Die Studentenküche
Jeder Student kennt das: Man wacht morgens um 15 Uhr auf und
der Magen fordert nach fester Nahrung um die noch am Vorabend im Übermaß eingenommene Flüssignahrung zu kompensieren. Leider sind um diese Uhrzeit die Mensen meist geschlossen, so dass man selbst für das eigene leibliche Wohl verantwortlich ist.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Für einen Studenten ist der Vorgang der Nahrungsaufnahme unumgänglich, da ansonsten stu-
dententypische Tätigkeiten wie schlafen, CDs brennen oder sinnlos in der Stadt rumlümmeln, unmöglich würden. Somit möchte ich euch, liebe Kollegen, mit diesem Beitrag helfen, selbständig genießbare Speisen herzustellen.
Kochbücher, wie es sie im Handel in unüberschaubarer Anzahl gibt,sind hierzu völlig ungeeignet, da man mindestens ein Dreisternekoch sein muss, um sich einigermaßen damit zu Recht finden zu können.
Außerdem sind dem gemeinen Studenten die meisten hier auftretenden Zutaten, wie z.B. Schnittlauch, Schmalz und Mehlschwitze,völlig unbekannt. Selbst das Beschaffen bekannter Zutaten würde übermäßig viel Zeit in Anspruch nehmen, die man weitaus sinnvoller verwenden könnte. Auch die Beschreibungen in diesen ominösen Büchern lassen zuwünschen übrig. So werden Bezeichnungen wie
%27abschrecken%27 benutzt. In einem gewagten Selbstversuch an einem gekochten Ei wollte ich dies einmal ausprobieren. Ob dies allerdings funktioniert hat, entzog sich meiner Kenntnis.
Ich hab mich von hinten an dieses Ei herangeschlichen und laut %27Buh%27 gerufen, wobei keine Reaktion sichtbar wurde. Höchstens eine leichte Einschüchterung des besagten Ei`s war zu vermuten. Es sollten also nur sehr einfache Gerichte zubereitet werden.
Merke: Nie mehr als zwei Zutaten verwenden!
Als erstes sollten wir uns ein studententypisches, sehr einfaches Gericht vornehmen: Spaghetti mit Ketschup. Dazu wird zuerst ein Topf mit Wasser gefüllt, selbiger auf eine dafür vorgesehene Kochstelle stellt um somit das Wasser zum Kochen zu bringen. Vergeßliche Studenten sollten genügend Wasser nehmen, da Wasser die unangenehme Eigenschaft hat, sich bei dauerhafter Erhitzung zu verflüchtigen. Vor dem vollständigen Verdampfen sollten nun die Spaghetti
hinzugefügt werden. Der mittlerweile übermütig gewordene Student wird sich jetzt zutrauen, selbst zu erkennen, wann die Spaghetti gut sind. Doch Vorsicht: Ihr wisst jetzt noch nicht alles übers Kochen! Es gibt einen einfachen Trick, festzustellen ob Spaghetti durch den Kochvorgang in die richtige Konsistenz gebracht wurden. Dazu entnehme
man dem brodelnden Topf einfach ein paar Spaghetti und werfe sie gegen die Decke. Bleiben diese an der Decke kleben, sind sie gut.
Jetzt noch eine Soße zu kochen wäre zu zeitaufwendig und würde außerdem gegen Punkt 1 verstoßen. Ketschup zu nehmen ist viel praktischer und sehr lecker.
Merke: Ketschup ist das Grundnahrungsmittel des Studenten Ketschup macht nahezu alle Kochexperimente genießbar und ist in allen Lebensmittelfachgeschäften zu finden (ruhig die freundlichenVerkäuferinnen fragen). Was Ketschup genau ist kann niemand so genau sagen. Das geschlechtslose Ketschup tritt meist in Rudeln auf, belagert große Regalflächen in Supermärkten und scheut Licht und Wärme. Deshalb ist eine kühle Lagerung unumgänglich damit sich das Ketschup auch in fremder Umgebung wohl fühlt.
Doch der Studentenmagen schreit auch gelegentlich nach Fleisch.Selbstverständlich sind Zeiten, in denen der Mensch auf Jagd ging längst vorbei. Diese unliebsame Arbeit erledigt heutzutage der Metzger. Zum Erwerb von Fleisch begebe man sich also zu einer Fachfleischerei, wobei man diese nicht etwa betritt, sondern wartet, bis eine möglichst wehrlose Oma diese verläßt, um selbiger die Einkaufstüte zu entreißen und laut schreiend wegzulaufen. Wildes schreien, eventuell ergänzt durch noch wilderes Fuchteln mit den Armen, ist notwendig, um Passanten vom Eingreifen abzuhalten, da man bekanntlich keinen Wahnsinnigen, der einen gefährlichen Eindruck macht, attakieren sollte. Außerdem kann man im Falle eines rechtstaatlichen Eingreifens glaubhaft auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren.
Das so erlangte Fleisch sollte man mit Fett in der Pfanne braten,wobei eine gesunde Schwärze nach einiger Zeit auf das Ende der Bratzeit hinweist. Auch hier kann als Beilage der uns inzwischen lieb gewonnene Ketschup dienen.
Es gibt allerdings noch eine andere Möglichkeit, wie man Fleisch zubereiten kann. Die Rede ist vom Grillen. Davon ist allerdings abzuraten, es sei denn, es soll die Geselligkeit gefördert werden.
Merke: Das Grillen fördert das soziale Zusammensein
Hier soll jedoch nicht zum Grillen aufgefordert werden, da ich nicht für eventuelle Verbrennungen ersten oder zweiten Grades verant wortlich gemacht werden will. Deshalb soll der Grillvorgang hier auch nicht näher beschrieben werden.
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