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Auf welche Schule schicke ich mein Kind?

Hallo alle zusammen :-)

Ähm, ja, dieses Forum heißt zwar "Jobs & Future", aber vielleicht paßt dieser Thread ja doch hier rein. Und das Durchschnittsalter in Meetinx liegt wohl auch nicht so hoch, daß die Infos schon für jeden interessant wären, aber der/die eine oder andere Vater/Mutter treibt sich hier ja doch rum :-)

Wir stehen gerade vor der Entscheidung: wohin mit dem Sprößling nach der Grundschule? In dem Zusammenhang bin ich (wir wohnen in Wiesbaden) auf folgenden Artikel gestossen: http://www.stadtelternrat-hannover.de/wiesbaden.htm - es geht um eine Integrierte Gesamtschule (Helene-Lange-Schule), die nach einem alternativen Pädagogik-Programm unterrichtet und in der PISA-Studie zusammen mit einer anderen "Versuchsschule" (die Laborschule Bielefeld) erstaunlich gute Ergebnisse erzielt hat.

http://www.stadtelternrat-hannover.de/pisaehlswiesb.jpg

Dies zeigt mir, daß die gerade von CDU-regierten Ländern und Städten gern belächelten alternativen Pädagogik-Konzepte gründlich verkannt werden und den Kindern eine entspanntere und anregendere Lernatmosphäre vermitteln, als es die "konventionellen" Schulen vermögen.

Wer sich als Eltern also einmal intensiver mit alternativen Lehrmethoden beschäftigen möchte, dem empfehle ich folgenden Link: http://paed.com/ph/uebers2.htm
Sobald ich weitere interessante Informationsquellen gefunden habe, werde ich sie hier hinzufügen - und falls ihr auch über gute Links verfügt, dann setzt sie dazu!

*Es grüßt* Abalone<FONT SIZE=1><BR><I>Beitrag wurde von admin am 30.10.2003 um 21:37 Uhr aus dem Forum [ Jobs & Future ] verschoben.</I></FONT>
Die Frage ist, ob andere "herkömmliche" Schulen nicht auch ähnliche Ergebnisse erziehlten, aber in der Masse an solchen Schulen untergingen. Was hälst du eigentlich von Waldorfschulen?
Zunächst einmal die goldene Regel:

Alternativ geht nie schief. lach

Können die Kinder dann besser Finnisch lesen und mit japanischen Schriftzeichen rechnen, als die Kinder des Siegerlandes? gg

Alternative wäre dann noch eine konventionelle Hauptschule, oder? Obschon die ja im Begriff sind auszusterben (die gemeine Gesamtschule schluckt die ja mit). Oder aber sie geraten mehr und mehr zu "Ghettoschulen" in denen Ausländer, bzw. in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern, zur Schule gehen. Um eine soziale Abgrenzung derer zu verhindern, schicke Dein Kind auf eine solche Schule als eine Art des integrativen sozialen Aktes.

Hm?
Ein sehr hilfreicher Beitrag, yabba. Sei mir nicht böse, wenn ich nicht an einer Schlammschlacht interessiert bin. Ich verstehe auch nicht, warum mein Beitrag dich provoziert hat.

Am Rande: es ist nicht mein eigenes Kind, ich bin nur die "Ersatzmama" - die endgültige Entscheidung darüber, wohin es gehen wird, obliegt also nicht mir, sondern den Erziehungsberechtigten - dennoch unterstütze ich den Entscheidungsprozess.
Zur Auswahl steht bis jetzt: Gymnasium oder IGS (Integrierte Gesamtschule) - und wenn ich sehe, daß eine IGS trotz allgemein zweifelhaftem Ruf anscheinend nicht schlechter als eine herkömmliche Schule ist, dann wird sie für mich auf jeden Fall interessanter. Und jetzt will ich mich und andere gern weiter informieren - mehr soll dieser Thread gar nicht bezwecken.

Frosch, du hast glaube ich eine Waldorfschule besucht, nicht wahr? Kannst du vielleicht über deine Erfahrungen berichten?
Ich kenne sie bisher nur vom Hörensagen -

- es gibt keine Benotung, dafür ausführliche schriftliche Beurteilungen
- ein Thema wird oft fächerübergreifend behandelt
- es gibt kein "Stillsitzen"
- inwieweit die Schüler selbständig arbeiten müssen, weiß ich nicht genau, ich gehe aber mal davon aus, daß eigenständiges Erarbeiten des Lernstoffes erwartet wird
- es wird viel Augenmerk auf die künstlerischen Ausdrucksformen gelegt

... richtig? Das alles klingt für mich eigentlich nicht schlecht - nur in unserem speziellen Fall käme es wohl nicht in Betracht, da sich der Kleine nicht sonderlich für die Künste begeistern kann :-) Das wäre der einzige Punkt, der für mich gegen die Waldorfschule spricht.
Der Papa hat noch andere Vorbehalte, er hat zwei Jahre lang an Treffen der Anthroposophen teilgenommen und sich sein eigenes Bild gemacht - es gibt viele positive Aspekte in der Steinerschen Philosophie, aber die anthroposophische Lehre an sich, im Kern, hat ihm zu egoistische Züge. Außerdem mißfällt ihm der Kult um Rudolf Steiner - daß dessen Figur eine so bedeutende Rolle in den Kreisen der Anthroposophen spielt. Waldorfschule ist also bei uns keine Alternative - aber deine Erfahrungen würden mich dennoch interessieren, Frosch!
Jemand sagte mir, daß Montessouri-Schulen richtig gut sein sollen, sogar noch besser als Waldorfschulen. Allerdings hab ich keinen Link.

leene
[quote]sogar noch besser als Waldorfschulen[/quote]Ich find Waldorfschulen zum ****** :)
Nun, es stimmt ich war ab der 4. Klasse bis zur 13. Klasse auf einer Waldorfschule. Deinen angeführten Punkten kann ich soweit zustimmen, ich habe nur keine Ahnung was du mit "Stillsitzen" meinst. Also wir hatten schon unsere mehr oder weniger festen Sitzplätze in der Klasse und durften nicht einfach so umherlaufen. *fg*

Was ich zum Vergleich zu staatlichen Schulen weiss, ist dass viele Dinge die normalerweise nur in AGs zustande kommen, fester Bestandteil der Schulzeit an einer Waldorfschule ist. Es findet zBsp. nahezu jedes zweite Jahr ein Klassenspiel statt. "Klassen"-spiel bedeutet das wirkliche alle Schüler aus der Klasse beteiligt sind. Diejenigen, die meinen, dass sie kein schauspielerisches Talent besitzen können andere, notwenige Aufgaben übernehmen wie zBsp. das Erstellen und Organisieren von Kulissen & Kostüme & Programmheften etc. Auch wird besonderen Wert auf handwerkliche Fächer gelegt. D.h. es gibt Fächer wie Holzschnitzen, Handarbeit (mit Nähen, Stricken usw.) und Gartenbau. In der Schulzeit fanden wir Schüler das natürlich oft sehr ätzend, gerade in der pupertären Phase kommt stricken als Man natürlich nicht so gut *ggg* aber rückblickend betrachtet war es schon eine sehr vernünftige Erfahrung. Leute aus anderen Schulen können diese Fähigkeiten oft gar nicht richtig einschätzen, sie wissen garnicht Was wieviel Arbeit macht. Auch konnten viele Schüler die jeweiligen Fächer gut mit ihren Hobbys verbinden. Manche Mädchen haben halt Kleider etc. gemacht, manche Jungs haben Skateboards (also nur das Board ; ) o.ä. selber im Holzwerken angefertigt.

Bei der Benotung hast du auch Recht. Bis zur 12. Klasse gibt es ausschliesslich schriftliche Bewertungen. Diese Beruhen auch nur auf deinen eigenen, persönlichen Fortschritten und sind sehr individuell (je nach Lehrer)verfasst.

Nachteilig empfinde ich vor allem die Tatsache das man auf der Waldorfschule auch als schlechter Schüler mitgeschleift wird. Man kann halt nicht sitzenbleiben. Auch wenn Lehrer den Eltern empfehlen, dass ihr Sprössling vielleicht doch besser eine Klasse niediriger aufgehoben ist, viele Eltern wollen dies dann nicht wahrhaben.

Meine generelle, subjektive Meinung bzw. Erfahrung ist, dass Lehrer an Waldorfschulen oft sehr engagiert sind, mehr als ihre Kollegen an staatlichen Schulen. Sicher gibt es auch an Waldorfschulen mehr als ein schwarzes Schaf, aber die generelle Tendenz ist mir schon aufgefallen. Und genau das ist es, was meiner Meinung nach eine gute Schulzeit ausmacht, die Lehrer. Man kann an jeder Schule Pech haben und "schlechte" Lehrer erwischen. Das System alleine macht keine guten Lehrer.



PS: Das mit der Huldigung von R.S. kann ich nicht nachvollziehen. Das einzige was ich in meiner Schulzeit über ihn erfahren habe reicht nicht darüber hinaus, was andere Schüler über den Namensgeber ihrer Schule erfahren. Es wurde erklärt warum er die Schule gegründet hat, ein wenig über sein Leben etc. Dies kam aber auch immer nur auf Anfragen von Schülerseite. Zum Lehrplan gehörte es nicht. Mag sein das das von Waldorfschule zu Waldorfschule differiert.

PPS: Zed, warum?
Ich hab mir die Beiträge grad nur oberflächlich durchgelesen,daher verzeiht,wenn ich nicht so drauf eingehe ;)

Ich werde mein Kind in keiner gängigen öffentliche Schule anmelden - dazu habe ich selber in meiner Schulzeit viel zu schlechte Erfahrungen gemacht (Prügeleien,Messer,Drogengeschäfte etc etc). Vor ein paar Wochen habe ich sogar von einem Elternteil,dessen Kind auf meine frühere Schule geht,gehört,daß dort Schusswaffen wohl nun an der Tagesordnung sind und die schwächere Kinder nach Strich und Faden abgezockt/verprügelt werden. Damals war es schon schlimm - anscheinend wird es von Jahr zu Jahr schlimmer. Ich weiß nicht,ob das mit dem generell sehr hohen Ausländeranteil an der Schule zusammenhängt. Zu meiner Zeit waren es nunmal die Kinder ausländischer Eltern,die für Stress und Chaos gesorgt haben (was kein Vorurteil gegen Ausländer sein soll - bin ja auch mit einem Türken zusammen gg).
Jedenfalls hat mich das eines Besseren belehrt und ich werde die Schule,in die mein Kind später gehen soll, erst genau prüfen. Sicher, man weiß nie,was letztlich hinter den Mauern der Schule abgeht, aber zumindest kann man durch vorherige Sondierung eine dem Ruf nach "bessere" Schule finden.

Hmmm,ich hoffe nur,daß mein Kind es später einmal besser,leichter und vor allem sicherer in der Schule haben wird :-)

:-e
Naja, %27zu%27 leicht sollte man es als Kind aber auch nicht haben oder? :-shy
Naja,aber Prügeleien und den anderen Kram muß es doch nicht wirklich sein oder wünscht du dir das für deine Kinder? :-spy

:-e
Nein. Natürlich sollte es nicht so krass sein. Auf der anderen Seite wird glaube ich an jeder Schule Gewalt ausgeübt. Manchmal physisch, manchmal mehr psychisch.
Ich persönlich gehe nun schon mein ganzes Leben lang auf eine Privatschule und bin sehr zufrieden damit. Die Vorteile mögen zwar nicht unbedingt für jedermann ersichtlich auf der Hand liegen, aber es gibt sie. Ich kann daher einen relativ guten Vergleich ziehen, da meine Geschwister auf öffentlichen Schulen waren.

Ein entscheidener Vorteil ist für mich schon allein die Klassengröße. Sind auf vielen öffentlichen Schulen die Klassen total überfüllt, sprich 25 Kinder oder noch mehr, genieße ich es in "gut" belegten Kursen höchstens 19 andere Leidensgenossen in den Reihen sitzen zu haben. Zudem habe ich schon oft festgestellt das die Lehrerbetreuung um einiges besser ist. Ich denke es ist nicht selbstverständlichen das Lehrer sich nachmittags Zeit nehmen nur um z.B. ein Französischreferat mit einem schwachen Schüler einzuüben oder die Matheaufgaben vor einer Arbeit nochmal durchzugehen. Natürlich variiert diese Motivation auch von Schule zu Schule, habe auch selbst krasse Unterschiede zwischen meiner alten und neuen Schule bemerkt, trotzdem fühle ich mich besser betreut und ernte oft neidische Blicke von meinen Freunden aus öffentlichen Schulen.

Ich habe schon oft darüber nachgedacht, ob ich, sofern ich mal Kinder habe, sie nicht auf eine fremdsprachliche Schule schicken werde. Eine Freundin von mir ist z.B. in einen französischen Kiga, danach in die entsprechende Grundschule und dann auf ein französisches Gymnasium gegangen. Sie macht jetzt nicht nur das deutsche Abitur sondern kann durch eine Prüfung mehr auch das französische BAC machen. Ich denke die Vorteile von internationalen Schulen sind, die Kinder wachsen sozusagen mit der Fremdsprache auf, und werden beruflich eventuell auch Vorteile daraus entwickeln können.

Diskussionen hin oder her-das wichtigste ist das man sich auf seiner Schule und in seiner Klasse wohl fühlt.

[Edit: Rechtschreibung]