Hier etwas, was ich nach einiger Zeit wiedergefunden habe...
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Klamme Hände, kalt wie der tot, legen sich um meine Kehle und drücken zu.
Ich schnappe nach Luft, verzweifelt, winde mich in dem harten Griff, doch ich kann nicht entkommen. Die Finger, die sich in meinen Hals bohren sind lang und knochig. Eine Skeletthand, stark und unheimlich, unerbittlich in ihrem Tun. Ich bin ihr Opfer. Ich kenne sie, kenne das Gefühl, wie sie mir langsam die Luft abdrückt, ganz langsam. Ich versuche wie immer zu schreien, doch ich bleibe stumm. Mein Mund ist geöffnet, doch kein Ton dringt über meine bleichen Lippen. Meine Lungen schmerzen, verlangen nach Luft, doch ich kann nicht atmen. Meine Augen sind weit aufgerissen, doch das Bild tanzt, verschwimmt immer wieder, klärt sich kurz und wird dann wieder unklar. Ich höre nichts, nur brüllende Stille in meinen Ohren, in meinem Kopf, ich kann hören, wie sich meine Gedanken überschlagen. Mein Körper ist längst taub, nutzlos, doch ich bin noch nicht tot. Ich fühle die Hände, eiskalt und hart, spüre, wie sie meine Haut aufritzen, mich verletzen, mich ersticken. Ich kenne sie gut. Sie kommen immer wieder. Es ist immer gleich. Immer der gleiche Schmerz. Schmerz ist ihr Name und sie sind die Hände der Erinnerung. Die Erinnerung vergisst nicht, sie findet mich immer, verfolgt mich wie ein zweiter Schatten, unsichtbar, schleichend um plötzlich über mich her zu fallen und mit ihren Hände namens Schmerz nach mir zu greifen. Ich kann ihr nicht entkommen. Ich kann sie nie sehen. Ich kann sie nur fühlen und das was sie mit sich bringt. Und jedes Mal ist es die Hölle. Alle Bilder, alle Gedanken, alle Worte, alles trägt sie mit sich und zeigt es mir, zwingt mich, ihr zuzuhören, nimmt mich in ihren eisernen Griff. Erbarmungslos. Sie ist mein dunkles Gespenst, meine Furcht, mein Schicksal der Vergangenheit und lässt mich nicht los.
Ich weiß nicht, warum sie das tut. Warum sie mich mit all dem Schrecken verfolgt und nicht aufgibt. Ich fürchte mich und weiß mich nicht zu wehren. Die Hände sind zu stark und überwältigen mich immer wieder. Jedes Mal frage ich mich, ob es diesmal das Ende sein wird. Ob ich durch sie ersticken und sterben werde. Ob ich nicht stark genug bin, mich ihnen zu stellen. Denn jedes Mal, wenn sie mich verlassen, wenn ich mich irgendwie freigekämpft habe, wenn sie sich aus irgendeinem Grund wieder zurück ziehen und auf die nächste Gelegenheit warten, falle ich auf die Knie und bin am Ende. Endlich strömt dann Luft in meine Lungen, füllt sie schmerzhaft und erleichtert.
Doch diesmal ist es anders.
Die Hände drücken stärker, qualvoller, grausamer zu. Unerbittlich und beständig. Blitze tanzen vor meinen Augen, das Bild verschwimmt mit ihnen, wandelt sich, wird von einer dunklen Finsternis verschluckt und stirbt. Mein Herz stolpert über sich selbst und ich spüre jeden Schlag schmerzhaft genau dort, wo sich die Knochenfinger in meine Kehle bohren. Ich spüre warmes Blut, keuche stumm, will flehen, schreien, doch es geht nicht. Meine Gedanken zucken verzweifelt im Todeskampf. Ich spüre die Erinnerung in meinem Nacken, ungeduldig und erzürnt, dass ich mich ihr nicht stellen wollte. Ich kann ihren Atem auf meiner Haut fühlen. Eiskalt und schicksalsschwer.
Es wird der letzte Kampf sein. Sie hat lange genug gewartet, gespielt und will jetzt abrechnen. Ich bin zu schwach.
Doch plötzlich spüre ich die Anwesenheit von etwas anderem. Ich bemerke, wie die Erinnerung zusammenzuckt, als sie es ebenfalls bemerkt. Ihre Hände lockern sich jedoch nicht. Der Schmerz bleibt.
Plötzlich bricht ein warmes Licht durch die Finsternis vor meinen Augen. Ich sehe etwas, kann es noch nicht genau erkennen. Angstvoll will ich nach Luft schnappen, doch es geht noch immer nicht. Ich spüre einen warmen Hauch aus der entgegen gesetzten Richtung, direkt vor mir. Das Bild wird klarer. Ich sehe eine Bewegung, fühle sie in meinem Kopf, wie sie meine wirbelnden Gedanken durchbricht und aufmerksam macht. Noch immer in der Umklammerung der Erinnerung, die mich eifersüchtig weiter hält, reiße ich die Augen weiter auf um besser zu sehen.
Ich sehe Hände, schon wieder Hände.
Sie strecken sich mir entgegen. Sie sind nicht aus Knochen, sondern aus flüssigem Licht, durchscheinend wie ein Traum, doch ich kann ihre Wärme fühlen und ihre Stimme singen hören. Zu wem gehören sie? Ich kann es nicht sehen. Sehe nur diese Hände, die die Dunkelheit sanft beiseite schieben und sich mir entgegenstrecken, die Handflächen mir zugewandt. Sie locken, sie verheißen, sie wollen mich trösten und wollen mich schützen. Wollen die Erinnerung vertreiben und sie bekämpfen. Lichte Bilder tanzen plötzlich in meinem Kopf zu einer fremden, wunderschönen Melodie, die ich längst vergessen geglaubt hatte. Ich erinnere mich an ihren Namen. Der Name, zu dem auch die Hände aus Licht gehören.
Hoffnung.
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endless lost
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