Der Krieg als devisenbringende Einnahmequelle. An Euphrat und Tigris beginnen immer mehr Menschen die momentan angespannte Lage als Ausweg ökonomischer Nöte zu verstehen.
Bagdad: In den Straßen Bagdads liegt neuer Unternehmergeist in der Luft. Nach jahrelangem UN-Handelsembargo, stetig sinkendem BIP und steigender Armut tun sich den krisengenarbten Irakis neue Chancen ökonomischen Wachstums auf.
Soldaten als Boten neuer Prosperität im Irak?
Tourismus heißt das Zauberwort. Der irakische Tourismusminister bringt die Sache klar auf den Punkt: "Die Leute wollen einfach Blut sehen. Der Bedarf an Unterhaltung kann von den Medien allein nicht mehr gedeckt werden!"
Damit spielt er auf die Tatsache an, dass immer mehr Menschen der vermeintlich sicheren, westlichen Welt endlich mal Krisen hautnah erleben wollen. "Die verweichlichten Europäer wollen endlich mal wieder Kriegsdunst atmen, 60 Jahre Frieden werden auf Dauer eben langweilig!"
Bereits im Golfkrieg 1991 konnte der Tourismussektor des Iraks enorme Zunahmen verbuchen. Nimmt der Schurkenstaat normalerweise ca. 20 Mio. US$ durch etwa 78.000 Touristen jährlich ein, besuchten im Jahre 1991 über 170.000 Touristen den Irak.
Einziger Wehrmutstropfen damals war, dass sämtliche Einnahmen in Höhe von fast 75 Mio. US$ zur Tilgung der immensen Kriegskosten benötigt wurden. Doch aus den Fehlern hat man gelernt und neue Konzepte erarbeitet.
Mohammad el Shad, Pressesprecher des Touristenbüros Bagdad skizziert das Konzept wie folgt: "Die westlichen Touristen sind enorm verwöhnt. Wir sind uns im Klaren darüber, dass unsere Infrastruktur diesen Ansprüchen nicht genügt. Da müssen wir den Menschen schon was bieten. Neben Ausflügen an Front, Massengräbern, brennenden Ölfelder und Waffenfabriken wird es Workshops, wie beispielsweise Minenentschärfen geben. Nachts bieten wir das so genannte Cruising-Missile-Feuerwerk an, die Beobachtung der Bombardierung Bagdads. Als besondere Zugabe wird das irakische Symphonieorchester die Bombeneinschläge musikalisch unterlegen. Tags darauf können sich die Touristen dann an den Folgen der Bombardements erfreuen."
Neben dem von offiziellen Seiten erarbeiteten Konzept hat sich auch die Bevölkerung auf eine Touristenschwemme eingestellt. Die Händler haben ihr Sortiment auf Souvenirs umgestellt, neben Waffen aus dem vergangen Kriegen werden auch Hingucker wie beispielsweise Saddamstatuen aus eingeschmolzenen amerikanischen Abrahams-Panzern angeboten. Private Haushalte bieten die Zimmer im Golfkrieg verstorbener Familienmitglieder für Übernachtungen an.
Insgesamt geht man davon aus, dass die Arbeitslosenquote von derzeit 50-60%25 auf unter 25%25 sinken könnte, wenn ein Krieg nur lang genug dauern würde und heftig genug wäre.
Wir müssen über die Invasion in Kuweit Nachdenken!
Einziges Manko im Moment ist, dass leider noch kein Krieg herrscht. Einzelne nächtliche Scharmützel und Bombardements durch Amerikaner und Briten haben bisher noch nicht die gewünschte Touristenschwemme gebracht. Daher wird seitens des Iraks mit Hochdruck daran gearbeitet endlich einen Angriff auf den Irak zu provozieren. Waffenfabriken werden extra für die UN-Inspektoren errichtet und alte, längst beigelegte Waffenprogramme wieder aufgenommen. Sollte das alles nicht seinen Zweck erfüllen und die alten Europäer ihren Schmusekurs fortführen denkt die irakische Führung bereits über eine Invasion in Kuweit nach. "Wir können nicht riskieren dieses einmalige Geschäft mit den Touristen zu verpassen! Notfalls müssen wir über eine Invasion Kuwaits nachdenken!" vermeldet der irakische Außenminister Nadschi Sabri.
Bleibt zu hoffen, dass die Touristen möglichst bald zu ihrem Reisevergnügen kommen. Danach heißt es dann wohl "See you next year in Polska !
mfg :-1039
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