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Das Ende von Linux & Co.? Geht es wirklich um "Sicherheit"?

Ein sehr interessanter Bericht aus der c%27t:

http://www.heise.de/ct/02/22/204/

"TCPA und Linux

Was wird unter der neuen Sicherheitsordnung aus Linux und der GNU-/GPL-Software? Wenn Microsoft sich durchsetzt, muss Linux wohl TCPA-kompatibel werden - sonst wird es plötzlich als ‘nicht sicher’ aus den Netzwerken verbannt."

"Bekannte Größen der Chip-Industrie wie Intel und AMD, aber auch Systemhersteller wie IBM, HP und Dell spielen bei TCPA und Palladium in der ersten Reihe mit. Der Grund liegt auf der Hand: Die Unternehmen versprechen sich vom neuen Konzept den Absatz neuer Rechnersysteme; bestehende Hardware lässt sich schließlich nicht auf TCPA aufrüsten. Nachdem die Bedeutung der Rechner-Performance immer weiter ins Hintertreffen gerät, soll das künftige Verkaufsargument ‘Sicherheit’ heißen."


Mir kocht gerade die Galle hoch - aber was soll man sich eigentlich noch alles gefallen lassen? Sollte sich TCPA tatsächlich durchsetzen, bleibt für mich nur eine Konsequenz: Stillstand. Dann gibt es eben keine neue Spiele mehr, keine gestochenere Grafik, keine hyper-schnelle Rechnerleistung - dafür entscheide ICH, was auf meinem Rechner läuft und was nicht.

*kocht* wartezimmer
weitere Info%27s: http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html

... ich sehe dem etwas gelassener Entgegen.

Würde die strikte Umsetzung von TCPA doch bedeuten, daß sämtliche Behördensysteme auf den neuen Standard umgesetzt werden müssen. Das ist schon rein finanziell nicht zu schaffen. Wenn man bedenkt, Mitarbeiter in Arbeits- und Sozialämtern teilweise noch mit Pentium 1 und Win 3.11 arbeiten, Netzwerke in mittleren Behörden oft noch auf 10Mbit (mit dem alten Yellow Cable) laufen bin ich mir ziemlich sicher, daß eine flächendeckende Einführung sich innerhalb der nächsten 10 Jahre nicht umsetzen läßt.

Der Home-User wird zwangsläufig diesen Entwicklungen irgendwann ausgeliefert sein, sobald er irgendwann mal wieder %27n neuen PC kauft. Es sei denn Millionen von werbeverblendeten "Hausschweinen" werden endlich mal wach. Solange ich bei denen ständig Zeuge werde, daß es immer der neueste und schnellste PC sein muß, bloß um mal %27n Brief zu schreiben oder Solitär zu spielen, hab ich da auch kein Mitleid.

Andererseits fördert diese Entwicklung die weitere Stärkung des Second-Hand Marktes und diverser (schon vorhandener) Grauzonen im Internet. Die Freaks die im Moment eher belächelt werden könnten dann auf einmal die einzigen Menschen sein die an freie und ungefilterte Informationen herankommen.

Nachtrag:

Nachdem M$ unentwegt beteuert, daß Palladium nichts mit DRM (Digital Rights Management) und der Unterbindung von Raubkopien zu tun hat ( gäbe M$ das zu würden sehr viele Leute dann doch wohl Abstand von Palladium nehmen ) hat der amerikanische Krypto-Hacker Lucky Green ein Patent zur Nutzung von Palladium als Mittel gegen Raubkopien angemeldet. Das US-Patentamt verlangt 3 Grundsätze für Patente. Der Inhalt muß [1]neu, [2]nützlich und [3]nicht offensichtlich sein.

Dadurch hat dieses Patent gute Chancen:

[1] Neu ist die Idee schon deshalb, weil von M$ öffentlich verkündet wurde, man wüßte nichts von einem solchen Einsatzzweck

[2] Der Nutzen steht ausser Frage.

[3] Wäre die Idee offensichtlich hätten ja die M$-Entwickler in den fünf Jahren Entwicklungszeit es erkennen müssen.

Fazit: Entweder gibt M$ die PR-Lüge zu oder muß in Zukunft Lizenzgebühren an einen Hacker zahlen.

Quellen:
http://www.mail-archive.com/cryptography@wasabisystems.com/msg02554.html
http://www.wired.com/news/technology/0,1282,55807,00.html
http://slashdot.org/article.pl?sid=02/10/18/1719229&mode=nested&tid=172





Insbesondere ansgesichts der derzeitigen Terror-Paranoia dürften Gesetzeshüter kein Interesse an der massenhaften Verbreitung von PCs haben, die ihre Inhalte grundsätzlich stets vor jeglichen fremden Augen verschlüsseln. Denn TCPA kann nur funktionieren, wenn die entsprechenden PCs eine kritische Verbreitungsmasse erreichen. Dass von offizieller Seite bislang noch keinerlei Kritik an TCPA und Palladium laut geworden ist, wird manchen Privatanwender das Schlimmste befürchten lassen - eine kleine Backdoor in jedem Rechner, von der PC-Industrie sicher verwaltet


Tja... solange es die gibt, zählt auch das Schlagwort Sicherheit nicht...
@ frosch: über den absatz war ich auch gestolpert :-) allerdings befürchte ich, daß nur ein geringer prozentsatz der pc-user überhaupt weiß, daß es solche "hintertürchen" gibt.

@ echo: "Andererseits fördert diese Entwicklung die weitere Stärkung des Second-Hand Marktes und diverser (schon vorhandener) Grauzonen im Internet." das hoffe ich.

die patent-geschichte wird auch im c%27t artikel zitiert - aber nehmen wir mal an, m$ verkündet nun: ja, palladium dient natürlich auch dem schutz vor raubkopien - dann werden viele sicher murren ... aber kaufen werden sie die systeme trotzdem! ich glaube nicht, daß die breite masse sich auf die suche nach alternativen macht - sie wählt doch stets den einfachsten weg und greift zu dem, was am schönsten glänzt - das unterbinden von cd-kopien ist dann doch nur ein kleiner kratzer im "goldenen lack".