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Draußen

Draußen vor der Tür spielen die Kinder
Hörst du sie?
Nachts ist es immer noch dunkel
Und in der Küche riecht es nach Erbsensuppe
Mir wird schlecht
Wenn ich mich konzentriere sehe ich durch die
Fettaugen Dein Gesicht
Jemand sagt zu mir „lass los“
Tränen schmecken immer noch salzig
Und wenn ich mich anstrenge dann klappt das
Vielleicht auch mit dem Voodoo
Nadeln hab ich genug
Tagsüber ist es immer noch hell
Und auf der Arbeit hab ich gekündigt auf Lebenszeit
Ich falle nach unten
Wenn ich könnte würde ich Dich anrufen
Das Telefon steht neben dem Bett
Mein Kaffee wird kalt
Jemand sagt zu mir „wo willst du hin?“
Und mein Lachen ist gequält
Die Nachbarn grüssen nicht mehr
Wenn ich wollte könnte ich eine Bombe legen
Sprengsatz habe ich genug.
Draußen vor der Tür spielen die Kinder
Sie rufen nach Dir.
Seit gestern, sitze ich an diesem Deinem Gedicht und habe versucht Worte zu finden um irgendwie auszudrücken, wie ich es finde.
Es ist irgendwie so, dass ich mich fühle als wäre ich derjenige, der das geschrieben hat, nein falsch, nicht der das geschrieben hat, sondern derjenige der die Erbsensuppe riecht und das Geschrei der Kinder, nur kann ich nicht erklären wieso.
Ich habe das Gefühl dieses Gedicht, oder wie auch immer Du es selber bezeichnen willst, ist noch nicht zu Ende und das finde ich wirklich gut gelungen.

:-1001
Ich muss auch sagen,es für mich eins der besten Gedichte hier im Forum,gerade weil es sich nicht reimt,nicht geradlinig ist.Und der Inhalt,es hört sich an als ob du es ganz trocken schreibst,als ob es alles 08/15 wär...so schulterzuckend eben.Aber dann kommt der Sinn.Dann denkt man nach.Ich finde es echt gut,und meine letzte Frage wäre:Hast du es selber geschrieben?Ich hoffe ja,wenn...dann bitte mehr davon!

Lupinchen :)
Einmal hättest du mir zuhören sollen.
Nur ein einziges Mal.
Hättest Du mir einen Moment geschenkt.
Deiner Zeit.
Mein rechter Arm wäre noch mein rechter Arm.
Spielst dein Spiel.
Jämmerlich.
Geplättet
Mich mit Dir.
Dein Wissen ist begrenzt.
Beschränkt sich.
Auf
Dich.


Danke Euch:-)
hmmm, is von mir.
bin beeindruckt echt...sehr schön
Der Schutzengel

Du bist der Vogel, dessen Flügel kamen,
wenn ich erwachte in der Nacht und rief.
Nur mit den Armen rief ich, denn dein Namen
ist wie ein Abgrund, tausend Nächte tief.
Du bist der Schatten, drin ich still entschlief,
und jeden Traum ersinnt in mir dein Samen, -
du bist das Bild, ich aber bin der Rahmen,
der dich ergänzt in glänzendem Relief.

Wie nenn ich dich? Sieh, meine Lippen lahmen.
Du bist der Anfang, der sich groß ergießt,
ich bin das langsame und bange Amen,
das deine Schönheit scheu beschließt.

Du hast mich oft aus dunklem Ruhn gerissen,
wenn mir das Schlafen wie ein Grab erschien
und wie Verlorengehen und Entfliehn, -
da hobst du mich aus Herzensfinsternissen
und wolltest mich auf allen Türmen hissen
wie Scharlachfahnen und wie Draperien.
Du: der von Wundern redet wie vom Wissen
und von den Menschen wie von Melodien
und von den Rosen: von Ereignissen,
die flammend sich in deinem Blick vollziehn, -
du Seliger, wann nennst du einmal Ihn,
aus dessen siebentem und letztem Tage
noch immer Glanz auf deinem Flügelschlage
verloren liegt...
Befiehlst du, daß ich frage?

[Rainer Maria Rilke]


Komm zurück!


http://63.67.129.31/wb2/Screen/627100215.jpg
hey missy :-) .. auch wenn die gedichte/texte nicht alle von dir selbst sind, es ist mir immer wieder eine freude sie zu lesen.. großes lob an Dich... ;-)

liebe grüße, maria
Kleine glitzernde Perlen
Umwinden große Erwartungen
Schnüren die Kehle
Halte still
Die Sehnsucht fängt sich im Nichts
Umkreist Deine Adern
Purpurrot bedroht
Den Absprung im Hier
Vertan
Rollende Köpfe denken queer
Haben ihre liebe Last mit Knoten
Messerscharfe Hände erfüllen
Die Erlösung
Dann
Stille.
Eine andere Art von Rache
Ist die Schuld
In jenen zu suchen
Die lieben
Unverrichtet
Die Arbeit der Trauer
Müssen jene leiden
Weil man
Ist.
Etwas finden
Das man nicht gesucht hat
In winzigen
Kämmerchen
Eingekesselt
Von Irrglauben und
Der falschen Sucht nach Trost
Führt zum
Tod
Ausweglosigkeit im Finden
Schon verurteilt zum Aufgeben
Bevor es begann.


hands clean

Wenn du nicht so erwachsen wärst, dann wär das ganze hier sowieso nie passiert.Und wenn du nicht um einiges weiser als dein Alter wärst, dann hätt ich mich unter Kontrolle halten können.Wenn ich nicht aufmerksam gewesen wäre, hättest du keinen Erfolg gehabt.Wenn%27s nicht ich gewesen wäre, wärst du nie so weit gekommen.Mein Gott.Das alles hier hat das Zeug, eine echte Katastrophe zu werden.Aber das scheint dich ja nicht zu kümmern.Sag bloß keinem was davon.Und drück bitte beide Augen zu.In ein paar Jahren wird außer uns beiden sowieso keiner mehr was davon wissen.Ich werde deinen Wunsch, dich in Ruhe zu lassen,
respektiert haben.Und du wirst deine Hände in Unschuld waschen.Im Grunde bist du mein Angestellter und mir gefällt es, dass du von mir abhängig bist.Irgendwie bist du mein Schützling, und irgendwann wirst du sagen, dass du alles, was du kannst, von mir gelernt hast. Ich weiß, dass du auf mich angewiesen bist wie ein Jugendlicher auf einen Mentor und ich weiß, dass du mich heiß machst wie so ein junger Kerl, und ich glaub mir gefällt das.Wer entscheidet schon, was in unserer persönlichen Geschichte neuen Sinn macht, und was unter den Teppich gekehrt wird? Welcher Teil deines Gedächtnis selektiv arbeitet, und welcher für das Vergessen zuständig ist? Und was soll diese viel zu offensichtliche Distanz zwischen uns?Sorg dafür, dass keiner was von mir erfährt, am wenigsten deine Familie.Wir behalten das besser für uns und sagen keinem was davon. Auch nicht den engeren Freunden.Ich würde so gern allen davon erzählen, weil du so verdammt hübsch bist, wenn du dich zurecht machst.Und vielleicht heirate ich dich auch.Wenn du dein Gewicht
behältst.Und deinen knackigen Körper.

Alanis Morissette





counting teardrops

http://www.site-of-art.de/images/haende.jpg
hi Miss

immer, wenn ich die sachen lese, die du hier ins forum schreibst,sitz ich eine weile davor und denke darüber nach. manche gedichte sind so schön, dass einem schauer über den rücken laufen. andere so traurig, dass man einen kloß im hals hat, wenn man es gelesen hat. dazu kommen noch die bilder, die oft dabei stehen.....ich muss dir mal ein ganz dickes kompliment machen, mir gefällt das alles sehr...schreib nur fleißig weiter ;-)

:-love
catty
Danke Dir.
Freut mich.

lieben Gruß,
Melanie
Einmal schrieb er ein Gedicht.
Und nannte es „chops“,
weil so sein Hund hieß,
denn darum ging es und weiter nichts.
Und der Lehrer gab ihm eine „Eins“
Und einen goldenen Stern.
Und seine Mutter hängte es an die Küchentür
Und las es allen Tanten vor.

Einmal schrieb er ein anderes Gedicht.
Und nannte es <<Unschuld mit Fragezeichen>>,
weil so sein Kummer hieß
denn darum ging es und weiter nichts.
Und der Lehrer gab ihm eine „Eins“
Und fixierte ihn mit einem seltsamen Blick.
Und seine Mutter hängte es nicht an die Küchentür,
weil er es ihr nicht zeigte.

Einmal um 3 Uhr morgens, versuchte er noch ein Gedicht
Und gab ihm keinen Namen, absolut nichts,
denn darum ging es und weiter nichts.
Und er selbst gab sich eine „Eins“
Und einen ++++ an beiden feuchten Handgelenken ,
und er hängte es an die Badezimmertür, weil er es
zur Küche nicht mehr schaffte.

zitiert in: "Wenn es dunkel wird -zum Verständnis des Selbstmordes“ von Kay Redfield Jamison

das ist ein kribbelding.
irgendjemand hat es mal mit namen des autors im cw-forum gepostet, ich find%27s nur leider nicht so schnell. sollte ich mal wieder die uralt-threads da drüben durchforsten, dann halte ich auch mal danach ausschau :)
das wäre schön.
ich habe das oben genannte Buch gerade durchgelesen und dort war es eben zitiert.
es stammt von einem 12jährigem Jungen, der seine Gedanken 2 Jahre vor seinem Selbstmord niedergeschrieben hat.
Fand es nicht nur aufgrund des jungen Alters verstörend.
alles zu realistisch.anderorts hab ich`s auch schon mal "entdeckt" und jetzt durch Zufall wieder herausgekramt.
das BUch kann ich auch ans Herz legen,-wenn man das in dem Zusammenhang überhaupt sagen darf.
überhaupt,-sag mir was du liest-ich sag dir was du bist;).*fg*
*mal gespannt wartet*

und lieben Gruß entsendet,
Melanie
hm, mir ist so, als fehlten da noch ein paar zeilen - da ging es glaube ich auch noch um die veränderung der liebe seiner eltern ... naja, wie gesagt, wenn ich es finde, dann :-)
Vielleicht lieber Morgen

Auf einem gelben Stück Papier, grün liniert,
schrieb er ein Gedicht
Und er nannte es „Chops“
Denn das war der Name seinem Hundes
Und nur darum ging es.
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins
Und einen goldenen Stern
Und seine Mutter klebte es an die Küchentür
Und las es seinen Tanten vor
Das war das Jahr, als alle Kinder
Mit Father Tracy in den Zoo fuhren
Und sie sangen mit ihm im Bus
Und seine Schwester kam auf die Welt
Mit winzigen Zehennägeln und kahl
Und seine Eltern küssten sich oft
Und das Mädchen um die Ecke schickte ihm
Eine Valentinskarte mit vielen „X“-en
Und er fragte seinen Vater, was diese zu bedeuten hätten
Und sein Vater brachte ihn am Abend ins Bett
Und war immer da, um das zu tun.

Auf einem weißen Stück Papier, blau liniert,
schrieb er ein Gedicht
Und er nannte es „Herbst“
Denn es war gerade Herbst
Und nur darum ging es
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins
Und sagt, er solle präziser schreiben
Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür
Denn die war gerade frisch gestrichen
Und die anderen sagten ihm,
dass Father Tracy Zigaretten rauchte
Und sie in der Kirche fallen ließ
Und manchmal brannten sie Löcher in die Bänke
Das war das Jahr, als seine Schwester eine Brille bekam,
mit dicken Gläsern und schwarzem Gestell
Und das Mädchen um die Ecke lachte ihn aus,
als er mit ihr auf den Weihnachtsmann warten wollte
Und die anderen sagten ihm,
warum seine Eltern sich so oft küssten
Und sein Vater brachte ihn abends nicht mehr ins Bett
Und sein Vater wurde wütend,
als er ihn weinend darum bat

Auf einem Blatt aus seinem Notizbuch
Schrieb er ein Gedicht
Und er nannte es „Unschuld : Eine Frage“
Denn das war die Frage, die seine Freundin betraf
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins
Und sah ihn lange und seltsam an
Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür,
denn er zeigte es ihr nicht
Das war das Jahr, als Father Tracy starb
Und er vergaß, wie das Glaubensbekenntnis ging
Und er erwischte seine Schwester,
wie sie hinterm Haus herumknutschte
Und seine Eltern küssten sich nicht mehr
Und schwiegen sich an
Und das Mädchen um die Ecke trug zu viel Make – Up
Sodass er husten musste, wenn er sie küsste,
aber er tat es trotzdem,
weil es das war, was man halt tat
Und um drei Uhr morgens brachte er sich ins Bett,
während sein Vater nebenan schnarchte

Auf einem Stück brauner Papiertüte
Versuchte er sich an einem Gedicht
Und er nannte es „Absolut nichts“,
denn nur darum ging es wirklich
Und er verpasste sich selbst eine Eins
Und einen ++++ in jedes Handgelenk
Und er klebte es an die Badezimmertür,
denn er glaubte nicht, dass er es noch
bis zur Küche schaffen würde


[es gibt ein Buch, das heißt da "Vielleicht lieber Morgen", von dem Autor Stephen Chbosky, daraus ist das "Gedicht" wohl entnommen]

http://www.dtp-akademie.de/fra/redakteure/pleyer/images/melancholie_mittel.jpg

gerade les ich aber mal wieder den Rilke (Gesammelte Werke*g*), etwas wärmer für`s Gemüt.:-)
ja, genau das ist es! die version meinte ich.

rilke ist one of my favs. und er hat eins der tiefgehendsten liebesgedichte geschrieben - aber das kennt wohl eh schon jeder und paßt nicht in diesen thread ;-)
[i]Das Original von Chbosky habe ich sogar ausgedruckt, wie ich es mit allen Gedichten machen, die ich finde und die mich berühren oder anders ansprechen.
Und die gesammelten Werke von Rilke hab ich auch, weil Sonderangebot *grins*
Wollte nur mal prahlen, weil ich auch was kenne ;-)
Achja,Miss, finde es wirklich schade, dass du nicht für jedes Gedicht einen eigenen Thread eröffnest, verdient hätten sie%27s... [/i]