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Die Glasglocke

Das Sehnen macht sich
körperlich
bemerkbar.
Da wo mal ein Arm
eine Hand war,
ist Nichts.
Amputiert.
Das Herz hat
Irgendjemand
Irgendwann
mitgenommen,
und sich damit aus dem Staub
gemacht.
Denken?
Funktioniert nicht.
Jeder Millimeter der trennt
muß
eliminiert werden.
Jede Zugfahrt,
Gedanken.

Ein Störfaktor,
alles was trennt
Störfaktoren.
Mit jedem Kilometer wird die
Entfernung größer.
Das Sehnen kann nicht
überbrückt werden.
Der Vorhang vor Deinen Augen
macht auf,
macht zu.
Du fährst
Alles fährt
Aber es sickert
+
-
0
hindurch
Du bist taub,
in Watte gepackt.
Man kann durch Wände gehen
in Gedanken,
möchte die Mauern einreißen,
aber die sind aus Gips.
Dort ist Leere
die
Nichts
Niemand
füllen wird.
Sofort
s
p
r
a
n
g Alice
hinterher,
ohne sich auch nur
eine Sekunde den Kopf
zu zerbrechen,
wie sie da je wieder
herauskommen sollte.
Alles eine Frage der Zeit
Sie sagen Dir
Schau Dich nicht um.
Da hast Du Dich
längst
schon
umgedreht.
ein sprung
ins nichts
ist
ein sprung
in die ewigkeit.

.....
´till the end

completely lost
[...]In der parallelen Welt sind die physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt. Was aufsteigt, muss nicht unbedingt wieder herunterkommen; ein Körper in Ruhestellung hat nicht die Tendenz, in Ruhestellung zu bleiben; und man kann nicht davon ausgehen, dass jede Handlung eine gleichwertige entgegengesetzte Reaktion hervorruft. Auch die Zeit ist anders. Sie kann im Kreis laufen, rückwärts fließen und von jetzt auf später springen. Die Anordnung der Moleküle an sich ist fließend: Tische können Uhren sein, Gesichter Blumen.
Das allerdings sind Fakten, die man später herausfindet.
Ein weiteres merkwürdiges Kennzeichen der parallelen Welt ist, dass sie zwar von dieser Seite aus unsichtbar ist, dass man aber, wenn man einmal drinnen ist, die Welt, aus der man gekommen ist, mühelos sehen kann. Manchmal sieht die Welt, aus der man gekommen ist, riesengroß und bedrohlich aus und zittert wie ein ungeheurer Haufen Wackelpudding; zu anderen Zeiten wirkt sie verkleinert und verführerisch und dreht sich glänzend auf ihrer Umlaufbahn. In jedem Fall kann man sie nicht ignorieren.[...]


Textauszug aus: "Seelensprung" von Susanna Kaysen
ist n interessanter gedanke....
aber von was hängt es ab, wie man die welt sieht, aus der man gekommen ist? Wann sieht man sie schön, wann nicht?
Ich denke von der geistigen Verfassung eines Jeden, kann es aber nicht wirklich beantworten.Es gibt keine Grenzen.Meist sieht die Realität allerdings ziemlich verzerrt aus.
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http://www.neuroticpoets.com/plath/images/madgirl.jpg
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Ulme

Ich kenne den Grund, sagt sie.
Ich kenne ihn durch meine große Pfahlwurzel.
Du fürchtest ihn.
Ich fürchte ihn nicht: weil ich dort war.

Hörst du das Meer in mir,
ruhelos?
Oder die Stimme aus Nichts, die dein Wahnsinn war?

Liebe, ein Schatten.
Wie du liegst und ihr nachweinst.
Hör nur: das sind die Hufe: sie ist fort, ein Pferd.

Ich werd die ganze Nacht so galoppieren, schneller, schneller,
bis dein Kopf ein Stein ist, dein Kissen ein Stück Torf,
tönend, tönend.

Oder soll ich dir den Klang der Gifte bieten?
Das jetzt ist Regen, die weite Ruhe.
Und das seine Frucht: zinnweiß wie Arsen.

Ich habe jede Qual des Sonnenuntergangs ertragen.
Verdorrt bis zur Wurzel
brennen meine roten Fasern; sie stehn: eine Handvoll Draht.

Ich breche in Stücke, die mich umfliegen wie Keulen.
Ein Wind von solcher Wucht
wird kein Herumstehn dulden: ich muss kreischen.

Auch Luna ist gnadenlos: die Unfruchtbare
will mich grausam schleifen.
Ihr Strahlen vernarbt mich. Vielleicht hab ich sie ergriffen.

Ich lass sie gehn. Ich lass sie gehn,
vermindert, flach, nach radikaler Chirurgie.
Wie deine bösen Träume mich beherrschen, kleiden.

Ich bin bewohnt von einem Schrei.(font2)*(/font2)
Nachts flattert er aus
und sucht mit Haken nach etwas zum Lieben.

Mich schreckt dieses dunkle Ding,
das in mir schläft;
tagsüber fühl ich sein weiches, gefiedertes Drehen, die Bösartigkeit.

Wolken ziehen, zerstieben.
Sind das die Gesichter der Liebe, so bleiche
Unwiederbringlichkeiten? Schlägt dafür mein Herz?

Ich fasse nicht mehr.
Was ist das, was für ein Antlitz,
so tödlich erstickend zwischen den Zweigen?

Dessen Schlangensäuren zischen
und den Willen lähmen. Es ist der abgetrennte, lahme Mangel,
der tötet, tötet, tötet.


©Sylvia Plath
[dt.Übersetzung Erich Fried]

(font2)*meine Lieblingsstelle(/font2)
Hörst du das Meer in mir,
ruhelos?
Oder die Stimme aus Nichts, die dein Wahnsinn war?

/

Wolken ziehen, zerstieben.
Sind das die Gesichter der Liebe, so bleiche
Unwiederbringlichkeiten? Schlägt dafür mein Herz?


das sind die stellen die mir am besten gefallen ...
ich glaube, es gibt gar keine Realität in dem Sinne... Es gibt nur verschiedene Wirklichkeiten, die von Menschen verschieden angesehen und mehr oder weniger mit dem Wort "Realität" betitelt werden... Aber die meisten glaube denk ich sowieso an etwas anderes...
...ja,denke ich ebenfalls.Manchmal wunder` und staune ich nur, was für Welten doch zwischen manch anderer u. meiner Realität liegen.Manchmal liegt noch nicht einmal eine Welt dazwischen...Habe da einen ganz netten Text, den ich aber irgendwie verschlampt habe, werde ihn `mal suchen.Hatte mir mal Jemand gegeben, den ich in seine Realität u. zurück zum Teufel gejagt habe.Return to sender, sozusagen.;-)
Dieselbe Sonne

heute ist es so und morgen alles anders
eben wars noch hier und kurz darauf verschwand es
wir laufen nebeneinander und doch gehen wir alleine
du gehst in deiner welt und ich durchstreife meine
alles was ich gesehen habe kannst du nicht mal denken
und hätte ich die möglichkeit ich würd dir alles schenken
doch eins ist klar so sonderbar das klingt
ich glaube nicht dass das irgendetwas bringt
denn ich stehe für vergangenheit
und das heisst es fehlt die möglichkeit
den vielen kleinen dingen im leben
die entscheidende richtung zu geben
wir stehen beide hier doch leben wir in andern zeiten
und keiner kann diese grenze überschreiten
keiner kommt rüber zum andern
denn diese welten laufen parallel zueinander
egal wohin ich gehe ich nehm dich immer mit
und vergangenheit folgt auf schritt und tritt
ich bin wie feste zeit momente die erstarrt sind
wie flüssige luft wie eine lebende gruft
und egal aus welcher richtung ichs betrachte
es wird immer wieder das was ich vorher schon dachte
du siehst ich bin gebunden
an meine bilder und an meine wunden
ich bin wie die sterne
die da leuchten ganz oben in der ferne
du kannst sie immer noch sehen
ihr licht dringt bis hierher
aber einige von ihnen gibts schon lange nicht mehr
verstehst du was ich sagen will
mit all den worten
ob es laut ist oder still
es bleibt dir doch verborgen
siehst du was ich meine mein sohn
es ist die selbe sonne die scheint
aber das wars auch schon.

Verfasser mir leider unbekannt
anhand von dem text erkennt man gut, was mit dem ausdruck "wir leben in verschiedenen welten" gemeint ist. Gefällt mir sehr gut. Ich meine, wie ist das eigentlich: kann man in verschiedenen welten leben udn sich trotzdem gut verstehen?