepräsidenten anderer
Landtagsparteien unbekannt. Wie Eingeweihte aus der Landtagsverwaltung
der neuen Chefin berichteten, hatte der frühere Landtagspräsident
Denzer, der über die Allgemeine Ortskrankenkasse den Weg in die
Politik fand, in den 80er Jahren die Gunst des Parlaments-Neubaus
direkt am Rhein genutzt, um sich diese private Idylle einrichten zu
lassen. Auch sein jetzt aus dem Landtag ausgeschiedener Nachfolger
Ulrich Schmidt, der ebenfalls eine Krankenkasse als Sprungbrett zur
Karriere nutzte, konnte zehn Jahre lang den Aufenthalt im
Luxusappartement mit spektakulärem Rheinblick genießen, wenn er sich
abends nicht von seinem Fahrer nach Hause kutschieren ließ.

Regina van Dinther hat diese Tradition des süßen Lebens sofort
beendet. Da sie abends "bei ihrer Familie" sein will, wird die
Genossen-Idylle nun in Büroräume umgebaut, die wahrscheinlich der
ebenfalls den Luxus liebende Ex-Städtebauminister Michael Vesper als
neuer Landtagsvizepräsident nutzen darf. Die CDU-Präsidentin hat
allerdings nicht nur auf das Doppelbett mit Rheinblick verzichtet,
sondern auch neue Maßstäbe für Landtagsempfänge gesetzt. Noch zu ihrem
Empfang am 8. Juni hatte Schmidt köstliche Kanapees bei einem
Gourmet-Traiteur aus Neuß geordert und Sekt-Spezialitäten aus feinsten
Lagen kredenzen lassen. "Ich bin mit fünf Geschwistern groß geworden,
da lernt man, bescheiden zu sein", sagte sich van Dinther und ordnete
an, für den Empfang des neuen Ministerpräsidenten am Mittwoch Deftiges
zu servieren und von der eigenen Landtags-Gastronomie liefern zu
lassen. Statt der üblichen Genossen-Sause mit "Salm an Irgend etwas"
oder "Gevierteilte Entenbrüstchen an Honigsauce", witzelte die
"Westdeutsche Allgemeine Zeitung", wird es morgen - passend zur
Haushaltslage - erstmals rheinische Blutwurst und Metthappen geben.

Auch bei den Getränken werden sich die Gäste, die in den letzten
Jahrzehnten immer hoch gestimmt zu den vielen Feiern in den Landtag
kamen, umgewöhnen müssen. Die befrackten Kellner werden nicht wie
früher edlen Wein und perlenden Sekt oder Champagner servieren,
sondern wie die ihnen verwandten Köbesse in der nahen Altstadt nur mit
Alt, Pils und Kölsch aufwarten können. Vielleicht wird da so mancher
CDU-Sympathisant, der früher sichtbar unter Machtlosigkeit litt, sich
leise nach den herrlichen Zeiten der Genossen zurücksehnen.

Artikel erschienen am Di, 21. Juni 2005


© WELT.de 1995 - 2005

:-1028

PS: Großartiger Artikel :-lach
Die befrackten Kellner werden nicht wie früher edlen Wein und perlenden Sekt oder Champagner servieren, sondern wie die ihnen verwandten Köbesse in der nahen Altstadt nur mit Alt, Pils und Kölsch aufwarten können. Vielleicht wird da so mancher CDU-Sympathisant, der früher sichtbar unter Machtlosigkeit litt, sich leise nach den herrlichen Zeiten der Genossen zurücksehnen.


ein fortschritt, denn wenn ich früher auf empfängen im landtag war gab es nur pilz, und das in d´dorf...
ein fortschritt, denn wenn ich früher auf empfängen im landtag war gab es nur pilz, und das in d´dorf...


Vor allem Pilz :-grins

:-1028
We are the Champignons :-p
ich hasse Pilze :-kotz
:-0
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Denn seitdem bereits am 8. Juni mit der Wahl ............., ist im Parlament des
bevölkerungsreichsten Landes eine Art "neue Bescheidenheit"
ausgebrochen.
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Die CDU will sich in Bescheidenheit üben??
:-lach :-lach
Das ist ja mal was neues...
Außerdem,Bier schmeckt auch ;-)