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Wieder Entführung zweier Deutscher im Irak?

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5170034_NAV_REF1,00.html

Leider sind bisher keine weiteren Informationen bekannt.
Irgendwie ist es schlimm, dass man die Bundesregierung so einfach "in die Hand bekommt".
Man muss sich für diese Probleme schleunigst eine Lösung einfallen lassen, denn sonst finden diese Entführungen nie mehr ein Ende!
Zwei Monate nach der Entführung von Susanne Osthoff sind wieder Deutsche im Irak in der Gewalt von Kidnappern. Bewaffnete verschleppten am Morgen zwei Ingenieure. Ein dritter Deutscher konnte entkommen, die Kidnapper hielten ihn für einen Araber.

Bagdad/Tikrit - Die Deutschen arbeiteten im nordirakischen Beidschi für eine Firma für Reinigungsmittel. Ein dritter Deutscher habe entkommen können, weil ihn die Geiselnehmer für einen Araber hielten, teilte ein Sprecher der Firma mit. Die drei Männer seien heute Morgen gemeinsam mit einem Iraker auf dem Weg von ihrer Unterkunft, einer irakischen Kaserne, zu der Fabrik gewesen, als die Kidnapper ihr Auto stoppten.

In ersten Berichten der Polizei war von sechs Bewaffneten in Zivilkleidung die Rede gewesen. Der Firmensprecher sagte dagegen, die Entführer seien mit zwei Autos gekommen und hätten Uniformen der irakischen Nationalgarde getragen. Sie hätten den beiden Deutschen die Hände gefesselt. Dann hätten sie ihre Opfer in den Kofferraum geworfen und seien mit ihnen davongefahren. Der irakische Begleiter und der entkommene Deutsche, der arabisch spricht, seien nach dem Überfall sofort zum Firmengelände gekommen.

Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) sprach von zwei jungen Männern, die laut Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) "aus dem Raum Leipzig" stammen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll es sich dabei um Thomas Wischke und Rebiti Drata handeln. Vom Auswärtigen Amt konnte dies noch nicht bestätigt werden.

Steinmeier versicherte, die Bundesregierung tue alles, um weitere Informationen zu erhalten. Sollte sich der Entführungsfall bestätigen, dann werde selbstverständlich alles getan, "um die Geiseln gesund zurückzubekommen", betonte er.

Im Auswärtigen Amt war kurz nach neun Uhr ein Krisenstab unter Leitung des Staatssekretärs Klaus Scharioth gebildet worden. Man stehe nun mit Unternehmen im Gespräch, um zu klären, für wen die beiden Männer tätig waren, sagte Steinmeier. Für den Nachmittag war eine weitere Sitzung des Krisenstabes angesetzt.

Beidschi liegt rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad. Der Ort, in dem die größte Ölraffinerie des Irak angesiedelt ist, liegt mitten im sunnitischen Dreieck, wo der Widerstand gegen die Regierung und die von den USA geführten Truppen am größten ist.

Am 25. November 2005 war die deutsche Archäologin Susanne Osthoff im Irak entführt worden. Sie konnte nach drei Wochen Geiselhaft befreit werden. Außenminister Steinmeier verneinte die Frage, ob eine mögliche Zahlung von Lösegeld die neue Geiselnahme befördert habe. Dies sei vielmehr der Berichterstattung darüber zuzuschreiben.

In Beidschi wurde bereits vor fast genau einem Jahr, am 19. Januar 2005, ein Ausländer entführt. Der brasilianische Ingenieur João José Vasconcelos Jr. hatte in einem Kraftwerk gearbeitet. Sein Schicksal ist bis heute ungeklärt.

Seit der US-geführten Invasion im Irak sind mehr als 200 Ausländer als Geiseln genommen worden. Die meisten davon kamen wieder frei, Dutzende wurden getötet (41 im Jahr 2004, 13 im Jahr 2005). Zurzeit ist die amerikanische Journalistin Jill Carroll in den Händen von Kidnappern. Sie wurde am 7. Januar entführt. Auch vier Friedensaktivisten - zwei aus Kanada, ein Amerikaner und ein Brite - wurden verschleppt.


Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,397005,00.html
Also, ich bin der Meinung, dass sich der deutsche Staat durch irgendwelche gearteten Entführungen nicht erpressbar machen lassen sollte. Leider Gottes hat er es aber bereits zugelassen erpressbar zu werden, in dem er nach der Entführung Osthoffs mit Lösegeld reagiert hat.
Die Archäologin war sich durchaus der Gefahr in die sie sich begibt bewusst, trotzdem ging sie das Risiko ein und wurde entführt, für mich ein Fall von schlecht gelaufen.
Das Auswärtige Amt spricht in Fällen von bürgerkriegsähnlichen Zuständen immer eine Einreisewarnung aus, so auch im Fall Irak. Ich bin also der Meinung, wenn man sich freiwillig in die Höhle des Löwen begibt, dann hat man gefälligst auch das Risiko selbst zu tragen und im Nachhinein nicht den Steuerzahler mit irgendwelchen Befreiungsaktionen zu belasten. Sicher waren sich auch die Ingenieure des Risikos bewusst [...] alles weitere lasse ich dahingestellt.

vllt. ein wenig herzlos
michelle schrieb:
Irgendwie ist es schlimm, dass man die Bundesregierung so einfach "in die Hand bekommt".
Man muss sich für diese Probleme schleunigst eine Lösung einfallen lassen, denn sonst finden diese Entführungen nie mehr ein Ende!
Ja, da liegt ein Hauptproblem vieler eigentlich "guten, schönen" Dinge unserer Gesellschaft. Menschenrechte, besonders die Würde des Menschen, das Recht auf Leben, generell alles was mit Invividualismus, Recht, Moral, Werten etc zu tun hat, hat gleichzeitig immernoch Gefahren. Es wird immer Menschen geben, die die Vorstellungen und Prinzipien anderer zu ihrem Vorteil ausnutzen und die Angst um das Leben ist nunmal eines der gravierensten %27Probleme%27 einer Rechtsstaat und "Moral"gesellschaft.

Lösung? Keine, die die Freiheit des Einzelnen nicht in besonderem Maße einschränkt, aber auch nicht jeden komplett auf sich allein gestellt lässt. (mehr dazu evntl. später)
Zed schrieb:
Lösung? Keine, die die Freiheit des Einzelnen nicht in besonderem Maße einschränkt, aber auch nicht jeden komplett auf sich allein gestellt lässt. (mehr dazu evntl. später)
Hm, nein sicher- eine solche Lösung gibt es nicht.

Aber ich muss sagen, dass ich stego%27s Ansatz für richtig halte!
Man sollte jedem Bundesbürger die Gefahr deutlich darstellen und ihn dann seine Entscheidung treffen lassen.
Im Falle einer Entführung ist es dann nicht mehr die Regierung, die für den Schaden verantwortlich ist.

Klar klingt das herzlos. Aber anders geht es nicht.
Man darf die Freiheit der Menschen nicht einschränken und Einreiseverbote, wie im Falle Osthoff in Betracht ziehen.
Aber Freiheit bedeutet eben das größte Maß an Eigenverantwortung, welches man sich vorstellen kann.
Es kann nicht beides geben- sich der Autorität Staat entziehen und dann in schlechteren Zeiten wieder Unterschlupf suchen wollen.
Ich vermeine nun auch bereits gelesen zu haben, dass das Auswärtige Amt jedem Deutschen, der sich im Irak aufhält, rät das Land schnellstmöglich zu verlassen, aus welchen Gründen er sich da auch immer aufhalten möge. Richtige Bekanntmachung, noch mehr Steuergelder in die Hälse irakischer Wiederstandskämpfer zu schütten halte ich für absolut unangebracht, gerade in den Zeiten eines massiven Haushaltsdefizits und den drohenden EU-Sanktionen etc pp.
Stego schrieb:
Ich vermeine nun auch bereits gelesen zu haben, dass das Auswärtige Amt jedem Deutschen, der sich im Irak aufhält, rät das Land schnellstmöglich zu verlassen, aus welchen Gründen er sich da auch immer aufhalten möge. Richtige Bekanntmachung, noch mehr Steuergelder in die Hälse irakischer Wiederstandskämpfer zu schütten halte ich für absolut unangebracht, gerade in den Zeiten eines massiven Haushaltsdefizits und den drohenden EU-Sanktionen etc pp.
Stimmt- ersteres hatten sie auch im Nachtjournal gesagt!

Auch der zweiten Sache stimme ich zu...
Wir sollten kein erpressbarer Staat werden, der Gelder "sinnlos" durch die Gegend schleudert, obwohl wir es gerade ernsthaft selbst gebrauchen könnten!
Endlich ein Lebenszeichen der beiden deutschen Geiseln!

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5170034_NAV_REF1,00.html
edit: ich schreibe das mal in ruhe auf, ... bsi später.