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Und die Tore öffnen sich...

Lange Zeit lebte ich in einer Welt, die ich nicht anders kannte. Ich ging von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde und tat das, was das Schicksal von mir erwartete, was die Menschen von mir erwarteten. Mir machte es nichts aus, mein Leben, voller Höhen und Tiefen, war eben mein Leben. Es war das Schicksal, was mir zugewiesen worden war. Ich war zufrieden und glücklich, manchmal auch zu zielstrebig und ehrgeizig doch insgesamt zufrieden.

Größtenteils schien die Sonne auf mich hinab. Ich wußte sie gar nicht zu schätzen, schien sie doch auf mich häufiger als auf viele andere Menschen. Manchmal war die Sonne bedeckt und einige Male regnete es sogar, doch das gehörte zum Spiel des Lebens dazu, und ich war zufreiden.

Doch vor einigen Monaten zogen dunkle Wolken in mein Leben. Wolken, die ich so bisher nie gesehen hatte und ein mulmiges Gefühl beschlich mich leise und stetig. Doch ich hatte viele Höhen und Tiefen durchlebt, auch das würde ich überstehen. So stellte ich mich dem Dunkel der Nacht, dem Grollen und den Blitzen, die immer bedrohlicher wirkten.

Nach einigen Monaten stellte ich fest, daß meine Kraft schwand und das Gewitter von Tag zu Tag stärker wurde. Ich fiel auf meine Knie und konnte mich kaum noch auf meinen Beinen halten. Zwischendurch fing ich an, Medikamente zu nehmen um mir vorzustellen, die Sonne sei noch da, doch wirklich geholfen hat mir dies nicht. Konnte dies mein Ende sein? Konnte ich am Ende sein?

Nein - ich widersetzte mich. Das allererste Mal tat ich etwas, was nicht in meinem Schicksal geschrieben stand. Ich rannte dem Sturm entgegen. Mit lautem Schreien und einer ungeheuerlichen Wut rannte und rannte ich. Immer weiter, immer schneller dem Sturm entgegen. Viele Blitze trafen mich und verbranten meine Haut, die Regentropfen durchnässten mein Kleidung und machten mich langsamer und langsamer.

Und kaum als ich glaubte, es ginge nicht mehr, stand ich vor zwei riesigen Toren, die sich wie ein Weg in eine andere Welt vor mir aufzubauen schienen. Ich hatte Angst - ich habe Angst. Denn nun weiß ich, daß ich einen neuen Weg in meinem Leben einschlagen werde. Ein Weg, in dem Du bei mir bist. Und ich weiß, mir wird nichts passieren.

Und die Tore öffnen sich...leb wohl Vergangenheit...

ghostwalker
Viel Glück und Kraft bei allem, was nun kommen mag! ;-)