Antwort
Vielleicht hilft folgendes ein wenig beim Verständnis:
Das Geschöpf preist sich als Schöpfer neuen Lebens und Erschaffer neuer Welten, ist jedoch selbst noch verwurzelt in jenem Urgrund, aus welchem es stammt - und alles, was aus dem Geschöpf heraus entsteht, hat somit seine Wurzel in viel tieferen Gründen. Das Geschöpf scheint sich dessen nur nicht mehr bewusst zu sein.
Daher Hybris (= Selbstüberhebung gegenüber den Göttern).
Indirekt beeinflusst durch die "Gesänge" von Benn:
Gesänge
I
O dass wir unsere Ururahnen wären.
Ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor.
Leben und Tod, Befruchten und Gebären
glitte aus unseren stummen Säften vor.
Ein Algenblatt oder ein Dünenhügel,
vom Wind Geformtes und nach unten schwer.
Schon ein Libellenkopf, ein Möwenflügel
wäre zu weit und litte schon zu sehr.
II
Verächtlich sind die Liebenden, die Spötter,
alles Verzweifeln, Sehnsucht, und wer hofft.
Wir sind so schmerzliche durchseuchte Götter
und dennoch denken wir des Gottes oft.
Die weiche Bucht. Die dunklen Wälderträume.
Die Sterne, schneeballblütengross und schwer.
Die Panther springen lautlos durch die Bäume.
Alles ist Ufer. Ewig ruft das Meer -
Gottfried Benn