Hallo Nico,
ich weiss noch ganz genau, als ich Dich vor etwas mehr als 17 Jahren das erste mal gesehen habe.
Du warst so unglaublich klein und sowas von süss. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Ich habe Dich neugierig beäugt und gestaunt. Ich war sprachlos, das Du von nun an zu mir gehörst.
Damals wusste ich nicht, das Du zum wichtigsten Menschen in meinem Leben werden würdest.
Du warst einfach nur da. Etwas später merkte ich dann, das Du mehr Aufmerksamkeit bekommst, als ich.
Nein, war nicht etwa böse darum. Irgendwie verstand ich das schon mit meinen 3 1/2 Jahren. Hab Dir ja auch ständig im Gesicht rumgeknetet, also konnte ich ja gar nicht böse auf Dich sein.
Als Du dann etwas älter wurdest, wolltest Du immer Deinen Willen durchsetzen. Hast es mit Deinen seegrünen Augen auch immer wieder geschafft. Ich konnte es einfach nicht sehen, wenn Deine Unterlippe nach vorne zog und sich Deine Augen mit Tränen füllten.
Wir wuchsen heran und ich merkte mehr und mehr, das Du immer wichtiger für mich wurdest. Du hast mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Hast mich um meine Meinung gebeten. Ich weiss noch genau als Du das erste mal ein bisschen mehr als nur Freundschaft für ein Mädchen entwickelt hattest. Du kamst zu mir und hast gefragt: Was hälst Du von Ihr? Meinst Du, das kann was werden? Wie soll ich mich verhalten, Isabell? Wenn Du Sie nicht leiden magst, dann wird aus mir und Ihr nichts.
Ich sagte Dir: Doch, und wie ich Sie mag. Sie ist ein ganz tolles Mädchen. Und ich würde es gerne sehen wenn aus euch was wird.
Du hast mich angelächelt und bist ab zu Ihr. Ihr solltet bis zum Schluss zusammen bleiben.
Am Anfang kam ich mir dumm vor, Dich um Meinungen wegen meiner Beziehungen zu fragen. Aber Du warst so unglaublich reif und vernünftig. Bald war es mir egal und ich kam immer wieder Zu Dir. Egal, ob ich nun glücklich war, oder Probleme hatte. Du warst immer für mich da und hast mir zugehört. Ja, hast oft sogar Deine Freundin vertröstet, weil ich mit irgendwas zu Dir kam.
Du hast mich auch aufgefangen als das mit * * * * * auseinander ging. Hast stundenlang auf mich eingeredet. Mich im Arm gehalten und ja, Du warst für mich da.
Du warst der einzige der mich dann wenig später gewarnt hat und meinte: Du? Der * * * ist nichts für Dich! Er wird Dir mal sehr weh tun.
Damals lachte ich und entgegnete: Ach mach Dir keine Sorgen, das klappt schon.
Du solltest Recht behalten. Er tat mir sehr weh. Nur hast Du das alles nicht mehr mitbekommen.
Als Du krank wurdest, sind wir noch enger zusammengerutscht. Ich wollte natürlich nicht in Hamburg studieren, wegen unseren Eltern. Du warst traurig darüber das ich in Freiburg studieren wollte. Aber auch Du warst es, der mir befohlen hatte dorthin zu gehen.
An dem Tag, als ich Dir für alles Danken wollte, hast Du mir Deinen Zeigefinger auf den Mund gelegt und lächelnd den Kopf geschüttelt. Danach hast Du mir eine Flasche Sekt gegeben und gemeint: Die trinkst Du auf meinem Geburtstag. Ich schaut Dich an und flüsterte: Nein, die trinken wir gemeinsam.
Schaute Dir dabei ins Gesicht und wusste das Du Ihn nicht mehr mit mir trinken können würdest. Du hast es nicht ausgesprochen, aber ich spürte was Du mir damit zu verstehen geben wolltest. Ich habe vor ein paar Wochen, an deinem Geburtstag die Flasche Sekt getrunken. So wie es Dein Wunsch war.
Am 21 Dezember letzten Jahres bist Du dann von mir gegangen.
Es war der schwärzeste Tag in meinem Leben. Mein kleiner Bruder Nico sollte mich nie wieder mit seinen grünen Augen anschauen.
Danke. Danke für alles, was Du für mich getan hast. Danke dafür, das Du so ein toller, lieber und verständnisvoller Bruder warst.
Ich vermisse Dich so wahnsinnig. Du fehlst mir sehr. Aber ich weiss auch, das wir uns eines Tages Wiedersehen werden. Dann werden wir wieder zusammen sein und diesmal, für immer.
Du wirst immer in meinem :-h sein. Niemals werde ich Dich vergessen. Du warst, bist und wirst immer, mein ein und alles bleiben.
Ich liebe Dich Nicholas!!!
Deine,
Isabell.
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