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Kriegsbilanz zum Irak-Krieg: Über 30.000 Tote

Seit dem Beginn des Irak-Krieges sind offiziell über 30.000 Menschen ums Leben gekommen. Auch die USA haben Verluste zu beklagen: Über 2.000 ihrer Soldaten sind direkt oder indirekt durch die Folgen des Krieges ums Leben gekommen. Interessanterweise werden die Toten auf Seiten der USA in den Medien stärker beachtet als die toten Zivilisten auf Seiten der Iraker. So ist es wohl - Medien bedeuten Macht...

Links zu Nachrichten zu dem Thema:
Spiegel.de: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,381678,00.html
netzeitung.de: http://www.netzeitung.de/spezial/irak/364584.html
Tja so ist das. Wenn die Weltmacht Nr. 1 Opfer zu beklagen hat, steht das an erster Stelle. Das durch den Krieg aber wie Du schon geschrieben hast 30.000 Zivilisten ums Leben gekommen sind, interessiert kaum jemanden bzw. steht nicht an erster Stelle.

Tja so ist das nunmal. Die Medien manipulieren wo sie können. Manchmal macht es mir schon ein wenig Angst, dass die großen Medienunternehmen für uns entscheiden, was wichtig und eher unwichtig ist.
Passt zwar nicht direkt zum Thema, aber peripher ;-) Folgendes hat Sam letztens in einem anderen Forum zitiert, und was darin geschrieben steht, hat mich sehr überrascht und erschreckt:

In den Bürgerkriegen neuerer Zeit war die durchschnittliche Schießrate / Zahl abgefeuerter Schüsse unglaublich niedrig. Patty Griffith sagt, daß das Tötungspotential eines durchschnittlichen Bürgerkriegsregimentes irgendwo zwischen 500 und 1.000 Mann pro Minute liegt. Die tatsächliche Tötungsrate lag nur bei 1 bis 2 Mann pro Minute pro Regiment (Aus: The Battle Tactics of the American Civil War). Nach der Schlacht von Gettysburg waren 90 Prozent der 27.000 Musketen, die man bei den Toten und Sterbenden fand, noch geladen. Das ist unverständlich, denn sie verbrachten 95 Prozent ihrer Zeit damit, die Musketen zu laden, und nur fünf Prozent damit, abzufeuern. Noch verblüffender war, daß von den tausenden geladener Musketen über die Hälfte mehrfache Ladungen Munition enthielten – eine davon 23.

In Wirklichkeit also lud der Durchschnittssoldat wohl seine Muskete und legte sie an, aber er konnte sich nicht überwinden zu töten. Er war wohl mutig, er stand Schulter an Schulter, er tat, was ihm beigebracht wurde; aber im Moment der Wahrheit konnte er sich nicht überwinden, abzudrücken. Und so senkte er die Waffe wieder und lud sie erneut. Von denen, die tatsächlich abfeuerten, schoß nur ein kleiner Prozentsatz, um wirklich zu treffen. Die Mehrzahl schoß über die Köpfe der Feinde hinweg. Während des 2. Weltkrieges ließ Brigadegeneral Marshall Untersuchungen über das Verhalten der Soldaten anstellen. Zum ersten Mal in der Geschichte wurden einzelne Soldaten gefragt, was sie im Kampf taten. Man fand heraus, daß nur 15 bis 20 Prozent der Schützen es fertigbrachten, auf einen ungeschützten feindlichen Soldaten zu schießen. So sieht die Realität auf dem Schlachtfeld aus. Nur ein kleiner Prozentsatz der Soldaten ist fähig und bereit, mitzumachen. Die Männer sind bereit zu sterben, sie sind bereit, sich für ihr Land zu opfern: aber sie sind nicht bereit zu töten. Dies ist ein phänomenaler Einblick in die menschliche Natur; aber als das Militär sich dessen bewußt wurde, setzte es systematisch alles daran, um dieses „Problem" in den Griff zu bekommen. Aus militärischer Sicht ist eine 15prozentige Schießrate unter Soldaten vergleichbar mit einer 15prozentigen Lesefähigkeit unter Bibliothekaren. Und das Militär bekam es in den Griff. Im Koreakrieg waren 55 Prozent der Soldaten bereit zu schießen, um zu töten, und im Vietnamkrieg stieg die Rate auf über 90 Prozent.

Quelle: http://www.rgav.de/akzente/03-3.htm


Das klingt nach verdammt effektiver psychischer Manipulation und Gehirnwäsche - der Hammer ...

Zum Thema: Wirklich überraschend ist die Gewichtung der Toten nicht - der Feind soll doch kein Mitleid erhalten :-) Manipulation umgibt uns täglich.
Das mit der schlechten Trefferquote habe ich auch schon mal irgendwo gelesen.
Schön zu wissen, dass das Töten eines Anderen eben doch eine größere Hemmschwelle darstellt
und sogar unter Beschuss und Gefährdung des eigenen Lebens,
nicht so einfach zu überwinden ist,
wie es die Kriegsmacher am Reißbrett gerne hätten.

Mit der Raketentechnik ist Krieg einfacher geworden.
Hier und da ein paar Knöpfe drücken und ab dafür.
Niemand mehr muss seinen Gegenüber persönlich anvisieren und abrücken.
Keine Schreie. Kein Geröchel. Keine Halbtoten.
Die Rakete fliegt einfach davon.
Aus den Augen, aus dem Sinn.

Als nach dem WTC-Anschlag G.W.Bush mehrfach von einem feigen Terrorakt sprach
und die USA Afghanistan von Kriegschiffen aus beschossen,
soll ein US-Jouarnalist Bush die Frage gestellt haben,
was er denn für feiger halten würde,
sein Leben zu opfern, für eine Sache an die man glaubt
oder aus 2000 Meilen Entfernung Cruise-Missles abzufeuern?

(Das soll nix gutheißen! Aber ich finde, das hat Er schön gefragt)
Weiter hieß es, dass Er daraufhin entlassen wurde.

Würde gerne mal wissen,
welche Maßnahmen das Militär ergriff, um die Quote tötlicher Schüsse auf
über unglaubliche 90%25 zu peitschen!

WIZO aus dem Lied Selenbrant:
Menschlichkeit die zählt nichts mehr, damit kannst du nur verlieren
Doch dieses Wörtchen umzusetzen, kann uns nicht passieren.


W-S-K
WortSpielKind schrieb:
Würde gerne mal wissen,
welche Maßnahmen das Militär ergriff, um die Quote tötlicher Schüsse auf
über unglaubliche 90%25 zu peitschen!

W-S-K
http://www.politikwiki.de/index.php?title=Killologie
http://www.factum-magazin.ch/whats_new/news.cgi?v=news&c=Ruestung&id=041347259.shtml
WortSpielKind schrieb:
Mit der Raketentechnik ist Krieg einfacher geworden.
Hier und da ein paar Knöpfe drücken und ab dafür.
Niemand mehr muss seinen Gegenüber persönlich anvisieren und abrücken.
Keine Schreie. Kein Geröchel. Keine Halbtoten.
Die Rakete fliegt einfach davon.
Aus den Augen, aus dem Sinn.


W-S-K
In dem Zusammenhang kommt mir auch gleich wieder der Begriff "friendly fire" in den Sinn - was für ein harmloser Begriff für den Umstand, dass Soldaten von den eigenen Leuten getötet werden s-)

"In der Operation Desert Storm 1991 war beinahe ein Viertel aller Verluste der Koalition auf Friendly Fire zurückzuführen! Nach offiziellen Angaben amerikanischer und britischer Stellen wurden 35 amerikanische und neun britische Soldaten durch die Waffenwirkung eigener Kräfte getötet." -> http://www.bmlv.gv.at/truppendienst/ausgaben/artikel.php?id=84

Sorry, ghost, hat alles nicht unmittelbar mit deinem Start zu tun ;-)
Abalone schrieb:
In dem Zusammenhang kommt mir auch gleich wieder der Begriff "friendly fire" in den Sinn - was für ein harmloser Begriff für den Umstand, dass Soldaten von den eigenen Leuten getötet werden s-)
Hey Abalone,

danke für die Links! :-)
Werde ich mir mal anschauen, wenn ich mehr Zeit habe.
Ich bin gerade auf der Arbeit...

Noch zwei schöne Begriffe:
Der allseitsbekannte Kollateralschaden (oder so ähnlich) für zivile Opfer.
Und - noch schöner - Soft Targets für menschliche Ziele.
Oh mein Gott! Abalones zweiter Link liest sich wie reine Science-Fiction, doch eigentlich wissen wir gar nicht, wie weit die geheimen Experimente unserer Wissenschaftler heute schon gehen.

Das ist total erschreckend und furchtbar unheimlich!
Habe den zweiten Link auch gerade durchgelesen und bin genauso schockiert. Unglaublich. Die Frage ist nicht, ob es irgendwann dazu kommen wird, sondern wohl nur wann...
Die Menschen der kriegsführenden, techinsch überlegenden, Nationen werden wohl immer weniger vom Krieg selber mitbekommen. Statt Menschen werden die Kriege von Maschinen ausgefochten werden. Das werden sie ja schon heute zunehmend. Menschen werden trotzdem sterben - die Frage ist nur ob es nicht doch weniger werden?

Kennt ihr diese Teile? Alles Drohnen die zur Überwachung und/oder zur tätlichen bekämpfung von "Zielen" gedacht sind.
Piloten werden bald nicht mehr von nöten sein oder vieleicht höchstens bequem von Zuhause "Krieg spielen" können. Ein Kampfflugzeug ohne Piloten hat eigentlich fast nur Vorteile (Aus Sicht der Drahtzieher).


http://kai.iks-jena.de/bigb/mav/sikorsky_cipher1.jpg

http://kai.iks-jena.de/bigb/mav/x-47B2.jpg

http://kai.iks-jena.de/bigb/mav/firescout2.jpg

http://kai.iks-jena.de/bigb/mav/vigilante1.jpg

http://kai.iks-jena.de/bigb/mav/seiko_epson_microflying_robot.jpg
was bedeutet schon technisch überlegen?

auf alle fälle nicht moralisch überlegen, denn dieses ist offenbar ein unlösbarer gegensatz.

am ende dieser erde wird alle technik nichts mehr nützen, nur das begreifen unsere großen politiker nicht. am schluß bleiben die einfachen menschen übrig, die sich noch aus eigener kraft ernähren können.