Heute Nacht sah ich einen Stern am Himmel funkeln, so wunderschön und doch so weit entfernt. Irgendwie schien er mir vertraut, obgleich ich ihn das erste Mal in meinen Träumen sah. Fast schien es mir, als würde er zu mir sprechen, mir über die Wange streicheln und mein Herz mit Freude erfüllen. Doch anstatt dessen begann ich im Schlaf leise vor mich hinzuweinen. Es war nicht der Stern, der mich mit seinem Lichte begrüßte - du warst es, der mich nun alleine auf dieser Welt gelassen hast.
So früh bist du von mir gegangen...ich kann es noch immer nicht glauben. In jedem einzelnen Moment, wenn ich an dich denke, füllen sich meine Augen mit Tränen. Verdammt, ich weiß nicht weiter. Meine Liebe zu dir ist so groß und ich konnte sie dir nicht so zeigen, wie ich es vielleicht gerne getan hätte. Weißt du, wie sehr ich dich liebe? Weißt du, wie sehr ich dich brauche? Weißt du, wie sehr ich dich gerade jetzt brauche?
Seitdem du fort bist, scheint vieles an dem, was man Mut, Hoffnung und Zuversicht nennt, verschwunden zu sein. So oft sitze ich einfach nur da und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe versucht, die Dinge zu tun, welche du auch getan hättest, doch wurde ich dabei nur mit Hass und krankem Wahn begrüsst. Ich bin eben nicht du - vieles würdest du viel besser tun als ich es vielleicht jemals konnte. Du warst ein wundervoller Mensch und nun bist du fort.
Die Welt ist so grau, auch wenn ich es mir anderen Menschen gegenüber fast nie anmerken lasse. Ich weine nicht, wenn meine Mutter neben mir steht oder ich mit meiner Freundin spreche. Ich klage nicht, wenn mein Bruder fragt wie es mir geht oder Freunde sich Gedanken über mich machen. Ich spiele mein Schauspiel und hoffe, dass niemand merkt, wie schlimm es doch wirklich in mir aussieht. Ich möchte niemandem weh tun. Möchte nicht, dass sich jemand um mich Sorgen macht. Will nicht, dass es jemandem schlecht geht wegen mir.
Ich versuche stark zu sein um für die verbliebenen Menschen da zu sein und ihnen ein Stück von dem zu schenken, was du getan hättest. Doch weiß ich, dass ich dem nicht gerecht werden kann. Ich bin nicht du.
Ich liebe dich...und nichts mehr auf dieser Welt wünsche ich mir, als dir das noch einmal sagen zu dürfen. Dich in meine Arme zu schließen und dich niemals wieder loszulassen. Bist du bei mir? Schaust du mir vielleicht über die Schulter während ich meine Gedanken niederschreibe?
Eine einzige Hoffnung bleibt mir doch noch bis zum Schluß: Dich dann, wenn auch meine Zeit gekommen ist, so wiederzusehen, wie ich dich in Erinnerung habe - als stolzen, sympathischen und geistreichen Mann, der mir so viel im Leben gezeigt hat, und für mich der wundervollste Vater war, den ich mir hätte vorstellen können.
Gewidmet meinem Vater Cengiz Iseri
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Alper Iseri - 25. Januar 2006
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