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Gedankenexperiment

(tuerkis)Hier ein Gedankenexperiment :-ideefür alle angehenden Philosophen unter euch (/tuerkis):-).

Mary, eine brillante Wissenschaftlerin, ist durch unglückliche Umstände gezwungen, von Geburt an in einer schwarz-weiß-grauen Umgebung zu leben. Die Zimmer, in denen sie lebt, sind mit schwarzen und weißen Möbeln ausgestattet, und mit der übrigen Welt kann sie nur über einen Computer mit einem Schwarz – Weiß - Bildschirm kommunizieren. Trotzdem gelingt es ihr, sich zu einer Expertin in Wahrnehmungspsychologie auszubilden. Am Ende dieser Ausbildung, so die Annahme, verfügt sie über alle physikalischen Informationen über das, was vorgeht, wenn ein Normalsichtiger eine reife Tomate oder den blauen Himmel sieht oder wenn er Wörter wie ‚rot’ und ‚blau’ verwendet. Sie weiß also, Licht welcher Wellenlängen bei schönem Wetter vom Himmel auf die Retina gelangt, und sie weiß auch, wie dies - auf dem Wege über das Zentralnervensystem, die Stimmbänder und das Auspressen von Luft aus der Lunge – dazu führt, dass jemand den Satz „Der Himmel ist heute aber schön blau“ äußert. Ihr Wissen über alle mit der Wahrnehmung von Farben zusammenhängenden physikalischen und physiologischen Prozesse ist also so vollständig wie irgend möglich.

Frage:
Wenn Mary nun in die "bunte" Welt geht, kann sie alle Farben richtig erkennen und benennen, obwohl sie sie jetzt erst zum ersten mal in ihrem Leben sieht:-idee?


by Julies-)

http://www.monstersgame.net/?ac=vid&vid=2023488
Ich würde mal sagen, sie kann es, da sie sich ja eingehend mit Wahrnehmungspsychologie beschäftigt hat. Ich denke sie kennt sich besser aus als manch andere Leute...Ansonsten fällt mir jetzt nichts mehr dazu ein...

MfG

canim
Das ist eine interessante Frage *grübel* Wenn alle physikalischen und chemischen Vorgänge bekannt sind, so kann sie meiner Ansicht nach die Grundfarben durchaus bennenen. Spezielle Nuancen, wie sie z.B. in Wolken vorkommen sind dabei aber meiner Ansicht nach nicht möglich zu erkennen.
Nun, sie wird zwar vielen Dingen das richtige Farbwort zuweisen können, dies aber nicht aufgrund ihrer Kenntnis physikalischer oder physiologischer Vorgänge, sondern allein aus der sprachlichen Konditionierung - wie es bei jedem Menschen der Fall ist. Kleinkinder lernen Farben auch nur aufgrund von Beobachtung und Erfahrung - zeigt ein Erwachsener einen Apfel und nennt ihn "grün", wird das Kind allmählich alle Gegenstände, die in der Farbe des Apfels erscheinen, als "grün" empfinden, auch wenn sich das "Grün" ein wenig vom Apfelgrün unterscheidet. Ich gehe im Gegensatz zu ghostwalker davon aus, dass Mary auch Nuancen richtig zuweisen kann - sie hat ja gelernt, dass die Farbe blau nicht EINE Wellenlänge hat, sondern in einem WellenlängenBEREICH definiert ist. Kommt sie nun also hinaus in die Welt und blickt zum Himmel, weiß sie nun, wie das "Blau" aussieht - und wird auch alles, was nicht zu sehr von diesem Blau abweicht, als ein Blau erkennen und benennen. Problematisch würde es nur, wenn Mary ihr Zuhause bei Sonnenauf- oder untergang verlassen würde, der Himmel also eigentlich orange ist. Hat sie niemanden bei sich, der sie darauf aufmerksam macht, dass dies nicht der normale blaue Taghimmel ist, wird sie fortan einen Apfelsine als "blau" bezeichnen - naja, solange, bis sich jemand erbarmt und sie aufklärt ;-)
Hast Recht Abalone - stimme dir zu. Die Nuancen müssten ebenfalls sichtbar sein