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sie&ich

Manchmal schaue ich in ihr Gesicht.Ich kann sie sehen wenn sie mir über die Schulter schaut, im Spiegel. Sie kratzt mir oft ihre Nägel in den Rücken oder sie ist einfach nur still, mit stummen Mund und schweigt mich an.Oder sie setzt einen Schrei mit geweitetem Mund an, wie in dem Bild von Munch.Sie formt es.Jedenfalls male ich mir das in meinen Gedanken aus, sie wird nicht laut.Ab und an begegne ich Einer von ihr in der U-Bahn, auf dem Weg in die Stadt oder am See.Sie verfolgt mich.Täglich schaue ich in ihre vielen Gesichter.Immer umspielt ein sanftes Lächeln ihren Mund, sie ist freundlich, aber bestimmt.Viele sehen aus wie sie.Sie besitzt eine stattliche Größe die dem Durchschnitt nicht abweicht, bei ihr liegt alles in der Norm.Sie wird eine gute Mutter.Andere nennen sie konventionell, gewöhnlich.Sie kann kochen, nicht nur Dosensuppe.In ihrer Nähe fröstelt es mir, ständig hat sie ein leichtes Spötteln in ihrer Stimme, aber alle lieben sie.Ihr Name bedeutet Unschuld, ich bin die Schwarze.
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Spiegelgedichte


I.
Identität

Wer will nicht im Spiegel
Heute
Das Gesicht von gestern sehen.
Wie beständig die vergänglichen Dinge,
eine Mütze oder ein Uhr,
die Du wiedererkennst.
Du musst es sein, die diese Mütze trägt,
und wirklich, Du bist`s.
Du findest Dich wieder
An der Farbe
Einer Baskenmütze.

II.
Nicht angeseilt

Für Dich sind die Stunden
Lauter Stufen mit Geländer,
Dir kann nichts geschehen,
Du wie alle
Angeseilt an einen Zweck
Keiner bleibt stehen.

Nur ich
Bringe die Zeit hin
Vor meinem Spiegel,
weggewandt,
mich vor dem fremden Gesicht
zu fürchten.


III.
Tapferkeit

In den Spiegeln
Auf den Hoteltreppen
Unser wechselndes Bild.
Immer die Geste der Tapferkeit,
das zuversichtliche
Wippen des Rocks.
Halte Dich gerade.
>>Die Krankheit<<,
sagt man dem Kranken,
>>trägt sich leichter,
wenn Du Dich gut frisierst.<<

[Hilde Domin]
alone

From childhood%27s hour I have not been
As others were; I have not seen
As others saw; I could not bring
My passions from a common spring.
From the same source I have not taken
My sorrow; I could not awaken
My heart to joy at the same tone;
And all I loved, I loved alone.
Then–in my childhood, in the dawn
Of a most stormy life–was drawn
From every depth of good and ill
The mystery which binds me still:
From the torrent, or the fountain,
From the red cliff of the mountain,
From the sun that round me rolled
In its autumn tint of gold,
From the lightning in the sky
As it passed me flying by,
From the thunder and the storm,
And the cloud that took the form
[When the rest of Heaven was blue]
Of a demon in my view.

Edgar Allan Poe
.....ist mal wieder sprachlos....