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Die Wahl ist vorbei - das Leben ist wieder schön!

Das Leben könnte so schön einfach sein.
Vergessen wir für einen Moment Atombomben und Büroklammern, linksdrehende Joghurtkulturen und erhöhte Spritpreise und träumen einen kurzen Moment von einer stillen Utopie....wir verlassen unsere Häuser und beginnen, unter Bäumen zu leben.
Ein Obstbaum sollte es sein, als Selbstversorger kann man schliesslich nicht täglich an der Baumrinde knabbern oder die Blätter nach schmackhaften Käfern absuchen.
Vielleicht ein Apfelbaum.
Wenn man genauer drüber nachdenkt, dann bringt so ein Apfelbaum alles mit sich, was man als Selbstversorger von einem Apfelbaum erwarten kann.
Zunächst Äpfel.
Die kann man abernten und essen, eines der Grundbedürfnisse wäre also gedeckt.
Natürlich kann man sein ganzes Leben lang nicht nur Äpfel essen, aber so ein schickes und hippes Obst wie den Apfel kann man ja auch noch zu Mus und Kuchen verarbeiten.
Für den Winter sollte man sich vorsorglich ein Zelt aus getrockneten Apfelschalen basteln, sonst könnte man frieren.
Natürlich müssten alle mitmachen, jeder hock
t sich unter einen Baum, unter dessen Blätterkleid man schlafen kann und man hat den ganzen Tag Zeit über sich und den Lauf der Dinge nachzudenken.
Soziale Verkümmerung ist nicht unbedingt zu befürchten, es reicht ein kurzer Ausflug zu Nachbar Müller, der unter dem Pflaumenbaum hockt und schon kann man über interessante Marmeladenmischungen debattieren. Den ganzen Tag.
Selbst für Masochisten wäre es ein leichter Übergang, die setzen sich einfach in einen Stachelbeerbusch.

Ja, das Leben könnte wirklich einfach sein und wir müssten nur über Obst nachdenken und nicht über.....Bundestagswahlendergebnisse.
Sonntag, 18.09.2005 18:00 MEZ.

Ein Baum-Moment.

Da entschied Deutschland nämlich über...ja...über was eigentlich?
Ja gut, wir haben darüber entschieden, wer dieses Land wieder an die einsame Weltspitze führen wird.
Leider hat es nicht ganz geklappt, aber der Reihe nach.
Das vorläufige amtliche Endergebnis dieser mit Spannung erwarteten Bundestagswahl liess eigentlich alle Parteien als Verlierer dastehen.

Dies konnte aber niemanden davon abhalten, den dicken Pinsel tief in den Farbeimer der Gewinner zu tauchen und sich selbst ins rechte Sonnenlicht zu lackieren.
Plötzlich gab es nur noch Sieger. Das ist schick, das ist Bundestagswahloptimismus in seiner schönsten Form, das Glas ist nicht nur halb voll, nein, das Fass ist auch noch übergelaufen.

Da haben wir die CDU/CSU: Die bezeichnet sich als Gewinner, nachdem man in den Umfragewerten so schick eingestürzt ist und mit einem Wahnsinnsvorsprung von 1 %25 als stärkste (lachlach...dieses Wort...in diesem Zusammenhang) Fraktion im deutschen Bundestag einzieht.
Schon hatte ich Angst, ein furchtbares DeJa Vu begann auf mich zuzurollen, Edmund Stoiber, der vor die Kameras tritt und denselben Satz loslässt, wie vor 3 Jahren:
„Meinäääh sehr geärrhtn Damen und Herren...die CDU, die CSU...wir haben die Wahl gewonnen.“
Selbiges Deja-dingenskirchen muss auch der Don Juan von Doris gehabt haben (manche kennen ihn auch als Gerhard Schröder oder beleidigend: Bundeskanzler).
Der hatte vermutlich eine Zigarre zuviel in seinem Rotwein ausgedrückt und verkündete NACH der Wahl, man wäre ja der Wahlsieger, unter anderem deswegen, weil...und jetzt aufgepasst.... die CDU/CSU ja 2 Parteien sind. Und abgesehen davon wäre man ja massiv am Ziel vorbeigeschossen.
Das ist interessant und irgendwie so, als wenn der Trainer einer Fussballmanschaft, die zwar schön gespielt, aber doch verloren hat, nach dem Spiel vehement drei Punkte einfordert.
Die Liberalen hingegen haben gejubelt und sich fast nen Knöchelbruch gefreut, haben aber schon mal angekündigt, wohl in die Opposition gehen zu wollen.
Von den Linken wollen wir hier mal gar nicht erst anfangen, aber gut.
Dann gab es in der ARD die Elefantenrunde und nach diesem Fernsehereignis wünschte man sich, die Verantwortlichen hätten ein anderes Tier gewählt, um dieses Kindergequäke zu titulieren.
Die Elefanten mit denen ich heute gesprochen habe, waren auf jeden Fall alle aufs Tiefste beleidigt.

Denn diese Runde war an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten.
Zunächst der private Kleinkrieg zwischen Schröder und den Journalisten, die Meinungsforschungsinstitute, nach Meinung Schröders alles CDU-Groupies, hätten die SPD vor der Wahl herunterpronostiziert.
Dass schlechte Umfragen eventuell auch was mit der Regierungsarbeit zu tun haben, liegt da natürlich fern am Horizont.....an einem Strand....in einer Kiste....3 Meter tief vergraben.
Dann meldete sich Ede zu Wort, bei dem immer noch nicht klar ist, ob er oder doch vielleicht Stefan Raab der König des Füllwortes ist.
Vielleicht gibt es auch irgendwo auf dieser Welt eine „ÖÖÖÖH!“-Firma, die den beiden Knete zahlt, wann immer sie diesen schicken Verbal-Lückenfüller ausstossen.
Nun, weiterhin wurde bei dieser „Hummer-Runde“ (die Elefanten meinten, ich soll dieses Wort benutzen und dass es vermutlich eine Zeit dauern würde, bis die Hummer was merken)
Wieder eines: gereeeeeedet...ohne Ende.

Aber dann kam ja noch das Highlight, das Wort der Wahl wurde in die Runde geschmissen, eigentlich eher das Wort des Jahres:

SCHWAMPEL

Das soll eine Koalition aus CDU/CSU, der FDP und den Grünen sein, aber ich weiss mehr.
Das Schwampel ist ein kleines, glibberiges Tier, das in den Tiefen des politischen toten Meeres haust.
Das Schwampel hat eigentlich kaum Rückgrat.
In Zeiten von Mehrwertsteuererhöhungen reagiert das SCHWAMPEL sehr sensibel und wächst in der Körpergröße um 2 %25.
Wenn die Ölpreise steigen, fährt das Schwampel auch mal gerne mit dem Rad zum nächsten Korallenriff.
Ausserdem ernährt es sich von Gemüse-Plankton und vom Fleisch frustrierter Selbstmörder, die sich aufgrund eines Blickes auf ihrer Gehaltsabrechnung für den Tod des Ertrinkens entscheiden.
Nebenbei ist das Schwampel schwul, hat herunterhängende Mundwinkel, eine Prinz-Einenherz-Gedächtnis-Frisur und setzt sich bei den Krabben und Seepferdchen für Windräder ein.
Hier haben wir übrigens noch das Bild eines Schwampels:

http://unterwasser.bilder-galerie.at/galerie5/images/1_075.jpg

So eine ulkige Koalition aus oben genannten Parteien könnte auch Jamaika-Koalition genannt werden, aber irgendwie fängt bei der Vorstellung einer Reggeatanzenden Angela Merkel im Baströckchen mein Hirnwasser an zu kochen.
Am Ende der Ele...Hummer-Runde waren dann alle wieder so schlau wie vorher und der Zuschauer bekommt den Eindruck, dass ein Circle-Pit-Pogo der Politiker vermutlich genausoviel gebracht, aber wesentlich mehr Spass gemacht hätte.
Nun sieht wohl alles nach einer grossen Koalition aus. Das will der Schröder aber nicht, der hat seit gestern Pattex in den Handflächen und hält sich Gerüchten zufolge momentan am Kanzleramtszaun fest.

Auch hier hätten wir eine Alternative:
Schrödi und Angie in der Mitte durchsägen, 2 Hälften aneinandernähen (am besten die rechte gefärbte Seite von Herrn Schröder und die linke Seite von Angie, wo der Mundwinkel nicht ganz so schwerkraftbeschwert ist), das ganze mit dem Defilibrator wieder zum Sprechen bringen und schon haben wir sie, die Koalition.
Die unbrauchbaren Hälften beider Politiker müsste man natürlich dann in mit einem Castor-Transport nach Gorleben verschiffen.
Aber da würden die Grünen vermutlich nicht mitmachen.
Die letzte Möglichkeit wäre: jede Woche Neuwahlen.
Jeder darf mal eine Woche Kanzler spielen, mit Förmchen und Schüppe geht’s dann in den Beach-Bundestag und da werden dann schicke Sand-Gesetze gebaut...die der Bundeskanzler der nächsten Kalenderwoche wieder fröhlich zertrampeln darf.
Also vielleicht doch die Bäume....da machen vielleicht auch die Grünen mit.
Und wenn wir uns alle ganz lieb bei den Elefanten entschuldigen, dann kann man vielleicht auf ihenen reitend auch seinen französichen Vetter Jaque besuchen, der in der Nähe von Paris unter einer Camembertpalme hockt und am Horizont den Eiffelturm erblickt.

Quelle: Per Mail.<FONT