ChatKult FORUM · Next 1.0.10
Forenübersicht » [ Kontrovers ] » Vom Makel zu altern...

Vom Makel zu altern...

Hiho Pholx,

wie steht ihr eigentlich zum Alter, dem älter werden und seinen Begleiterscheinungen? Jeder von uns feiert einmal im Jahr Geburtstag, bis zum 18 Lebensjahr ist älter werden etwas tolles, man darf mehr, wird grösser usw. Und mit 60? Oder 70?

Mit der Frage des älter werdens hat sich jeder zumindest einmal kurz beschäftigt, da ich vor ewigen Zeiten einmal der Überzeugung war das meine Bestimmung im Rettungs- oder Pflegedienst liegt wurde das Berufspraktikum in einem DRK-Altenheim abgeleistet, diese 20 Tage Praktikum haben mir, als damals 14 jährigen, die Bedeutung des Wortes menschenverachtend vor Augen geführt. Ich werde gerne näher auf die Umstände eingehen, vorerst wenig Text...

Vor gut 4 Wochen dann meine Begegnung mit einem älteren (min. 80 jährigen) Herren welcher bei meinem Auftauchen im Eingangsbereich die Tür frei machte (die er gerade am öffnen war), als ich ihm die Türe aufhielt ging dieser Mensch mit den Worten: "Dauert ein wenig länger, entschuldigen sie bitte aber ich bin recht alt..."

...in meinen Augen ohne Worte, ich habe einmal mehr gezeigt bekommen wie ältere Menschen behandelt werden - Einmal im DRK-Altenheim, täglich auf der Strasse (auch wenn man gern weg sieht...) und eben dieses "Schlüsselerlebnis".

Wie denkt Ihr darüber, habt Ihr Euch darüber überhaupt schon mal Gedanken gemacht? Was wird aus Euren Eltern, interessiert das heute überhaupt noch?



Mit nachdenklichen Grüßen,


CoDeD

/edit:
Rechtschreibfehler gefunden - Wer mehr findet darf sie behalten... :-grins
interessantes thema, gehört es für mich doch noch zu einer pflicht in der straßen- oder s-bahn aufzustehen und einem älteren menschen den sitzplatz anzubieten, mag in manchen ohren vllt. ein wenig oldfashioned klingen, aber meiner meinung nach sollte man zu respekt vor dem alter verpflichtet sein.

letztlich sind diese "alten" diejenigen, die die welt um uns herum aufgebaut haben, die uns ein leben in solchen zügen ermöglicht haben, die uns gewisser maßen auch das leben geschenkt haben.

für mich gehört es dazu, älteren menschen ob nun verwandte oder nich einfach mal zur hand zu gehen, wenn not am manne ist. äußert man dadurch doch einen gewissen respekt vor dem geleisteten.

Stego
Da ich momentan meinen Zivildienst in der Pflegestation einer Kirchengemeinde ableiste, habe ich demensprechend direkt viel mit alten, kranken Leuten zu tun.

Viele der älteren Leute sind sehr arm dran, viele haben mehrere schlimme Krankheiten und "leben" eigentlich nur noch zwischen Bett und Sessel vor sich hin...

Zum Thema helfen... wenn jmd hilfebedürftig ist, helfe ich, Alter ist aber nicht mit hilfebedürftig gleichzusetzen (auch wenn es oft so ist). Im Bus zB stehe ich sofort auf, wenn mich jmd älteres darum bittet, ich stehe auch auf, wenn unfreundlich aufgefordert werden, dann allerdings mit einem Kommentar.

Mein Zivildienst hat mir gezeigt, dass man auf jeden Fall helfen sollte, aber sich nicht alles gefallen lassen muss. Man kann durchaus seine Meinung sagen, dies sollte man auch.

Kleines Beispiel;
Ich war einkaufen für ein älteres Ehepaar, da diese dies nicht mehr konnten. Ich steh also dort und pack meine eingekauften Sachen vom Wagen in die Tasche, nicht gerade wenig, da schubst mich ein alter Herr zur Seite mit den Worten "Lass mich dahin, du brauchst du eh nichts kaufen". Ich habe ihn zwar dort hingelassen, aber ihm freundlich gesagt, dass eine Bitte auch gereicht hätte, danach bekam ich die Antwort ich solle doch ruhig sein, ich hätte jawohl garnichts zu sagen. Danach habe ich meine Sachen gepackt und ihn mit einem freundlichen "Ohne Leute wie mich, würden Leute wie sie größtenteils in Altersheimen wohnen, da niemand für sie da wäre, um ihnen im normalen Leben zu helfen, aber ich muss jetzt weiter zu Arbeit, freundlichere alter Menschen warten auf ihren Einkauft"... ich bekam natürlich keine Antwort, aber ich würde jederzeit wieder so handeln...

Generell finde ich den Zivildienst total wichtig, einerseits, um vieles kennen zu lernen, was man sonst nie erfahren würde, zum anderen einfach mal um über seine Schatten zu springen und auch Arbeit zu machen, die man sonst aus ekelgefühlen ablehnen würden, um anderen Menschen zu helfen. Und man lernt auch mit alten Leuten umzugehen, die meisten die ich betreue sind sehr nett und man hilft gerne, die anderen lässt man halt reden.

Einer meiner "Patienten", bei denen ich die meiste Zeit verbringe, ist zB total nett und ich bin gerne bei ihm, auch wenn die Arbeit dort ziemlich anstrengend ist, er hat schon viel erlebt, kann somit viel erzählen, ausserdem ist er auch für neues offen usw, ein Beispiel dafür, dass alte Menschen nicht immer nur konservativ, altmodisch, nervig etc sind. (Btw die Bedürfnisse eines Menschen ändern sich auch im Alter nicht, sei es Mode, Essen, Freizeitbeschäftigung oder sonst etwas, nur halt im anderen Rahmen...)
:-spy ???
Ich finde jedes Lebensjahr auf neue wieder aufregen - wenn ich daran denke,was ich mit 15,16 erlebt habe oder jetzt mit 21. Da liegen Welten zwischen - trotzdem oder grade deswegen möchte ich nichts davon missen. Ich bin jetzt schon gespannt,was ich einmal in 10,20 Jahren geschafft habe und ob ich meine Ziele,die ich mir jetzt gesteckt habe,zumindest teilweise erreicht habe. Ich weiß nicht,wie die Dinge stehen,wenn ich einmal 80 oder älter bin. Heutzutage liegt die Akzeptanz bei jüngeren Menschen schon recht niedrig,daher weiß ich nicht,ob man sich in in meiner Generation unbedingt auf das Alter freuen sollte gg. Letztendlich hab ich mir jedoch vorgenommen,immer das Beste aus meinem Leben rauszuholen.

Was mir öfters die Bereitwilligkeit gegenüber älteren Menschen mindert,ist einfach die Tatsache,daß viele ältere Menschen dermaßen bissige unverschämte Kommentare ablassen,daß ich denke,ob sie alleine auf der Welt sind. Sicher muß man hinzufügen,daß das Alter und ihr Leben sie gepärgt haben und das wahrscheinlich immer ein einzelnes mehr oder weniger schweres Schicksal dahintersteckt,aber trotzdem könnte man sich diese Kommentare verkneifen. Schließlich leben in dieser Welt ältere und junge Menschen zusammen auf einem Fleck - und die gegenseitige Akzeptanz liegt nun meiner Meinung nach nicht vom Alter ab.
Gottseidank gibt es auch viele Beispiele,die genau das Gegenteil beweisen :-)

Ich denke jeder macht sich irgendwann an einem Punkt des Lebens Gedanken,was aus seinen Eltern wird. Ich für meinen Teil werde immer für meine Mutter da sein,seien die Zeiten für sie und mich auch noch so schlecht. Dadruch,daß mein Vater vor einiger Zeit gestorben ist und wir ihn vorher pflegen mußten,stellt sich mir nicht mehr die Frage,was ich tun würde,wenn es meiner Mutter so schlecht gehen würde. Durch diese Zeit habe ich auch viel Respekt für ältere und kranke Menschen hinzugewonnen,muß ich zugeben.

Ach,und zu deinem Beispiel,hard..sowas ähnliches ist mir heute auch passiert gg. Ich war bei Pizza Hut,wollte die Treppe hochgehen und mir kam eine ältere Dame entgegen,bei der es offensichtlich war,daß sie Gelenkprobleme hatte.Dadurch dauerte es natürlich bis sie die Treppen hinabgestiegen war und sie meinte zum Schluß zu mir: "Enthsculdigung,in meinem Alter geht das nicht mehr so schnell." und lächelte dabei...:-shy na,soviel zum Anekdötchen ;)

:-e
IST schon scheisse!!!! bis 18 geht die zeit nicht rum und man kanns kaum abwarten aber dann gehts so fix !!!!!

ist zumindest bei mir so!!!!;-)


http://images.animfactory.com/animations/people_a_l/children/boy_riding_scooter_md_wht.gif
Moin Moin,

nu ja die Gesellschaft ist nun halt einfach schnell lebiger geworden, egoistischer und vorallem Konsum geil. Wenn mal überlegt jeder kann/will Popstar werden (siehe RTL 2 oder ganz zu anfang BIG BROTHER), schon seltsam früher mußte man Jahre lang die Musikschule täglich besuchen, seine Stimme trainieren und war dann begnadet wenn man entdeckt wurde.

Das mal als Einleitung, nun aber zum Thema zurück.

In diesem zusammenhang ist die Einstellung allgemein gegenüber älteren klar erkennbar, wofür brauche ich son "alten Sack" der vor 30 Jahren sein Haus gebaut hat !?
Um sich schickanieren zu lassen :) is doch klar und mir zu zeigen das ich noch nix in meinem Leben geleistet habe.
Naja so ungefähr denkt doch fast jeder ältere von der Jugend von heute.
Tatsächlich gibt es ältere Menschen die Hilfe bedürftig sind und nicht mal das Geld haben um sich monatlich mit Essen zu versorgen. Es liegt nicht daran das sie es viell. bekommen würden von Papa Staat, wohl eher daran das sie noch Stolz haben und Hilfe von anderen sogar als beleidigend sehen, weil sie es selber nicht mehr schaffen. Dann gibt es auch wieder welche die sich mit ihrer Situation abgefunden haben und über Hilfe oder Freundlichkeit dankbar sind.
Jetzt ein kleiner Sprung zum Anfang zurück.
Letzten Endes sind die Eltern von Heute fast gar nicht mehr in der lage eine Familie vernünftig zu führen.
Vergleich, früher hat der Mann gearbeitet und das Geld nach Hause gebracht, die Frau hat sich um den Haushalt und die Kinder gekümmert.
Heute dagegen arbeiten beide und schaffen teilweise nicht mal die Grundbedürfnisse zu bezahlen, sehr seltsam oder ??

Aber das ist der Fortschritt, auf kosten der Generation wird schon als Kind eingetrichtert, Lebe auf kosten anderer und dir geht es gut.

Hmm is wohl was abgeschweift, aber ich denke das das so ziemlich erklärt warum ältere Menschen nicht mit gebührenden Respekt behandelt werden.

@ Zed
Ähm ich weiß ja nicht wie du es siehst, wenn ich jemand älteren in der Bahn oder sonst wo sehe, stehe ich von alleine auf und nicht nach Aufforderung. Das versteh ich eigentlich unter Respekt vorm Alter.

(Für eventuelle Rechtschreibfehler oder sonstige gramatikalische Fehler, schreiben Sie bitte an:
RTL
Stichwort: Ich habe Deutscher Pass
Postfach 4073
50000 Köln
Danke für das verständnis)

Greets und drei Finger schwingt....

Yoda