Antwort
Zu dem Thema, kenn ich einen guten Spruch:
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Ich denke, in diesem Satz steckt viel Wahres. Ich selbst (20) bin seit knapp 1 1/2 Jahren mit meinem Freund zusammen und ziemlich eifersüchtig. Besonders wenns um die Ex-Freundin meines Freundes geht (die beiden sind noch gut befreundet). Ich könnte jedesmal die Wände vor Wut, Angst, Verzweifelung hochgehen, wenn er mit ihr telephoniert, mails schreibt oder sie sich gar sehen.
Es ging soweit, dass ich mir ein Therapiebuch kaufte, weil ich so verzweifelt war und nicht mehr weiter wußte. Das Buch ist gar nicht mal so übel... es zeigt einem, dass Eifersucht kein natürliches Gefühl in einer Beziehung ist (so wie ich immer dachte). Sondern im Gegenteil: Eifersucht ist anerzogen!
Am Anfang wollte ich dem ganzen auch nicht so recht glauben, doch je länger ich das Buch las, desto mehr konnte ich die Theorie nachvollziehen. Im Großen und Ganzen sieht sie so aus:
- Eifersucht ist das Gefühl einen anderen Menschen nicht halten zu können.
- Eifersucht ist das Gefühl für einen anderen Menschen nicht gut genug zu sein.
- Eifersüchtige Menschen brauchen ständig oder zumindest sehr oft Liebesbeweise und fordern viel von ihren Partnern
- Eifersucht ist eine Gefühlsmischung aus Wut, Angst, Verzweiflung und Enttäuschung
- Kein Mensch kommt Eifersüchtig auf die Welt, sowas wird angelernt... entweder unbewußt durch die Eltern, Freunde oder Schule
- Beispiel: Die Eltern sagen: "Wenn Du Dein Essen nicht aufisst, hab ich Dich weniger lieb" (Anmerkung von mir: muss ja nicht immer zutreffen)... sowas suggeriert dem Kind "Ich muss eine Leistung bringen, damit meine Eltern mich mögen, ich muss mich beweisen, sonst bin ich weniger wert". Genauso mit Schulnoten, wenn man sich nicht genug anstrengt, wird man weniger geliebt (Liebesentzug). Somit "lernt" man für die Zukunft, dass man Leistung bringen muss, um akzeptiert und geliebt zu werden. Das zeigt sich dann auch in Partnerschaften: Man hat immer das Gefühl nicht "gut" genug für den Partner zu sein oder nicht "schön" genug. Man fängt an Vergleiche zu ziehen --> "Die Frau ist aber viel schöner als ich, so denkt mein Partner bestimmt auch und deswegen wird er mich weniger lieben".
Ergo: man wird eifersüchtig auf andere Frauen, weil man denkt der Partner interessiert sich für sie. Man hat Angst den Partner zu verlieren und deutet jede Aufmerksamkeit für eine andere Frau gleich als Fremdgehen (Anmerkung von mir: das ist dann natürlich schon die richtig schlimme Eifersucht).
--> Lösung:
Man, bzw. Frau muss lernen sich mehr zu mögen und zu schätzen. Man muss sich sagen, dass man etwas wert ist und dass der Partner auch so denkt. Man muss sich darüber im klaren werden, dass nicht der Partner oder sein Verhalten einen eifersüchtig macht, sondern alleine die eigenen Gedanken.
Beispiel: Ein Fenster geht zu bruch. Typ A wird tierisch wütend und flippt aus, weil er weiß, er muss sich nun ein neues Fenster kaufen und das wird wieder superviel Geld kosten. Typ B hingegen hebt die Scherben auf und denkt sich "was soll%27s", ist ja nur ein Fenster. Wieso soll ich deswegen ausrasten. Kauf ich halt ein neues.
Genauso kann man es mit der Eifersucht sehen.
Beispiel: Ein Mann unterhält sich angeregt mit einer anderen Frau (Geschäftskollegin oder so). Freundin A denkt sich "Der Kerl geht mir fremd. Sieh nur wie schamlos er flirtet, er findet sie viel attraktiver als mich. Wie er sie anschaut, so als wollte er gleich mit ihr ins Bett springen". Sie fühlt sich tierisch schlecht und würde am liebsten losweinen oder ihm eine Szene machen. Freundin B hingegen sagt sich "Ich vertraue meinem Mann, denn ich weiß er liebt nur mich und sonst keine. Selbst wenn er sich mal angeregt unterhält, bedeutet das nicht gleich, dass er sie anmacht oder flirtet. Ich unterhalte mich ja auch mit anderen Männern, dass ist doch nicht verboten".
Das meint der gute Herr Prof mit seiner These, dass man selbst dafür verantwortlich ist, wenn man eifersüchtig reagiert. Da es angelernt ist, kann man es auch wieder verlernen oder sich abgewöhnen. Wie eine lästige Eigenschaft, da man selbst für seine Gedanken verantwortlich ist.
Puh, langer Text... ich hoffe, ich konnte es wenigstens ein bissel erklären. Es ist net so einfach, als es dann ans Kapitel mit dem "verlernen" ging, hab ich aufgehört... ich weiß net wieso, vielleicht weil es mir zu schwer vorkam.
Vielleicht will sich auch gar keiner die Mühe machen, den ganzen langen Text durchzulesen... nur mir war eh gerade langweilig, also who cares *hihi*
liebe Grüße
"Eifersüchtig"