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wir dreckigen Deutschen

40 Jahre diplomatische Beziehungen- aus diesem Anlass fand sich unser guter Präsident Herr Köhler zum Staatsbesuch in Isreal ein.

Ich habe keine Ahnung,ob ihr die Rede oder Auschnitte von dieser mitverfolgen konntet.

Um es kurz zu umreißen:
Köhler Ansprache war sehr emotional- bereits am Anfang zeigte er absoluten Respekt,indem ein paar Sätze auf hebräisch vortrug.
Er sei stolz,dass das Verhältnis zu Isreal so gut,wie zu keinem anderen nicht-westlichen Land sei, ihm seien erneute rechtsextremistische Probleme in Deutschland peinlich und er stehe dafür diese schleunigst zu beseitigen, er freue sich,dass die deutsch-jüdische Verständigung in unserem Land gute Fortschritte macht und hofft diese Entwicklung weiter fördern zu können und- dieses trug er etwas aus der Fassung geraten,den Tränen nah, vor: "Ich verneige mich in Scham und Demut!"

Ein wirklich gelungener, ehrlicher und authentischer Vortrag.

Was mich allerdings maßlos geärgert hat waren folgende Tatsachen:
Viele isrealische Parlamentarier blieben fern- als Symbol ihrer Verachtung.
Weiterhin wurde es im großen Maße kritisiert,dass die Rede auf Deutsch abgehalten wurde.

„Ich weiß, es gibt Leute, die sprechen von einem neuen Deutschland. Das ist Quatsch. Die Zeit ist keineswegs für einen so warmherzigen Empfang gekommen und die deutsche Sprache.” (Abgeordnete Ravitz )

Diese Aussage hat mich einfach rasend gemacht.
Ja gut, viele Juden wurden getötet.Ich finde es in Ordnung,dass man regelmäßig erwähnt,welche unmenschlichen Taten vor gut 60 Jahren begangen wurden.
Aber was ich absolut nicht verstehen kann,ist,dass wir- unsere Generation darunter zu leiden haben.
Unser jetziges Deutschland- eine friedliche Demokratie voller Menschen,die nur aufgrund der Geschichtsbücher wissen,was sich früher abgespielt hat.
Wir unterscheiden uns nicht von anderen westlichen Ländern,außer in diesem einen Punkt:Wir unterdrücken unseren Patriotismus!
Niemand trägt Shirts mit schwarz-rot-goldenen Farben, niemand hängt sich diese Farben neben der USA-Fahne, niemand singt die Nationalhymne außerhalb von Wettbewerben,niemand sitzt am Mittagstisch mit gefalteten Händen "God bless Germany" betend,Politiker reden nicht von einem Deutschland in dieser Welt,sondern verstecken sich hinter Europa etc.
Eigentlich schämen wir uns doch sogar für unser Land.Manchmal zumindest.

Das muss doch eigentlich nicht sein,oder?Wir haben doch nichts mehr mit dem Deutschland vor 60 Jahren gemein- können durchaus auf viele Sachen sehr stolz sein.

Und dann muss man sich noch diese Dinge von israelischen Politikern anhören?

Was hat die deutsche Sprache mit diesen Vorfällen zu tun?Gut,Hitler und Co. haben Deutsch gesprochen.
Was aber ist mit den Repräsentanten für unser heutiges Deutschland wie z.B. Brecht,Marlene Dietrich oder Einstein.Sie haben gesagt:"Wir sind die echten Deutschen.Wir denken was eine ganze Nation manipuliert von einigen Staatsträgern verdrängen mussten!"
Auch sie sprachen Deutsch,haben sich aber ausdrücklich von den politischen Aktivitäten und der Gehirnwäsche ferngehalten,idem sie ausgewandert sind.

Deutschland hat so viel für die gesamte Weltentwicklung getan... die Deutsche Sprache repräsentiert tausende Dinge,aber mit Gewissheit nicht das,was mit den Juden passiert ist.


Dürfen arabische Staatsträger bei Staatsbesuchen nun auch kein Arabisch mehr sprechen,nur weil einige Selbstmordattentäter, unter anderem Al-Kaida Mitglieder diese Sprache sprechen?
Es ist echt absurd.

Ich weiß nicht,wie ihr das seht,aber ich fühle mich irgendwie gekränkt.
Alles was im 2.Weltkrieg passiert ist,ist verachtenswert und ich verachte die Menschen,die Schuld hatten.
Ich möchte nicht mit diesen Geschehenissen identifizieren und möchte mich auch nicht verantwortlich fühlen.
Ich persönlich habe genauso viel Schuld wie die Juden.
Es ist ja gut und schön immer wieder zu betonen wie beschämt man aufgrund des Holocausts ist,aber damit muss es doch genug sein!
Ich finde nicht,dass es richtig ist den Deutschen irgendwelche Schuldgefühle einzureden.

Viel wichtiger finde ich es die aktuellen Geschehenisse zu analysieren und denen entgegenzuwiken.
ein interessanter beitrag :-)
Nun ja, ich gebe dir in soweit recht, dass dieser Kommentar ziemlich daneben war.

Nur ich würde diese Schuldfrage nicht ganz so weit von mir schieben
Nun ja, ich gebe dir in soweit recht, dass dieser Kommentar ziemlich daneben war.

Nur ich würde diese Schuldfrage nicht ganz so weit von mir schieben


Was bedeuten würde,dass Du Dich für etwas verantwortlich fühlst,womit weder Du noch Deine Eltern und wahrscheinlich auch Deine Großeltern nichts zu tun haben?

Und dass nur weil auf einem komischen Stück Papier unter dem Punkt "Staatsangehörigkeit" Deutsch steht?
generell denke ich jedoch nicht, dass irgendwas passiert ist, was die gemüter allzu erhitzen sollte. neben den erwähnten, habe ich mehrheitlich offizielle und inofizielle äusserungen gehört, die durchaus auch in sich schlüssig waren.

z.b.

Doch Deutschland habe Lehren aus seiner Vergangenheit gezogen. Das heutige Deutschland sei ein anderes Land, ein demokratisches. Und auch wenn Deutsch für viele in Israel wie ein "teuflisches Echo" klingen müsse, sei die Sprache für ihn nicht nur die "von Hitler, Eichmann und Goebbels, sondern auch die von Goethe, Schiller und Heine".


hier ist wohl eine analogie zum eröffnungsbeitrag feststellbar, nicht war?


..die Deutsche Sprache repräsentiert tausende Dinge,aber mit Gewissheit nicht das,was mit den Juden passiert ist.


bedaurlicherweise steht die deutsche sprache natürlich auch für den volksmord. impliziert jedoch nicht, dass auch nur ein deutscher nazi ist. was schön wär ^^

von daher... dass es für ihn sich schal anhört, kann man so n bischen verstehen, hm? und naja, das hauptargument - bekloppte gibts überall. hier in dem land der denker und dichter gibts ja auch jede menge hirnverbrannte.

p.s. der zitierte satz ist von %27dem letzte Holocaust-Überlebende im israelischen Parlament, Abgeordneten Tommy Lapid.%27 der muss es ja wissen g
Rassismus und Vorurteile gibt es eben überall auf der Welt - auch in Israel.
Ich habe nicht nichts damit zu tun. Damit hat jeder zu tun, egal wie alt, egal welche Nationalität.
Ich sage nicht, dass man jeden Deutschen zu steinigen hat. Ich sage aber auch nicht, dass man sich heute vollends aus jeder Verantwortung ziehen kann. Man muss sich vor Augen führen, dass es auch in der Gegenwart, in jedem Land ( wie WSK meinte) Rassismus gibt.
Es geht einfach nicht darum dass ich deutsch bin. Es geht darum, dass der Auslöser, dass Rassismus und Vorurteile nie einfach Vergangenheit sein werden. Und daher kann ich das, was geschehen ist, auch nicht einfach abhaken.
Herr Ravitz konsumiert bestimmt auch keine deutschen Produkte - die es in Israel ja auch ganz sicher nicht gibt...
fi fa fickiiii

ficki ficki ficki
Ich habe nicht nichts damit zu tun. Damit hat jeder zu tun, egal wie alt, egal welche Nationalität.
[...]
Es geht darum, dass der Auslöser, dass Rassismus und Vorurteile nie einfach Vergangenheit sein werden. Und daher kann ich das, was geschehen ist, auch nicht einfach abhaken.


Ja, das ist es was ich meinte. Einige Geschehenisse- NPD etc. kann man einfach nicht von sich schieben oder ignorieren.
Die sind heute so aktuell wie damals, in Schweden gleichermaßen wie in Deutschland.

Nur möchte ich mich nicht immer wieder mit vergangenen Dingen identifizieren müssen,nur weil ich Deutsch bin und andere, wie die Israelis können sich davon freisprechen.

Außerdem scheinen die Israelis zu vergessen, wie viele Opfer, um die heute getrauert wird, die angebliche Sprache der Mörder gesprochen haben.
naja, solange du es verallgemeinerst würde ich mich über vorurteile nicht beschweren.
Dito.
naja, solange du es verallgemeinerst würde ich mich über vorurteile nicht beschweren.

?

?


:-spy
gut das ich solche diskussionen vor jahren aufgegeben habe, denn im grunde führen sie zu nichts. ja ich habe die rede gesehen und beide seiten hatten in gewißerweise recht und unrecht. das sie zu nicht wirklichen ergebnissen führen sieht man wieder hier :-p
Das Wort zum Sonntag, ähm oder auch Mittwoch :-p
Muss eine Diskussion unbedingt zu einem Ergebnis führen?
Ist nicht der Sinn einer Diskussion die Diskussion selbst?
Als Meinungs- und Gedankenspielplatz!?
Steigt Bochum ab?

Glück auf!
WSK
Ich wollte die ganze Zeit noch was dazu schreiben, bin aber zeitlich nicht dazu gekommen. Daher mein verspäteter Beitrag hierzu:

Das was im dritten Reich unter Adolf Hitler passiert ist, können sich die Menschen, die nicht dabei waren und es unmittelbar mitbekommen haben, gar nicht vorstellen. Wieviele Millionen Menschen dort getötet - gar vernichtet wurden, übersteigt alles dagewesene.

Nun - warum wird dieses Thema nicht endlich mal ad Akta gelegt? Meiner Ansicht nach liegt es daran, da noch viele Menschen, die damals den Terror miterlebt haben, oder sogar der Terror waren (von deutscher Seite aus) noch immer leben. Die Kinder dieser Menschen haben hautnah mitbekommen, durch Erzählungen oder auch durch Verstümmelungen etc. ihrer Eltern, was "die Deutschen" ihnen angetan haben. So etwas schürt selbstverständlich einen Hass, der eben nicht nur den Menschen gilt, die das damals gemacht haben, sondern dem ganzen deutschen Volk.

Wann wird das also sein Ende finden? Ich denke, das wird noch rund 60-70 Jahre dauern, bis das Thema endlich in den Geschichtsbüchern steht und nicht jedes Jahr ein dutzend Mal dokumentiert und ausgeschlachtet wird. Dann werden nämlich die Menschen, die das Übel miterlebt haben und ihre Kinder, die davon sehr stark beeinflusst worden sind, nicht mehr am Leben sein.

Warum übrigens das Thema mehr ausgeschlachtet wird als jedes andere Massaker an Menschen (z.B. die Indianer etc.) liegt meiner Ansicht nach daran, weil zum einen ein großer Teil der Welt involviert war und zum anderen, weil dieses Massaker zu einer Zeit stattfand, in der die mediale Präsentation von Inhalten (Fernsehen, Radio) etc. schon existierten und dementsprechend viel Material vorhanden war und ist, um sich das Geschehen von unzähligen Blickwinkeln in alle Welt zu tragen.

Ein schreckliches Ereignis. Aber auch ich gebe zu, dass mich diese andauernden Dokumentationen über den zweiten Weltkrieg und Adolf Hitler zeitweilen ziemlich annerven. Ein positives Erlebnis (wenn man das so nennen mag) hatte ich mit "Der Untergang" der mal anders war als alle anderen Dokumentationen, in der es immer darum ging, wie dumm, verhasst, abscheulich und grausam die Deutschen waren/sind.

:-ghost