Rassismus als politischer Begriff
"Rassismus" ist heute ein ideologisches Schimpfwort zur Diskreditierung Andersdenkender geworden, von dem die Politik in reichem Maße Gebrauch macht. In der öffentlichen politischen Diskussion tauchen auch immer wieder die Begriffe "Fremdenfeindlichkeit" und "Ausländerfeindlichkeit" auf, wenn es um den Problembereich "Rassismus" geht.Wegen einer ungenauen theoretischen Abgrenzung "können wir zu deren grober Bestimmung und Verwendbarkeit sagen, daß Fremdenfeindlichkeit der am weitesten greifende, Rassismus demgegenüber der am engsten abgesteckte Begriff ist und Ausländerfeindlichkeit mit den tagespolitischen Vorstellungen irgendwo dazwischen liegt."(Silbermann)
Rassismus im engeren Sinne
Rassismus im engeren Sinne ist der Glaube, daß das Erbmaterial einiger "Rassen" überlegen oder zumindest doch von der anderen verschieden ist. Er baut auf der Idee auf, daß verschiedene vererbte Eigenschaften begleitet werden von entsprechenden geistigen und kulturellen Fähigkeiten. Es wird ein Zusammenhang hergestellt zwischen den naturwissenschaftlich beweisbaren biologischen Eigenschaften und den nicht exakt meßbaren kulturellen und geistigen Errungenschaften. Mit dem Glauben an die größere kulturschöpferische Kraft der eigenen Rasse geht der Glaube an die Minderwertigkeit der anderen einher.
Rasse im biologischen Sinne
Der Begriff "Rassismus" ist untrennbar mit dem zugrundeliegendem Begriff "Rasse" verbunden. Im biologischen Sinne bezeichnet der Begriff "Rasse" die "Zusammenfassung von Lebewesen, die sich durch ihre gemeinsamen Erbanlagen von anderen der gleichen Art unterscheiden"(Brockhaus). Er bildet einen Ordnungsbegriff in der Systematik, der die Untergruppe einer Art kennzeichnet. Aus geographischer Sicht unterscheidet man Zentren der rassischen Ausprägung, Übergangszonen und Mischgebiete. Vor allem durch den technischen Fortschritt der Neuzeit kam es zu einer Mischung auch zwischen räumlich weit entfernten "Rassen". "Reinrassigkeit" würde auf die Dauer Inzucht und damit eine Verarmung des genetischen Materials bedeuten. "In der Anthropologie hat «Rasse» heute nur als oberflächliche Unterscheidung großer Menschengruppen ihre eher formale Berechtigung." (Geiss)
Was macht einen Menschen zum Rassisten ?
Die Benutzung des Wortes "Rasse" alleine macht noch niemanden zum Rassisten. Erst die Behauptung, es gebe biologisch konstante Rassen, deren geistige oder moralische Anlagen höher- oder minderwertig seien, sind die Kennzeichen eines Rassisten im modernen Sinn. Ein Rassist nimmt für sich in Anspruch, daß er in der Lage sei, einen Menschen nach seinen äußeren Erscheinungsmerkmalen zu beurteilen. Wer als Anghöriger einer anderen, als minderwertig geachteten Rasse geboren wurde, könne kein kulturelles Niveau erreichen, da ihm die "Dummheit in die Wiege" gelegt sei. Rassismus diskriminiert freilich Menschen nicht nur wegen ihrer Rasse, sondern ergänzend auch wegen ihres sozialen Standes (Sinti und Roma) oder wegen ihrer Religion (Juden).Die am häufigsten zu beobachtenden Bestandteile des Rassismus sind :
(Xenophobie): Fremdenhaß und Fremdenfeindschaft Furcht und Haß gegenüber dem vermeindlich feindlichen Fremden, entsprechen Liebe und Solidarität zum eigenen Volk.
(Endogamie): Verweigerung der legalen Ehe mit Außenstehenden.
(Blutreinheit): Die Idee, daß das Blut reingehalten werden müsse, da es die eine oder andere Eigenschaft transportiere.
(Ethnozentrik): Das eigene Volk stehe im Zentrum der Menschheit, alle anderen Völker und Menschen seien demgegenüber sekundär und minderwertig.
Da hier in letzter Zeit öfter Beschuldigungen auftauchen, Chatter XY sei ein Nazi/rechts/ausländerfeindlich etc., möchte ich nochmal die wichtigsten Aspekte des Begriffs erläutern, damit alle nochmal die Definition vor Augen haben und anhand dieser überprüfen können, ob der Vorwurf gerechtfertigt ist oder vielleicht sogar auf jemand ganz anderen passt...