so sehr du dich auch anstrengst, dem Schicksal kannst du dich nicht entziehen ...
das denke ich aber mitlerweile sehr sehr wohl... vor allem mit hilfe von tarot...
Ja, das Schicksal ... darüber zu diskutieren ist mühsam, da scheinbar jeder eine andere Vorstellung davon hat, was das Schicksal eigentlich ist - der Begriff ist nicht klar definiert.
Dein Einwurf hat mich mal wieder zum Nachdenken gebracht, Peife

Zuerst dachte ich, dass sich in deinem Satz ein Widerspruch findet - nach etwas Überlegung ist es aber nur dann der Fall, wenn man den Begriff Schicksal ganz hart definiert als bedingungslose Vorherbestimmung - Schicksal als "so, wie es kommt, muss es kommen, ohne Wenn und Aber". Nach dieser Definition wäre es widersprüchlich, gleichzeitig daran zu glauben, dass dieser klar vorbestimmte Weg doch irgendwie beeinflusst werden könnte. Man könnte - ausgehend von der harten Definition - noch sagen: gut, dann ist diese Situation, das Erfahren der eigenen Zukunft und die anschliessende Änderung des Weges, eben AUCH Teil des Schicksals, es musste so kommen, damit das wirkliche vorbestimmte Ziel erreicht wird. Allerdings müsste dann ja das Tarot eine Lüge erzählen - das Schicksal selbst also müsste eine Lüge produzieren, was wiederum nur erklärbar wäre, wenn man ein höheres Wesen einführt, das manipulativ eingreift (wobei ich hier nicht Gott meine, denn im christlichen Glauben gibt es den freien Willen, Gott manipuliert nicht).
Bei dir scheint der Schicksalsbegriff weicher definiert zu sein - was dir das Tarot zeigt, ist EINE von VIELEN möglichen "Zukünften" - dein Weg ist zwar bestimmt, aber führt nicht auf ein vorbestimmtes Ziel zu - du bewegst dich eher von Station zu Station. Bsp.: Ohne Tarot liefe dein Weg unweigerlich darauf zu, dass du in zwei Tagen Streit mit deinem Chef bekommst und deinen Job verlierst. Das wäre dein Schicksal. Nun erhältst du durch das Kartenlegen Kenntnis davon, wie deine Zukunft aussieht - und vermeidest Streit mit wichtigen Personen. Dein Weg führt dich nun zu einer anderen Station - die allerdings auch zwingend so kommen muss, wie sie dann eintrifft (das zeigt uns die Kausalität). Aber für dich gilt erstmal nicht "so sehr du dich auch anstrengst, dem Schicksal kannst du dich nicht entziehen".
Glaubt man an Gott, sieht man es ähnlich - aber der zitierte Satz hat dennoch Gültigkeit. Gott kennt die Zukunft, er weiß, wie dein Ziel aussieht. Gibt es dann überhaupt einen freien Willen, wie ich es doch oben schrieb? Ja. Denn mir, dem Menschen, ist der Weg unbekannt, ich habe immer noch die Freiheit der Entscheidung. Somit bewegt sich auch ein Christ von Station zu Station, auf ein Ziel zu, das ihm aber nicht bekannt ist. Wichtig ist am Ende dann der Blick zurück, wie "schön" sieht der zurückgelegte Weg aus. Vielleicht kann man es sich so vorstellen: Gott kennt die Skizze des Gemäldes, dass du im Laufe deines Lebens malst - aber du bist es, der es mit Patzern in der Pinselführung und mit Farbklecksern versieht - oder ein perfektes Gemälde formt ...
Mal sehen - welche Ansichten über das Schicksal gibt es also nun?
1.
A -------------------------->
BDer Weg ist absolut vorherbestimmt, es gibt keine Möglichkeit der Manipulation. (Nachtrag: somit auch keinen freien Willen!)
2.
A ---->
B oder
C ... ----> kein vorherbestimmtes Ziel
Der Weg ist zwar bestimmt (Ursache -> Wirkung), aber er führt nicht auf ein klares Ziel zu, sondern verläuft von Station zu Station - und die Zwischenstrecken hängen von der eigenen Entscheidung ab.
3.
A ---->
B oder
C ... ---->
ZDas Endziel ist bestimmt, mir aber unbekannt, so daß ich unterwegs immer noch eigene Entscheidungen treffen kann.
Habe ich etwas vergessen/übersehen?

Was denke ich selbst denn ... schwierig, schwierig ... ich glaube, es gibt einen groben Rahmen, innerhalb dessen es noch den freien Willen gibt. Würde also in Richtung Nummer 3 tendieren. Womit für mich der Satz "so sehr du dich auch anstrengst, dem Schicksal kannst du dich nicht entziehen" eine Wahrheit enthält.
Achso, noch zum Tarot: ich stehe dem etwas skeptisch gegenüber. Weiß nicht recht, was ich davon halten soll, werde es aber auch nicht durch Ausprobieren herausfinden, denn ich WILL NICHT wissen, was auf mich zukommt - die Zukunft soll ein Mysterium bleiben
