Freiheit
Ich kann dich lieben oder hassen
Ganz wie du willst. (Kann dich auch lassen.)
Und du kannst schweigen oder sprechen.
Ganz wie du willst. Daran zerbrechen
Werd ich nicht mehr. (Ich kann auch gehn.)
Ganz wie ich will, wird es geschehn.
***
Atemlos (con sordino)
Ich habe keinen Atem mehr
Für jenes Wort, das einst hieß Liebe.
Von dir zu mir geht nichts mehr her.
Wir sind jetzt aneinander Diebe.
Wir stehlen uns das Leben fort,
Das liebe Leben, ach, mein Leben!
Nur einmal noch das schöne Wort
Mit Wahrheit sagen und erbeben.
Nur einmal noch im Taumel sein,
Berauscht, geblendet und gebogen,
In einer fremden Nacht allein
An einen fremden Leib gesogen
Mit diesem Übermaß von Glück
Und fühlen: es ist LiebeLiebe.
Dann hin und wieder gehn ein Stück
In fremder Stadt. Und Wind durchtriebe
Unter Platanen warm die Nacht.
Und weiß das Licht der Kandelaber,
Das Höhlen aus den Bäumen macht.
In dieser Nacht gibt es kein aber
Wenn es Liebe ist, weh mir!
Der mich umfängt, wird mich auch meinen.
Und nichts mehr zwischen mir und dir.
Tot ist die Liebe, um zu weinen.
***
Leben
Ich falle nicht aus Gottes Hand.
Ich halte mich. Ich bleibe fest.
Wann immer mich das Leben fand
Und würgte mich. Ein Rest
In mir blieb ungerührt.
Verführt
Vom Leben, lebe ich.
Und wirft%27s mich:
Ich erhebe mich.
***
Immer
Ich liebe immer.
Die Entzückungen der Seele,
Die in ein Auge sieht, das Antwort gibt,
Sie sind es, die ich schamlos stehle,
Und niemand weiß, wen ich geliebt,
Als nur der eine, den ich anseh
Für eine Stunde, einen Tag,
Und der mit eingeht in mein Fernweh,
Nach dem ich immer frag.
Thema
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