Antwort
Das es falsch ist einem anderen Menschen Gewalt anzutun und/oder ihn zu töten steht außer Frage. Ich stelle fest, dass das annerkannteste Argument der Todesstrafe-gegner das der möglichen Fehlurteile ist. Die Todesstrafe-Befürworter halten dagegen, dass Fehlurteile im umgekehrten Sinn, also das ein Mörder laufen gelassen wird und erneut mordet und das Leben von Menschen zerstört, genauso schlimm/schlimmer sind. Ich finde ein unschuldig Hingerichteter ist für die Gesellschaft das größere Übel, den damit führt sie das eigene Wertesystem (Leben als höchstes Gut und dessen Verteidigung) ad absurdum. Denn die grauenhafte Tat des Einzelnen wird es in jeder Gesellschaft und Gesellschaftsform immer und auch immer wieder geben. Ob es nun ein Wiederholungstäter ist oder nicht ist dabei irrelevant. Ein Mörder hat sich dem Irrglauben hingegeben das Töten wäre ein Mittel zum Zweck, eine Alternative zu was auch immer. Ein Staat der die Todesstrafe vollstreckt gibt diesem Menschen doch auch noch recht: Das Töten ist eine legitime Massnahme zur Problembewältigung oder besser Problembeseitigung (den nichts anderes als ein Problem ist ein Mörder für den Staat). Damit wird ein falsches Zeichen gesetzt. Ein System das Mörder isoliert und mit ihrer Tat immer wieder konfrontiert ist die bessere Antwort. Die TS rückt den Tod in die Mitte der Gesellschaft und läßt das Leben aussen vor. Die Todesstafe schafft ein Klima der Angst und des Misstrauens und schließlich der Unfreiheit. Dem Leben muss aber der Vorrang gelten. Die andere Beatrachtungsweise ist die Individuelle, als selbst Betroffener: Sollte einem ein geliebter Mensch genommen werden, kommt ein unkontrollierbarer, persönlicher Faktor der Emotion hinzu: Unfassbarer Schmerz, Trauer, Wut und Verzweiflung lassen eine objektive Betrachtung wie oben geschildert oft einfach nicht zu und die betroffenen Personen können ihren Frieden nur mit dem Tod dessen finden, der ihr eigenes Leben zerstört hat. Denn ich kann mir schon sehr gut vorstellen, dass man daran zerbricht beispielsweise sein Kind zu verlieren. So gesehen schließe ich nicht aus, das der Tod des Einzelnen (Täter) dem Einzelnen (Opfer) zur Gerechtigkeit gereicht, dafür darf sich der Staat aber nicht verantwortlich fühlen,den er ist für das Wohlergehen aller in ihrer Gesamtheit verantwortlich und nicht für das Bedürfnis nach Rache Einzelner, mag es auch emotional noch so nachvollziehbar sein. Für ein Kollektiv, das aufgeklärtes und rationales Denken in einem Rechtsstaat praktiziert ist die Todesstrafe eine sinnlose und unbefriedigende Lösung.
P.S:
zum Thema Bin Laden:
Er kann bereits jetzt nicht mehr verlieren, wird er lebend gefasst, was wohl in aller Augen die unwahrscheinlichste Möglichkeit ist, bekommt er durch seinen eigenen Prozess ein weltweites Forum für seine militanten Ansichten.
Entkommt er wird er Nationalheld radikaler Moslems.
Wird er getötet stirbt er in den Augen seiner Anhänger als Märtyrer und seinen Macht verstärkt sich posthum.