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Arbeitslosigkeit

Hi zusammen,

immer mal wieder kriegen wir mit wieviele Arbeitslose es allein in Deutschland gibt. Gehört ihr dazu? Wenn ja wie lebt ihr damit? Ich selbst war noch nie lange arbeitslos und kann es daher nicht so nachvollziehen. Ich stelle mir das Leben ohne richtige Arbeit aber richtig langweilig vor. Wie sieht es bei euch aus? Macht es euch Spaß das Leben in vollen Zügen zu genießen und keinen Gedanken an Arbeit zu verschwenden oder gehört ihr doch zu der Sorte Menschen die ohne Job einfach nicht sein können und darunter leiden arbeitslos zu sein?

Freu mich auf Antworten


:-1047<FONT SIZE=1><BR><I>Beitrag wurde von admin am 30.10.2003 um 21:44 Uhr aus dem Forum [ Jobs & Future ] verschoben.</I></FONT>
Hallo :-)


Also mein Schatz BlackCrow ist jetzt schon gute 2 Monaten Arbeitslos und findet auch nichts in seiner Branche.Es regt ihn auch ziemlich auf das er jeden Tag zuhause sitzt erst fand er es auch gut und jetzt ist es echt langweilig ich fand es auch die erste Zeit super das ich Ihn mal für mich habe bei den Arbeitszeiten die ich Leider mal habe war mal angenehm nur jetzt wollen wir beide das er wieder Arbeiten geht.Leider hat sich sein Chef erschossen von der er noch 3 Monatsgehälter bekommt das macht jetzt der Anwalt der Chef war hoch verschuldet.Schatzi leidet sehr darunter das er nicht mehr Arbeitet.


:-1072
Also ihr Lieben,

ich denke ein großer Faktor der zur vermehrten Arbeitslosigkeit führt, ist der momentane Umschwung in den Wirtschaftssektoren.
Die Entwicklung tendiert immer mehr in die Richtung des Dienstleistungssektor, der unter anderem auch die technische Weiterentwicklung und Forschung beinhaltet. "Manuelle" Berufe wie zum Beispiel Handwerk sind kaum noch gefragt, gibt es doch kaum noch Agrarwirte die nicht von ihrer Existenz bedroht sind.

Durch den starken Fortschritt im Dienstleistungssektor werden wir vor zwei Probleme gestellt.

-Zum einen die hohe Arbeitslosigkeit, denn in diesem Fall werden Menschen nicht nach ihrem Emotionalquotienten, sondern nach ihrem Bildungsvermögen beurteilt. Und da nicht jeder Abitur hat und ein Studium abschließen kann, werden Menschen mit einem niedrigeren Bildungsstand in die Arbeitslosigkeit getrieben.

-Zum anderen fehlt Deutschland die Bildungselite, die einen wirklichen Fortschritt in Technik und Forschung bringen könnte und somit einen wirtschaftlichen Aufschwung auslösen würde. Unter dieser Tatsache leiden alle Bürger, auch weil unsere Politik es zulässt, die "Elite", (vor allem in Deutschland studierende Asiaten), in ihrer Heimatländer abzuschieben (die jedoch durch den Überfluss an Arbeitern keine Verwendung für diese haben (in Japan braucht man zum Beispiel Abitur um Sekretärin zu werden)), jedoch immer mehr Mittellose in unserem Land aufnimmt.

Aus diesen Fakten ergeben sich wieder zwei weitere Aspekte; es läuft immer mehr darauf hinaus das man ohne entsprechende Bildung ein "Nichts" ist und sich überlegen muss, ob man seine Existenz durch Gänge zum Arbeits- und Sozialamt aufrecht erhalten kann, zum anderen ist unser Sozialstaat falsch organisiert, da er den "Falschen", also weder den wirklichen Asylbeantragern als auch der "Bildungselite" die Chance gewährt ein Leben in Deutschland aufzubauen.

Trotzdem kann man den Politikern nicht alles in die Schuhe schieben, denn die Probleme die wir heute zu bekämpfen versuchen sind vor langer zeit verursacht worden, und manchmal glaube ich das selbst ein Schröder oder ein Fischer einfach kein Land mehr sieht ;-)
Der Umbau von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft ist eigentlich schon gelaufen. Der nächste Schritt ist nach Meinung einiger Schreiberlinge die Wissens- bzw. Informationsgesellschaft, bei der Wissen zum unmittelbaren Produktionsfaktor wird.

Mit dem Handwerk bin ich mir nicht so sicher. "Handwerk hat goldenen Boden" *lol. Für angehende Bäcker und Köche sieht es ja momentan sehr gut aus, und jeder braucht irgendwann mal den Klempner oder lässt sich eine Treppe schreinern, eine neue Heizung einbauen... Was wirklich unwahrscheinlich zurückgegangen sind, sind die klassischen Arbeiterstellen in der industriellen Produktion, weil das hiesige Lohnniveau zu hoch ist, um hier irgendwelchen Kleinkram zu basteln -> made in Vietnam & Co.

Die Elitenbildung ist auch noch in anderer Hinsicht interessant: Nicht nur, dass man meint, ausländische Fachkräfte mit exzellenten Sprachkenntnissen nach dem Studium direkt wieder abschieben zu müssen - in Deutschland traut sich ja kaum jemand, sich eine nationale Elite zu "leisten". Andere Länder wie Frankreich haben ein etabliertes System (grandes écoles z.B.), um sich einen Pool an hervorragenden Kräften für Wirtschaft und Politik zu züchten. Hier macht man aus der Chancengleichheit eine Gleichheit im Mittelmaß, Eliteschulen oder Unis gibt es hier ja keine, weil sie politisch nicht gewollt waren/sind.

Mist so spät schon, ich muss in die Redaktion, Arbeit *seufz*

Gruß, §ha
Ich gehöre ab dem 1.September zur Welt der Arbeitslosen s-) Dann endet nämlich mein Praktkum und ich hab mich noch um keins hier in Deutschland bemüht, weil ich ja eigentlich hier weg will :-p
Jedenfalls freue ich mich endlich etwas mehr Zeit für mich zu habe - die letzten Wochen waren echt stressig und ich hab nur die Hälfte von dem erledigen können, was ich eigentlich müsste. Falls sich das mit dem Ausland erledigt, werde ich mich sofort hier in Deutschland bewerben und auf die Suche gehen. Lange zu Hause rumhocken kann ich gar nicht. Da fühlt man sich irgendwie sehr unkreativ. Von daher werd ich meine arbeitsfreie Zeit erstmal genießen solange sie da ist.
Das ist natürlich kein Vergleich zu denjenigen, die wirklich auf einen Job angewiesen sind. Diejenigen, die sich bemühen und lange nichts finden, tun mir am meisten leid :-/

:-e
Ich war nach dem Abi rund 3 monate arbeitslos, oder wie auch immer man das nennen will ...

der tertiäre wirtschaftssektor, also das dienstleistungsgewerbe macht bereits +2/3 des deutschen BIP%27s aus .. allerdings ist dieses ja nun wieder um 0,1%25 gesunken, wie in den 4 der 5 größten volkswirtschaften der EU ... über die gründe will ich hier, also (noch) nicht ökonom nix sagen, das sollten leute tun, die sich damit auskennen ;) ... allerdings sehe ich den fehler im bildungswesen nicht an den unis, sondern eher im bereich kindergarten ( so müssen kindergärtner/innen in schweden studieren) .. als auch in grund- und weiterführender schule .. aber auch in der mentalität der deutschen schüler + gesellschaft, in der bildung kaum noch anerkannt oder erstrebenswert scheint ...
jaja ich gehöre jetzt auch ca. ne woche zur masse der bevölkerung, seh das ganze aber nicht ganz so schlimm da der wundervolle staat mir meinen gewerbeschein gelassen hat :-aua.

Bad
Hatte letztes Jahr auch schon das Vergnügen zur breiten Masse der Bevölkerung zu gehören, aber Gott sei Dank nur einen Monat lang. Wäre ich auf das Geld dafür wirklich extrem angewiesen gewesen (wegen Essen, Miete o.ä.), wär ich ganz schön aufgeschmissen gewesen, da sich der Staat damit echt sehr viel Zeit gelassen hat. 3 Monate danach hab ich erst Geld bekommen. Und ständig irgendwelche Briefe von wegen "Wir brauchen dies noch. Wir brauchen das noch.", obwohl alles schon mehrfach zugeschickt bzw. hingebracht worden ist. Natürlich bezahlt mir solche Kosten niemand. Fand ich echt der Hammer.

Wünsch allen, die davon betroffen sind, bald wieder neue Arbeit. :-love Net aufgeben!

Bye and big :-love
:-1101
Arbeitslos ist so ne sache ich war in den letzten 2 Jahren immer wieder mal zwischendurch nicht wirklich Arbeitslos. Sollte einen das Schicksal ereilen seinen Job zu verlieren sollte man wenigstens erstmal einen "Nebenjob" annehmen. Sei es auf 400€ oder halt etwas schwarz machen, denn selbst bei solchen Jobs kann man noch was für sein Leben später mitnehmen. Ich hab z.B als Werbekaufmann,Barmann,Verkäufer(H&M*fg*),Elektriker und Buchhalter für nen Marktschreier gejobbt und hab doch einiges gelernt. Und da heutzutage eh die "flexibilität" immer so angepriesen wird. Man könnte es natürlich auch als "nicht bodenständig" ansehen, aber hatte auch etwas pech bei den jeweiligen Firmen.
also ich war nach meinem studium 2 monate arbeitslos und habe kein arbeistlosen geld bekommen, angeblich weil ich vorher nicht genügend beiträge gezahlt habe bzw. geld verdient hatte, die mir den anspruch eben automatisch hätten zugesichert.haben mir 2 personen bestätigt.dann war ich beim sozialamt weil das arbeitsamt ja auch nicht die krankenversicherung bezahlt hat.das sind im monat 125 euro, die man bezahlen muss, wen man eben freiwillig versichert ist. durch eltern geht bei mir nicht mehr, dazu bin ich schon über das höchstalter hinaus.dann habe ich eben vom sozialmat das geld an die krankenkasee überweisen bekommen.heute erfahre ich dass das sozialamt dafür gar nicht zuständig gewesen wäre, sondern ich hätte eben arbeitslosengeld kriegen müssen.haben also 2 beamte geschlampt.hatte damals auch mehrmals nachgefragt warum ich kein geld bekomme, aber irgendwann muss man s ja hinnehmen.tja, jetzt habe ich was anderes beantragt u. das eben funktioniert nicht, weil mir falsche auskünfte gegeben wurden, morgen werde ich noch mal hin und auch die verantwortlichen noch einmal zur rechenschaft ziehen.

die machen mit einem echt was sie wollen.
Gehört ihr dazu?
Das war mal und kann evtl. auch mal wieder werden.
Wenn ja wie lebt ihr damit?
Man macht das Beste aus der Zeit. In dem Zeitraum von etwa 12 Monaten hatte ich die ständige und somit sinnlosen Sucherei eher eingeschränkt und eher was für die Referenzen getan. Einige Schulungen besucht, Kurse belegt und privat (nicht-)spezifische Kenntnisse angeeignet. Die Bewerbungsmappe wurde etwas dicker und interessanter dokumentiert für den zukünftigen Arbeitsgeber.
Ich stelle mir das Leben ohne richtige Arbeit aber richtig langweilig vor.
Wenn man nichts tut, dann ist es auch überwiegend der Fall.
Wie sieht es bei euch aus?
Momentan gut, danke der Nachfrage. ;)
Macht es euch Spaß das Leben in vollen Zügen zu genießen und keinen Gedanken an Arbeit zu verschwenden oder gehört ihr doch zu der Sorte Menschen die ohne Job einfach nicht sein können und darunter leiden arbeitslos zu sein?
Ich würde mich zur ersten Sorte und nur bedingt zur anderen Sorte zählen. Sicher ist einerseits das Entspannen und die arbeitsfreien Gedanken etwas Gutes, aber auch nur dann wenn ich überwiegend die Zeit für die Zukunftsplanung sinnvoll nutzen kann; vor allem hat man dadurch auch die Qual der Wahl alá "Schreibe ich weiterhin 10 schlechtere Bewerbungen oder besuche ich einen Kurs, wo man fast perfekte und ausgefeilte Bewerbungen tippen kann?" und Kurse auf der VHS u.a.
Ja, ich kann ohne Arbeit leben; aber nicht jahrelang und aus finanzieller Sicht sowieso nicht.
Ich selber war zum Glück noch nie wirklich arbeitslos. Zwar habe ich einen Monat lang auf freiberuflicher Tätigkeit gearbeitet aber das kann man ja nicht arbeitslos nennen *g*

Ich denke, gerade in der heutigen Zeit ist es immer noch sehr wichtig, das man sich von der Masse abhebt, und wirklich mehr als sein Bestes gibt. Ich denke, auf kurz oder lang wird es einem sonst nicht erspart bleiben, irgendwann um den Job fürchten zu müssen.

Die Globalisierung schreitet jeden Tag weiter voran und viele von uns werden in den nächsten Jahren mindestens einmal den Job verlieren - vielleicht werden einige von uns sogar keinen weiteren Job mehr finden. Aber solange wir alle nicht resignieren sondern weiterhin nach vorne blicken können, ist nichts verloren.

Das Ende beginnt mit der Hoffnungslosigkeit - glaubt an Euch, auch wenn die 100ste Absage kommt. Ich weiß es ist schwer aber nur der Geduldige kommt voran.

Das war mein Wort zum Sonn... äh...Dienstag ;-)

:-ghost