wollt das aus dem anlass......nur mal wissen nichts gegen die betreffende person
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Sex und Geborgenheit
(Marco) Krankhaft surfende Internet-User suchen Geborgenheit und Sex im Netz, um Ihr Selbstwertgefühl zu steigern ...
... Die Münchner Universität hat Internet-User befragt und dabei festgestellt, dass bei rund vier Prozent bereits psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angstneurosen durch die häufige Nutzung entstanden sind. Mangelndes Selbstbewußtsein sei der Hauptauslöser in allen untersuchten Fällen. Vor allem die Anonymität im World Wide Web gebe den sonst unsicheren Menschen große Sicherheit.
Die Forscher sprechen bewusst nicht von Internet-Sucht, da Internet ein Medium wie Fernsehen oder Radio sei, jedoch fördere es suchtähnliches Verhalten, da jeder Tastenklick im Netz sofort belohnt wird. Hinweise auf körperliche Abhängigkeit habe es während der Studie jedoch kaum gegeben. Lediglich Nervosität und Unruhe seien in Einzelfällen bemerkt worden.
[Quelle:www.giga.de]
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Geborgenheit - Sehnsucht des Menschen
Dr. med. Klaus Mohr
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er braucht die Beziehung. Die Beziehung zur Erde, zu Mitmenschen und zum Himmel. Gute Beziehungen. Wozu und wofür sollten wir sonst leben?
In diesen guten Beziehungen finden wir Sinn, Sicherheit und Geborgenheit. So entsteht die Grundlage für ein gutes, aktives und erfülltes Leben. Nur aus der Geborgenheit heraus können wir sinnvoll und entschlossen tätig werden.
Das liegt natürlich zunächst bei uns selber, an unserer inneren Landschaft. Ein Mensch, der das Bild einer Kathedrale in sich trägt, sieht auch in einem Haufen Steinen, die vor ihm liegen, eine Kathedrale entstehen, hat Antoine de Saint Exupéry geschrieben.
Selbstverständlich geht es auch umgekehrt. Es gibt Menschen, die eine Kathedrale nach dem Verkaufswert ihrer Steine taxieren. Die Verbindung (zwische Erde und Himmel), die Beziehung zum inneren Selbst und die Geborgenheit - von der Kathedrale vermittelt - ist ihnen fremd.
Das ist ein Trend unserer Zeit. Gute Beziehungen werden von Konkurrenz und Leistungsanspruch abgelöst. Für Sicherheit sind der Airbag und der Seitenaufprallschutz zuständig - und späterhin die Pflegeversicherung. Geborgenheit liefert der Fernsehsessel, im vermeintlich sicheren Abstand von den schrecklichen Ereignissen auf dem Bildschirm. Soziale Verantwortung wird an den Staat delegiert - oder an professionelle Organisationen. Kontakte zu anderen Menschen erfolgen nach dem erhofften Gewinn für Karriere und Wohlstand. Die neuen Formen elektronischer Kommunikation zum Einkauf, Bankverkehr oder nur zur Unterhaltung werden die Isolierung und Vereinzelung noch weiter verstärken. Allerdings hat schon der exzessive moderne PKW-Verkehr zur situativen Isolierung auf den alltäglichen Wegen geführt. Die propagierte und häufig erzwungene berufliche Mobilität mit ihren Umsetzungen tut ein übriges: dabei gehen gewachsene Bindungen verloren. Neue Kontakte werden nur noch vorübergehend und daher oberflächlich geknüpft. Die Beziehung zur Erde, zum anvertrauten Stück Boden, zum Acker, Garten oder Wald ist längst verlorengegangen.
Die moderne Politik tut ein übriges dazu: mit ihrem Mangel an solider Zukunftsperspektive, Bewahrung, Verläßlichkeit und Kontinuität. Eine Politik, die mit Fassaden und Umetikettierungen bei ständig schwindender Substanz handelt, mit guter Selbstversorgung, bei wachsender gesellschaftlicher Verschuldung, verliert unvermeidlich den Respekt und das Vertrauen in der Bevölkerung.
Aus alledem resultiert Beziehungslosigkeit, Entfremdung, Isolierung, tiefreichende Verunsicherung - und daraus der Verlust an Geborgenheit. All die Unfreundlichkeiten, Ängste, Gehässigkeiten und Depressionen, dazu (oder daraus) die interpersonelle Aggressivität und Kriminalität unseres Zeitalters lassen sich auf diese Beziehungslosigkeit zurückführen. Da mag die Politik noch so viele Gesetze machen, noch so viel verordnen, neubewerten, umverteilen, herbeireden und umherfliegen: Wenn die innere Substanz und die gewachsene Beziehung fehlen, ist all das vergeblich.
Wie wir derzeit erfahren. Es ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte: Bisher nie erreichter Wohlstand (aus dem Erbe unserer Vorfahren) und maximale äußere Sicherheit (schon als Rechtsanspruch) hat zu einem nie gekannten Maß an Unzufriedenheit und Geborgenheitsverlust geführt, zu äußerer Verschwendung und innerer Armut (Unzufriedenheit, daher Undankbarkeit, daher Neid, Gier und Respektlosigkeit) - und daher verlorener Geborgenheit. Es liegt nicht an der Entwicklung, nicht nur an opportunistischer und visionsloser Politik: es liegt vor allem an (und in) uns selber. Wenn auch die moderne Politik gleich welcher Couleur - die konkrete individuelle Leistung bestraft und statt dessen Forderungen, Vergeudung und Verschuldung noch weiter treibt, ist sie damit nur ein Spiegel unserer Gesellschaft. Unsere Gesellschaft ist heimatlos geworden (Stichwort: Globalisierung). Man mag die Globalisierung bedauern oder gutheißen: geborgenheitsfördernd wirkt sie jedenfalls nicht.
Aus der Heimatlosigkeit entsteht Unsicherheit und Heimweh. Das unbewußte Heimweh wird von etlichen (auch wissenschaftlichen) Heilslehrern genutzt, um die Menschen zu lenken und manchmal auch auszunehmen. Entwurzelte Menschen kann man viel leichter dahin bekommen, wo man sie haben will.
Heimatlosigkeit ist eine Ursache für Geborgenheitsverlust. Wie schon erwähnt, entstehen Ängste, Zwänge und Depressionen, wenn die Geborgenheit fehlt.
Nicht unbedingt ist die Geborgenheit an einen vorgegebenen Aufenthaltsort gebunden. Es gibt auch neue Heimaten. Entscheidende Merkmale für Geborgenheit sind:
*Sicherheit
*Freundschaft
*Wohlbefinden
*Vertrauen
*Liebe
*Akzeptiert werden
*Verständnis
*Schutz und Hilfe finden
Angesicht dieser Wertepräferenzen ist die fehlende Akzeptanz der Bürger für die moderne Politik und die von ihr geprägte Gesellschaft zu verstehen. Die Grundlagen stimmen einfach nicht. Leider läßt die moderne Politik mit ihrem Drehen an der Abgabenschraube Zuverlässigkeit und Sicherheit vermissen. Geborgenheit kann so nur noch im sozialen und privaten Bereich entstehen. Die Sehnsucht nach Geborgenheit und Bindung ist nach Auffassung der Psychologen Baumeister und Leary (The Need to Belong, Psychological Bulletin 3/1995) ein genauso zwingendes Bedürfnis wie das Bedürfnis nach Nahrung. Dieses Bedürfnis ist entwicklungsgeschichtlich begründet, da von Anfang an die Menschen sich in kleinen Gruppen am besten gegenseitig schützen und versorgen sowie für ihre Nachkommen sorgen konnten.
Deshalb resultiert Geborgenheit nicht einfach aus einer großen Zahl von oberflächlichen und wechselnden Kontakten. Notwendig sind regelmäßige, intensive Beziehungen mit immer denselben Menschen. Die Beziehungen müssen fürsorglich und zuverlässig sein. Dabei können nur die Menschen zuverlässig sein, die auch in der Lage sind, sich auf sich selber zu verlassen. Zuverlässigkeit schafft Sicherheit und Vertrauen. Vertrauen in andere erfordert auch Selbstvertrauen: Wie innen, so außen.
Zuverlässigkeit, Sicherheit und Vertrauen sind elementare Voraussetzungen für Geborgenheit. Leben mit der Natur fördert die Geborgenheit. Mit Naturheilmitteln empfinden wir ursprüngliche Sicherheit und Geborgenheit. Leider sind manche Naturheilmittel in ihrem Weiterbestehen gefährdet. Wie unsere Geborgenheit. Jedoch liegt die Chance zur konkreten Bewahrung auch in uns selber. Die Geborgenheit ist wichtig für unsere seelische - und über günstige Wirkungen auf das Immunsystem - auch für unsere körperliche Gesundheit. Geborgenheit ist noch wichtiger für unsere Initiative, unsere Zukunftsperspektive und vor allem für die Entwicklung unserer Kinder.
Wenn wir ein Bild von natürlicher Geborgenheit in unseren Herzen tragen, werden wir auch in den Wirrnissen dieser Zeit Geborgenheit schaffen können.
::fallenlassen::augenschliessen::wärme::ruhe::herzklopfen::atem::berührung::erfüllterraum::liebe