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Herzlich willkommen im Jahr 2084. Die Musikindustrie ist ein Segen für sich. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde sie von vielen verflucht. Heute ist sie das Beste, was uns passieren konnte. Jeder kann sich die Musik bestellen, die er möchte. Kann sie hören, wann und wo er will und das in reinster Qualität.
Vergessen die alten Zeiten, in denen man sich minderwertige Musik über Tauschbörsen illegal herunterladen musste. Genauso, wie noch vor einigen wenigen Jahrzehnten die Digitalisierung des Kinos die gesamte Branche revolutioniert hat, so wurde das gleiche Prinzip auch auf die Musik angewandt. Durch allerhöchste Kopierschutzmechanismen wurde der Piraterie das Handwerk gelegt.
Ich bin dankbar für die großen Konzerne, die dafür sorgen, dass der Wildwuchs an Musik endlich ein Ende hat. Vor zwei Monaten gab es sogar mal eine neue Single zu kaufen, die ich mir natürlich gleich über meine bionische Schnittstelle in mein Gehirn installieren ließ. Keine Kopfhörer, keine Lärmbelästigung und wann und wo ich möchte ist es mir möglich, die Musik zu hören, die ich möchte.
Zwar jedes Musikstück nur fünf Mal, bis es unbrauchbar wird, aber das ist mir meine Sicherheit wert. Denn heute kauft man die Lieder nicht einfach - heute wird alles lizensiert. Und daher kann der Rechteinhaber genau bestimmen, wie oft ich seine Musik hören darf. Einfach toll.
Letzte Woche wurde ein Bekannter von mir allerdings ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Virus hat sich über seine Schnittstelle eingeklinkt und sein Gehirn gelöscht. Das letzte was er sagte war Freiheit für die Musik. Sicher hat er illegale Musik heruntergeladen. Verdient hat er es. Qualität hat ihren Preis und diesen Preis muß nunmal jeder bezahlen. Ich bin stolz darauf, ein Mitglied dieser Gesellschaft zu sein.
Oh, entschuldigt mich - ich muß weiter. Das Rechtemanagement teilt mir gerade mit, das ich mich in zwei Stunden zum Gehirnupdate melden muß. Ohne dieses sind nämlich nicht nur meine schönen Lieder futsch. Schließlich könnte ich mit einem rückständigen Gehirn eine echte potentielle Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Gott schütze die Musikindustrie...
Euer Alper
In unregelmäßigen Abständen schreibe ich verschiedene Artikel für ein Lifestyle- und Trendmagazin, welches momentan vorwiegend im Raum NRW erscheint.
Pressetext: Das Optixx Magazine ist ein Lifestyle-Medium für junge und junggebliebene Trendsetter, welches sich bereits nach kurzer Zeit durch seine zielstrebige und nachhaltige Strategie zu den marktführenden Publikationen im Bereich Nachtleben zählen kann. Das Optixx Magazine ist immer Up to Date und arbeitet und berichtet über die heißesten Trends der Szene, die aussichtsreichsten Newcomer, die coolsten Partys sowie die trendigsten Styleguides und Neuheiten aus Mode, Technik und vielem mehr...Lebenslust pur!
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