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Abalone - 11.11.2005 - 16:15 Uhr -

Bild der Wissenschaft 11/2005 - Titelthema: "Inflation der Universen - Warum Kosmologen unser Weltall nicht mehr ausreicht"

Ich weiß nicht ... früher habe ich diese Zeitschrift sehr gern gelesen, aber dieser Artikel lässt mich etwas sprachlos zurück. Entweder hat sich der Stil der Zeitschrift oder mein Blick auf den Inhalt geändert, keine Ahnung. Seit der letzten Lektüre sind eben doch ein paar Jahre vergangen.

(orange)"Kritiker weisen die M-Hypothese als spekulativ, extravagant, nicht überprüfbar oder gar unbegründet zurück. Ein Grund dafür ist die Unzugänglichkeit anderer Universen. Aber wieso soll es prinzipiell unmöglich sein, Hypothesen über das, was jenseits unseres Beobachtungshorizonts liegt, aus bekannten Gesetzen oder Tatsachen zu extrapolieren? Es ist vermessen zu behaupten, dass diese Universen, bloß weil wir niemals etwas über sie erfahren können, nicht existieren. Daher wäre es voreilig, die M-Hypothese von vornherein als Grenzüberschreitung unserer spekulierenden Vernunft abzuweisen."(/orange)

Genauso vermessen ist es, die Postulierung eines Gottes als "Unsinn" abzustempeln. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass Wissenschaftler auch einmal ihren Gedanken freien Lauf lassen und mit fast kindlichem Eifer ins Spekulieren über Paralleluniversen geraten. Aber eines dürfen sie dabei nicht ausser Acht lassen: für Wissenschaftstheorie ist in diesen Gefilden kein Platz mehr, sie rennen mit lachenden Gesichtern in genau jenes Gebiet, dass sie seit Jahrhunderten verachten: die Metaphysik. Daran gibt es nichts zu rütteln, da kann man die wilden Hypothesen noch so physikalisch klingen lassen - was ausserhalb unserer erfahrbaren Welt liegt ("bloß weil wir niemals etwas über sie erfahren können" *hüstel*), ist nicht falsifizierbar und damit kein Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung mehr. Punkt. Fertig.

(orange)"Auch der Vorwurf, die M-Hypothese sei extravagant, ist Unsinn - zumal die Quantentheorie mit ihren vielen bizarren Aussagen den "gesunden Menschenverstand" längst gesprengt hat."(/orange)

Bitte? Was ist das denn für ein Argument? Oder besser - ist das Argument unterwegs verloren gegangen? Ehrlich, da kommt nichts mehr hinterher, der Satz steht da so allein herum. Das klingt wie "Warum bin ich schuld? Der Uwe hat genauso wie ich Steine auf die Scheibe geschmissen!" *motz*
Die Tatsache, dass die Quantenphysik unser Vorstellungsvermögen oft auf eine harte Probe stellt - na, wohl eher in die Kniee zwingt - kann doch nicht ernsthaft als "Gegenargument" dafür gebracht werden, dass die M-Hypothese genauso absurde Denkweisen erfordert? *blblblblbl*

Und noch etwas: es ist die Rede davon, dass wir umgeben sind von unendlich vielen Paralleluniversen. Diese können laut ... wissenschaftlicher Überlegung auch ruhig die unvorstellbare Distanz von 10 hoch 10 hoch 115 Metern zueinander haben. Soso - unendlich viele, aber dennoch so viel Platz ... das passt doch hinten und vorne nicht zusammen. Ausserdem - in was sind denn dann diese unendlich vielen Universen eingebettet - in ein "Überuniversum"? Nimmt dieses Raum ein? Falls ja - worin liegt denn dann aber wieder dieser Raum? Ausserdem soll es unter diesen vielen, vielen Universen doch auch etliche geben, die mit unseren physikalischen Gesetzen gar nichts mehr gemein haben - und trotzdem soll ich sie als einen Teil unserer physikalischen Vorstellungen sehen? Dann wird in dem Artikel einmal gesagt, es gäbe zwischen den Universen keine Berührungen, ein paar Zeilen weiter heisst es dann wieder: (orange)"Ein anderer Einwand lautet, dass sich die M-Hypothese nicht überprüfen lasse und daher unbrauchbar sei. Doch sie behauptet nicht notwendig die vollständige Trennung der einzelnen Universen. Daher steht sie nicht prinzipiell außerhalb aller Testbarkeit."(/orange) Wie man%27s gerade braucht, nicht wahr?

Ich frage mich: wenn es denn unendlich viele Universen gibt, warum begegnet mir dann nicht beim Gang um die nächste Ecke ein rosa Kaninchen? Bei einer unendlichen Zahl anderer Universen müsste es doch ständig zu Einwirkungen kommen - und wenn in diesen anderen Universen die verrücktesten Sachen möglich sind, dann müssten sie auch hier für Kuriositäten sorgen - und nicht nur ab und zu, sondern STÄNDIG, weil - unendlich, ne?


Puh.

http://www.lolope.de/meetinx/aba.gif
Auch wenn ich nicht direkt aus der Materie bin, so bin ich auch ein wenig informiert über diese Theorien der unendlichen Universen, die wiederum in unendlichen Räumen existieren. Für mich ist das alles sehr schwer vorstellbar.

Ich gehe einfach davon aus, dass wir Menschen einfach noch lange nicht so weit sind um zu verstehen, was genau das Weltall und unsere Welt überhaupt ist. Genau wie vor einigen Jahrhunderten Menschen sich nicht vorstellen konnten zu fliegen oder die Tatsache, dass die Welt nicht das Zentrum der Galaxie ist, so sind wir einfach noch nicht so weit zu verstehen, was das alles zu bedeuten hat.

Interessant finde ich solche Theorien auf jeden Fall auch wenn sie ein wenig lächerlich wirken, wenn mathematische Zahlen hineingeworfen werden wie beispielsweise 10 hoch 10 hoch 115 Meter ;-)
Wie gesagt, gegen Gedankenspiele rund um das Thema Paralleluniversen habe ich nichts - allerdings wird hier für Gedankenexperimente der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhoben, der jedoch grundsätzlich in solchen Fragen ausgeschlossen ist. Wenn etwas betrachtet wird, das nicht mehr Teil unserer Erfahrungswelt ist - und auch nie sein kann, da wir uns nun einmal nicht über unseren Wahrnehmungsbereich hinausbewegen können - dann spielen sich alle Spekulationen nur auf einem Sektor ab: dem der Metaphysik. Wissenschaftstheorie hat hier ausgespielt. Das wird vom Autor des Artikels bestritten - und das so etwas in der BDW erscheinen kann, hat mich doch leicht aufgeregt ;-)
Naja im Gegensatz zu der Behauptung das es einen Gott gibt welcher allmächtig ist und welcher über die Menschen wacht, stützt sich die M-Theorie (Ich kenn den begriff M-Theorie nicht... soll wahrscheinlich Multiversum heißen?) auf Beweise bzw. Phänomene und stellt sich nicht als die absolute Wahrheit - sondern eben als eine >Theorie< dar.
Es gibt und gab viele Theorien und Modelle die man vielleicht nicht sofort beweisen konnte - später dann jedoch schon. Ein Beispiel hierfür wäre die Relativitätstheorie" welche man heute noch so nennt obwohl sie längst Bewiesen und somit keine Theorie mehr ist.
Kennst du das Doppelspaltexperiment? Ein sehr simples Experiment welches trotzdem viele Fragen aufwirft. Die M-Theorie versucht auf ihre Art und Weise dieses Phänomen zu erklären. Im Zusammenhang mit der Relativitätstheorie scheint mir die M-Theorie somit gar nicht so weit hergeholt.
Hier mal einen Link zur Beschreibung des Experimentes: http://www.hmi.de/bereiche/info/dualismus/beugung_wellen.html

Wenn man davon ausgeht das Licht = Welle ist sind die Interferenzmuster die bei zwei Spalten zu Stande kommen logisch. Aber wie kann man die Muster erklären wenn man immer nur >ein< Photon "losschickt"?? Wie soll ein Photon miteinander interferieren? Hier greift eben die M-Theorie ein und sieht das als einen Möglichen Hinweis auf Paralelluniversen.

Ein Paralleluniversum hast du dir nicht im menschlichen Sinne räumlich neben unserem Vorzustellen. Die M-Theorie besagt, so wie ich es verstanden habe, das es von quasi unendlich viele Universen gibt. Jedes Universum spaltet sich auf in weitere Universen. Es gibt ein Universum in dem Abalone Bundeskanzlerin geworden ist und auch eins in dem Sie nie geboren wurde.

Einige Universen sind unseren Universum welches wir erleben noch sehr nahe und noch sehr ähnlich, und genau in all diesen Universen wird in genau dem selben Zeitpunkt zu dem wir das Lichtspaltexperiment durchführen Millionen male ebenfalls ein Lichtstrahlexperiment durchgeführt. Da unsere Universen noch so nah sind kommt es laut M-Theorie dazu das diese Photonen alle miteinander interferieren. So erhalten wir auch bei einem einzigen Photon ein solches Muster.


gruß Smigel
Abalone schrieb:
Wenn etwas betrachtet wird, das nicht mehr Teil unserer Erfahrungswelt ist - und auch nie sein kann, da wir uns nun einmal nicht über unseren Wahrnehmungsbereich hinausbewegen können - dann spielen sich alle Spekulationen nur auf einem Sektor ab: dem der Metaphysik. Wissenschaftstheorie hat hier ausgespielt. Das wird vom Autor des Artikels bestritten - und das so etwas in der BDW erscheinen kann, hat mich doch leicht aufgeregt ;-)
Naja das Atommodell liegt auch nicht in deiner Erfahrungswelt. Trotzdem streitet es keiner ab. Das sich Gas- bzw. Flüssigkeitsteilchen mit einer bestimmten Energiemenge in eine bestimmte Richtung bewegen ist auch etwas was wir nicht wahrnehmen können.

Wir können nur Schlüsse und Theorien über das anstellen was wir wissen.
Wenn man die Bewegung der Gasteilchen mal als Besipiel nimmt: Unsere Erfahrung lehrt uns das ein Gas normalerweise das Bestreben hat sich unendlich weit auszudehnen. Wenn man microskopisch kleine Staubkörner in einem Gas oder einer Flüssigkeit beobachtet sieht man das diese ungerichtete Zitterbewegungen ausführen.
Je mehr wir ein Gas oder eine Flüssigkeit erhitzen umso größer ist sein Bestreben sich auszudehnen.
Die Theorie über die kinetische Energie der Teilchen die daraus folgt können wir nicht bestätigen. Es handelt sich dabei lediglich um einen Erklärungsversuch der Phänomene die wir wahrnehmen können.

PS: Davon abgesehen würde ich keine Zeitung für voll nehmen die irgendwas mit Bild zu tun hat ;) (meine Meinung). Schon gar nicht bei wissenschaftlichen Themen.

Schau dir mal das an: http://www.stern.de/tv/sterntv/549835.html?nv=cp_L2_ (ist jetzt offtopic)
Smigel84 schrieb:
PS: Davon abgesehen würde ich keine Zeitung für voll nehmen die irgendwas mit Bild zu tun hat ;) (meine Meinung). Schon gar nicht bei wissenschaftlichen Themen.
Hab%27 gerade nur hierfür Zeit - auch wenn sie "Bild der Wissenschaft" heisst, hat sie nichts mit der BILD-Zeitung zu tun ;-)
Zum Rest äussere ich mich noch! Danke schonmal für%27s Beteiligen :-n
Naja im Gegensatz zu der Behauptung das es einen Gott gibt welcher allmächtig ist und welcher über die Menschen wacht, stützt sich die M-Theorie (Ich kenn den begriff M-Theorie nicht... soll wahrscheinlich Multiversum heißen?) auf Beweise bzw. Phänomene und stellt sich nicht als die absolute Wahrheit - sondern eben als eine >Theorie< dar.
Es gibt und gab viele Theorien und Modelle die man vielleicht nicht sofort beweisen konnte - später dann jedoch schon. Ein Beispiel hierfür wäre die Relativitätstheorie" welche man heute noch so nennt obwohl sie längst Bewiesen und somit keine Theorie mehr ist.

Sie stellt sich nicht als absolute Wahrheit dar, erhebt aber den Anspruch, wahrscheinlicher zu sein als ein allmächtiger Gott - diesem Anspruch kann sie aber nicht gerecht werden.

Du sprichst von Beweisen. Die Relativitätstheorie mag sich bisher bewährt haben, ist dennoch nicht bewiesen. In der Wissenschaftstheorie gilt: eine Theorie kann nie abschliessend verifiziert werden - sie kann Vorhersagen machen, und je mehr Vorhersagen sich erfüllen, umso wahrscheinlicher wird die Richtigkeit der Theorie und umso wertvoller ist sie. Dennoch ist nie ausgeschlossen, dass eines Tages ein Faktor hinzukommt, der die Theorie widerlegt. Eine wissenschaftliche Theorie muss hernach immer falsifizierbar (widerlegbar) sein (gerade dadurch will sich die Wissenschaft auch von der Metaphysik und Pseudowissenschaft abgrenzen! - siehe Karl Popper/Falsifizierbarkeit).

Hinzu kommt das sogenannte "Münchhausen Trilemma" (Hans Albert) - es besagt, dass eine unbezweifelbare Letztbegründung aus drei Gründen nicht funktionieren kann:

1. Ein Beweis enthält einen Zirkelschluss - drösel ich eine Beweiskette lange genug auf, werde ich auf eine Selbstbezüglichkeit stossen - das, was erst bewiesen werden will, wird schon als Prämisse gefordert. Randbemerkung: dieser Punkt bereitet mir selbst noch Probleme, ich weiß nicht, ob wirklich jeder Beweis zwingend eine Selbstbezüglichkeit beinhalten muss, vllt kann mich hier jemand erhellen :-n

2. Um einen Beweis zu verifizieren, müssen auch die Prämissen des Beweises bewiesen werden, welche wiederum auf Prämissen beruhen, die ebenfalls bewiesen werden müssen, die ... und so weiter, und so fort

3. Um die Kette der Beweisbarkeit zu durchbrechen, muss ein willkürlicher Schnitt gemacht werden -> Dogma.

Ergo: eine Theorie ist solange gültig, wie sie sich bewährt. Damit ist nichts über ihre Richtigkeit oder ihren "Wahrheitsgehalt" ausgesagt.

Zur M-Theorie: sie trägt die Bezeichnung "Theorie" eigentlich zu Unrecht, da sie die Bedingung der Falsifizierbarkeit nicht erfüllt - man kann sie nicht empirisch widerlegen. Sie ist eine Hypothese, mit der man spielen kann, aber durch ihre Nichtfalsifizierbarkeit gehört sie in den Bereich der Metaphysik, nicht in den Bereich ernsthafter Wissenschaft.

Und das ist alles, worum es mir geht - sie mag noch so viele Erklärungsansätze für beobachtbare Phänomene liefern, dadurch, dass sie sich der Empirie entzieht, ist sie sinnlos - und steht auf gleicher Stufe wie die Erklärung der Welt durch das Wirken eines Gottes.

Ergänzung: mit "Wahrnehmungsbereich" ist nicht gemeint, dass ich als Mensch etwas sehen oder greifen kann - ich meine damit vielmehr den Umstand, dass etwas experimentell überprüft werden kann - und damit auch die Möglichkeit der Widerlegbarkeit in sich birgt! Die Brownsche Molekularbewegung lässt sich experimentell überprüfen, ist somit Teil des "Wahrnehmungsbereichs" und damit eine echte Theorie.
Smigel84 schrieb:
Einige Universen sind unseren Universum welches wir erleben noch sehr nahe
Sorry, hier muss ich auch noch einmal einhaken ;-)
Inwiefern "nahe"? "Nähe" ist doch ein Begriff, der nur in einer räumlichen Ausdehnung entstehen kann - doch du sagst ja, dass ich mir die Paralleluniversen nicht räumlich neben unserem vorstellen soll. Sind sie dann so etwas wie Überlagerungen unseres Universums? Dann aber wieder meine Frage: wenn es derer unendlich viele gibt, und sie ja scheinbar auch miteinander Wechselwirken sollen (Doppelspaltexperiment) - warum passiert dann nicht ständig etwas, sondern nur ab und an - unendliche Berührungspunkte müssten auch unendlich viele Auswirkungen zeigen.
Abalone schrieb:
Naja im Gegensatz zu der Behauptung das es einen Gott gibt welcher allmächtig ist und welcher über die Menschen wacht, stützt sich die M-Theorie (Ich kenn den begriff M-Theorie nicht... soll wahrscheinlich Multiversum heißen?) auf Beweise bzw. Phänomene und stellt sich nicht als die absolute Wahrheit - sondern eben als eine >Theorie< dar.
Es gibt und gab viele Theorien und Modelle die man vielleicht nicht sofort beweisen konnte - später dann jedoch schon. Ein Beispiel hierfür wäre die Relativitätstheorie" welche man heute noch so nennt obwohl sie längst Bewiesen und somit keine Theorie mehr ist.

Sie stellt sich nicht als absolute Wahrheit dar, erhebt aber den Anspruch, wahrscheinlicher zu sein als ein allmächtiger Gott - diesem Anspruch kann sie aber nicht gerecht werden.

Du sprichst von Beweisen. Die Relativitätstheorie mag sich bisher bewährt haben, ist dennoch nicht bewiesen. In der Wissenschaftstheorie gilt: eine Theorie kann nie abschliessend verifiziert werden - sie kann Vorhersagen machen, und je mehr Vorhersagen sich erfüllen, umso wahrscheinlicher wird die Richtigkeit der Theorie und umso wertvoller ist sie. Dennoch ist nie ausgeschlossen, dass eines Tages ein Faktor hinzukommt, der die Theorie widerlegt. Eine wissenschaftliche Theorie muss hernach immer falsifizierbar (widerlegbar) sein (gerade dadurch will sich die Wissenschaft auch von der Metaphysik und Pseudowissenschaft abgrenzen! - siehe Karl Popper/Falsifizierbarkeit).

Hinzu kommt das sogenannte "Münchhausen Trilemma" (Hans Albert) - es besagt, dass eine unbezweifelbare Letztbegründung aus drei Gründen nicht funktionieren kann:

1. Ein Beweis enthält einen Zirkelschluss - drösel ich eine Beweiskette lange genug auf, werde ich auf eine Selbstbezüglichkeit stossen - das, was erst bewiesen werden will, wird schon als Prämisse gefordert. Randbemerkung: dieser Punkt bereitet mir selbst noch Probleme, ich weiß nicht, ob wirklich jeder Beweis zwingend eine Selbstbezüglichkeit beinhalten muss, vllt kann mich hier jemand erhellen :-n

2. Um einen Beweis zu verifizieren, müssen auch die Prämissen des Beweises bewiesen werden, welche wiederum auf Prämissen beruhen, die ebenfalls bewiesen werden müssen, die ... und so weiter, und so fort

3. Um die Kette der Beweisbarkeit zu durchbrechen, muss ein willkürlicher Schnitt gemacht werden -> Dogma.

Ergo: eine Theorie ist solange gültig, wie sie sich bewährt. Damit ist nichts über ihre Richtigkeit oder ihren "Wahrheitsgehalt" ausgesagt.

Zur M-Theorie: sie trägt die Bezeichnung "Theorie" eigentlich zu Unrecht, da sie die Bedingung der Falsifizierbarkeit nicht erfüllt - man kann sie nicht empirisch widerlegen. Sie ist eine Hypothese, mit der man spielen kann, aber durch ihre Nichtfalsifizierbarkeit gehört sie in den Bereich der Metaphysik, nicht in den Bereich ernsthafter Wissenschaft.

Und das ist alles, worum es mir geht - sie mag noch so viele Erklärungsansätze für beobachtbare Phänomene liefern, dadurch, dass sie sich der Empirie entzieht, ist sie sinnlos - und steht auf gleicher Stufe wie die Erklärung der Welt durch das Wirken eines Gottes.

Ergänzung: mit "Wahrnehmungsbereich" ist nicht gemeint, dass ich als Mensch etwas sehen oder greifen kann - ich meine damit vielmehr den Umstand, dass etwas experimentell überprüft werden kann - und damit auch die Möglichkeit der Widerlegbarkeit in sich birgt! Die Brownsche Molekularbewegung lässt sich experimentell überprüfen, ist somit Teil des "Wahrnehmungsbereichs" und damit eine echte Theorie.
Löschen!
(Achtung ich habe dich hier irgendwo nur zitiert - das liegt an meiner Unfähigkeit dieses Forum zu benutzen - sorry! Ich habe die Antwort aufgeteilt da sie zu lang war, das hier ist Teil 1)

"Sie stellt sich nicht als absolute Wahrheit dar, erhebt aber den Anspruch, wahrscheinlicher zu sein als ein allmächtiger Gott - diesem Anspruch kann sie aber nicht gerecht werden."

Gott hat in der Wissenschaft nichts zu suchen. Ich kann mir nicht vorstellen das ein seriöser Wissenschaftler irgendwo einen Vergleich zwischen Gott und irgendeiner wissenschaftlichen Theorie hergestellt hat.
An Gott kann man glauben oder man kann es sein lassen. An eine wissenschaftliche Theorie kann man auch glauben - oder es sein lassen. Der Unterschied liegt nur darin das sich fast jede wissenschaftliche-Theorie früher oder später beweisen lässt und das sie immer aufgrund von Phänomenen aufgestellt wird die man beobachten kann.
Mit Gott kannst du alles erklären... "Gott" ist eine bequeme "Theorie" mit der du alles erklären kannst >ohne zu denken<. Aber hinter der "Theorie" Gott stecken keine Phänomene die auf einen solchen hinweisen... und selbst wenn du aufgrund gewisser Wunder und der Schönheit der Natur auf einen Gott schließen wolltest sprechen die wenigsten Menschen von einer "Gott - Theorie". Der Glaube wird als etwas festes und exestierendes angesehen ohne es zu hinterfragen. Genau da liegt der Unterschied zu einer Wissenschaftlichen Theorie. Eine wissenschaftliche Theorie erhebt keinen Anspruch auf Vollkommenheit. Sollte sie eines Tages glaubhaft wiederlegt werden wird keiner die entsprechenden Wissenschaftler als "Ketzer" abstempeln. Solange man mit dieser Theorie arbeiten kann verwendet man sie gleich einem Werkzeug in der Wissenschaft. Merkt man das dieses Werkzeug nicht mehr funktioniert muss es ausgetauscht werden.

Das Atommodell hat sich auch ständig verändert und wird sich wahrscheinlich auch noch verändern. Wenn ich allerdings die Kirche betrachte sehe ich kaum Veränderungen oder Anpssungen aus eigener Energie.

Kurz auf dem Punkt gebracht: Ich glaube nicht das ein seriöser Wissenschaftler einen Vergleich zwischen Gott und der M-Theorie hergestellt hat bzw. das einer behauptet hat seine Theorie sei wahrscheinlicher. Die beiden Dinge haben einfach >nichts miteinander zu tun< da es sich um zwei vollkommen >verschiedene Arten die Welt zu betrachten< handelt!
("Teil 2")

"Du sprichst von Beweisen. Die Relativitätstheorie mag sich bisher bewährt haben, ist dennoch nicht bewiesen. In der Wissenschaftstheorie gilt: eine Theorie kann nie abschliessend verifiziert werden - sie kann Vorhersagen machen, und je mehr Vorhersagen sich erfüllen, umso wahrscheinlicher wird die Richtigkeit der Theorie und umso wertvoller ist sie. Dennoch ist nie ausgeschlossen, dass eines Tages ein Faktor hinzukommt, der die Theorie widerlegt. Eine wissenschaftliche Theorie muss hernach immer falsifizierbar (widerlegbar) sein (gerade dadurch will sich die Wissenschaft auch von der Metaphysik und Pseudowissenschaft abgrenzen!"

Die Relativitätstheorie ist jedenfalls besser bewisen als die Existenz eines Gottes der dem Menschen wohlgesinnt ist. Du kennst doch sicherlich die Experimente mit der Atomuhr auf dem Kölner Dom und deren Vergleich zu einer Uhr auf dem Boden? Das es dort zu einer Zeitdifferenz kam ist durch dieses Experiment beweisen. Das eine wissenschaftliche Theorie nicht umunstößlich sein muss habe ich ja auch nicht abgestritten - im Gegenteil, gerade das unterscheidet Wissenschaft ja vom religiösen Glauben. Man stellt Modelle auf mit welchen man arbeiten kann - funktioniert das irgendwann nichtmehr muss halt ein neues Modell aufgestellt werden. Auf diese Weise kommt man der Wahrheit schritt für schritt näher (oder vielleicht auch nicht da sich ständig neue Fragen aufwerfen).
Um nochmal zu deinem Gottesvergleich zurückzukommen - von einem Gott welcher alle Menschen gleich behandelt welcher dafür sorgt das Gerechtigkeit herrscht usw. kann ich auf dieser Welt nichts entdecken - sprich >die Beweise< fehlen.

"1. Ein Beweis enthält einen Zirkelschluss - drösel ich eine Beweiskette lange genug auf, werde ich auf eine Selbstbezüglichkeit stossen - das, was erst bewiesen werden will, wird schon als Prämisse gefordert. Randbemerkung: dieser Punkt bereitet mir selbst noch Probleme, ich weiß nicht, ob wirklich jeder Beweis zwingend eine Selbstbezüglichkeit beinhalten muss, vllt kann mich hier jemand erhellen :-n"

Ich kenne die von dir zitierte Person nicht. Aber wenn ich dich richtig verstanden habe besagt dieser Satz blidlich ausgedrückt nichts anderes als:
Wir stehen beide in einem dunklen Raum, jeder mit einem weißen Kreidestück in der Hand - ich sage es ist blau und leuchte es zum "Beweis" mit einer blauen Lampe an und du sagst es ist rot und du leuchtest es zum "Beweis" mit einer roten Lampe an.
Damit hätten wir beide unsere Aussage "bewiesen" - die Art zu fragen hat unser Ergebniss aber schon von vornerein beeinflusst?
Wenn wir die Sache so betrachten können wir natürlich rein gar nix Beweisen. Allein die Art zu Fragen beeinflusst unser Ergebniss von Vornerein. Untersuchen wir den Menschlichen Körper elektrich erhalten wir eine elektriche Antwort, untersuchen wir ihn physikalisch erhalten wir eine physikalische Antwort, untersuchen wir ihn chemisch eine chemische usw.. Wenn wir aber wissen wollen was der Mensch eigentlich ist, dann stellt sich natürlich die Frage ob man das auf diese Art "die Natur zu befragen" überhaupt rausfinden kann. Die einzige Wahrheit aus dieser Sicht wäre wohl die Mathematik
"Zur M-Theorie: sie trägt die Bezeichnung "Theorie" eigentlich zu Unrecht, da sie die Bedingung der Falsifizierbarkeit nicht erfüllt - man kann sie nicht empirisch widerlegen. Sie ist eine Hypothese, mit der man spielen kann, aber durch ihre Nichtfalsifizierbarkeit gehört sie in den Bereich der Metaphysik, nicht in den Bereich ernsthafter Wissenschaft.

Und das ist alles, worum es mir geht - sie mag noch so viele Erklärungsansätze für beobachtbare Phänomene liefern, dadurch, dass sie sich der Empirie entzieht, ist sie sinnlos - und steht auf gleicher Stufe wie die Erklärung der Welt durch das Wirken eines Gottes. "

Uff.. du wirfst mit Wörtern um dich die ich zugegebenermaßen bisher noch nie gehört habe :-grins...
Musste mich deswegen eben bei Wikipedia ein wenig schlau machen was den Begriff der "Falsifizierbarkeit" betrifft ;).
Was ich bisher so dem Artikel entnehmen konnte scheinst du wohl Recht zu haben, das diese Theorie, nach diesen Kriterien, eher in den Bereich der Metaphysik gehört.
Ich muss zugeben das das meine momentanen Kompetenzen überschreitet und ich werde mich aus diesem Grunde nicht weiter äußern um kein Pseudowissen zu verbreiten oder mich als schlauer darzustellen als ich bin ;).

gruß Smigel *doof guck*