Antwort
In erster Linie wird es die dem Menschen angeborene Trägheit sein, weiterhin der "Herdentrieb" (... wenn andere helfen helfe ich auch .. ) und , und dabei denke ich es ist das größte Problem, in solchen Situationen wird einem ziemlich krass die eigene Hilflosigkeit bewußt. "Das kann mir auch passieren, und keiner wird mir helfen" der Mensch reagiert in Streßsituationen nun mal in der Mehrzahl der Fälle mit Flucht, egal ob er nun wegrennt oder "nur" wegschaut. Diese Verdrängunghandlung ist eine Schutzfunktion des Körpers um durch unliebsame Erlebnisse die eigene Seele nicht zu belasten.
Das das alles falsch ist brauchen wir hier glaub ich nicht zu diskutieren, aber wenn man die Gründe versteht kann man andere vielleicht zum helfen bewegen in dem man diese Trägheit und den Herdentrieb sich zu nutze macht. Dazu kommt das der Deutsche immer jemanden brauch der ihm sagt was er tun soll. In so einer Situation IMMER direkt jemanden ansprechen, nicht nur allgemein die "Gruppe" sondern direkt eine Person um HIlfe bitten (die natürlich rein äußerlich in der Lage wäre zu helfen). Das man helfen muß weiß jeder und wer dann direkt angesprochen wird kann man sich auch nicht mehr dem entziehen und danach helfen auch andere (Herdentrieb).
Es gibt in unserer Gesellschaft zuviele Mitläufer und zuwenige die wirklich was tun, ne eigene Meinung haben und unabhängig von anderen denken und handeln. (man schaue einfach nur mal hier ins Forum :-t )
Es ist auch weiterhin eine Erziehungfrage. Werte wie die Achtung des Eigentums, Persönlichkeit, Gesundheit anderer Menschen sind doch kaum noch vorhanden. Wer Respektiert wirklich seinen Gegenüber und dessen Persönlichkeit (.. auch dazu sollte man mal aufmerksam hier im Forum lesen .. ) Solange der großteil der Menschheit einen Vorteil aus seiner Handlung ziehen kann wird nunmal nichts getan. Selbstloses Handeln ist so gut wie nicht mehr vorhanden und Hilfe wird nur mit dem Gedanken gegeben um irgendwann dafür mal eine Gegenleistung zu bekommen oder um sich zu profilieren.
Ein weiteres Problem ist mangelder Opferschutz in diesem Land, der Helfer kann schnell zum Opfer werden und wird meist vom Staat und dessen Behörden im Stich gelassen bzw. wird für seine Hilfe selbst noch vor Gericht gestellt weil sie angeblich unangemessen war.
Der Hund eines Bekannten hat vor einigen Jahren mal Nachts (ca .3.oo) einen polizeibekannten Autodieb gestellt und auch ziemlich heftig verletzt (weil der wie ein blöder geschrien und gezappelt hat ... anstatt liegen zu bleiben und sich zu ergeben) dieser Hund ist knapp der Einschläferung entgangen und muß nun als agressives Tier ständig mit Leine und Beisskorb rumrennen während der "Täter" Bewährung bekommen hat und monatelang meinen Bekannten terrorisierte. Anmerkung der Polizei "wir können erst was tun wenn er sich wieder was zuschulden kommen läßt"
Das alles sind keine Entschuldigungen, aber wenn man die Gründe kennt kann man vielleicht eher mal einen ansprechen und helfen. Auch wenn man selbst nicht in der Lage ist wirklich Hilfe zu leisten.