...sehe aber in dem gedanken der absolution auch einer beichte & buße die gefahr eines "freischeines" für menschliches handeln.
Ich tue mich ein wenig schwer diesen Satz richtig zu interpretieren chicita.
Ich vermute einfach mal, dass Deine Frage sich daran orientiert, dass es zu befürchten gilt, dass Menschen christlichen Glaubens allein deshalb schon eher zur Unverantwortlichkeit neigen, weil ihr Glaube ihnen das sichere Gefühl vermittelt, dass ihnen ihnen eines Tages fernab jeder Schuld die sich sich im Leben aufluden von höherer Stelle verziehne wird.
Wer aber darf verzeihen ? Gott ?
Wenn ja, tut er gut daran so gütig zu sein, denn seine Sünder sind ja seine Schaffung wenn man den Testamenten der Propheten Glauben schenkt.

Zu meinen Maßstäben:
Das Eingestehen von Schuld durch den, der sich schuldig gemacht hat ist ein wichtiger Schritt.
Dieser Schritt ist die Mindestvoraussetzung für ein Aufeinanderzugehen, wenn es denn überhaupt möglich gemacht werden soll.
Warum um alles in der Welt soll ich mich mit Verzeihen auseinandersetzen, wenn dieser Schritt noch nicht getan wurde?
Ich kann mich nur mit dem Gedanken um Verzeihung auseinandersetzen, wenn ich das sichere Gefühl habe, dass sich der, der sich nach meinem Dafürhalten schuld auflud seiner Schuld überhaupt bewusst ist.
Was meine Bemessungsgrenzen angeht:
Es gibt für mich Verzeihliches und Unverzeihliches.
Jedoch werde ich keine der beiden Kategorien im Vorfeld definieren, denn dann wärs in der Tat ein Freischein zum Unrecht.
ein lieber Gruss,
Nucleus