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Die Alten sterben lassen um die Jüngeren nicht zu belasten

Heute habe ich auf Focus Online einen interessanten Bericht gelesen. In diesem Bericht wird vorwiegend die Meinung von Claus Hipp (der Besitzer der HIPP-Markengruppe "Dafür stehe ich mit meinem Namen") wiedergegeben. Der mittlerweile 76jährige hat mit seinen Äußerungen zur medizinischen Versorgung Älterer für große Empörung gesorgt.

Seiner Ansicht nach sollte bei einer schweren Krankheit eines alten Menschen genau abgewägt werden, ob eine unbedingte medizinische Versorgung notwendig ist um den Menschen am Leben zu erhalten. Ab einem gewissen Punkt müsse man den Menschen eher sterben lassen, als die Wirtschaft, und damit auch die Jüngeren, zu belasten.

Natürlich bin auch ich der Meinung, dass jemand, der sich beispielsweise den Arm bricht, unabhängig von seinem Alter medizinisch versorgt werden sollte. Ich finde es jedoch sehr bedenkenswert, wenn ein 90jähriger zum Beispiel eine neue Leber erhält, damit er weiterleben kann, obwohl diese Leber vielleicht auch einem jüngeren Menschen hätte helfen können.

Sicher würde es schwer werden, eine solche Altersgrenze zu definieren aber sie könnte tatsächlich für mehr "Gerechtigkeit" in der Gesellschaft sorgen. Man stelle sich vor, dass ein alter Mensch unbedingt und mit allen Mitteln am Leben erhalten werden soll, obwohl dieser sein Leben mit vielleicht 85 Jahren doch schön lang und gut gelebt hat.

Ich habe meinen Vater vergangenes Jahr verloren. Er war 57 Jahre alt. Wie alt ich werde weiß ich nicht, aber ich möchte mit 80 Jahren nicht dafür verantwortlich sein, dass ein junger Mensch wegen mir sein Leben verliert oder weniger Chancen hat. Wie seht ihr das?

Quelle: http://focus.msn.de/finanzen/news/unternehmer-claus-hipp_nid_27056.html
Mehr Blut- und Organspenden wäre eine Alternative...
Da hast du absolut recht. Nur wie willst du das anstellen? Wieviel Prozent der Bevölkerung tragen einen Organspendeausweis mit sich herum?

Ich habe einen, den ich immer dabeihabe. Im Falle meines Todes gestatte ich die Entnahme von Organen/Geweben zur Transplantation mit Ausnahme meines Herzens, meines Gehirns und meiner Augen.

Du hast aber gerade ein sehr wichtiges Thema angesprochen. Ich werde in den nächsten Tagen mal einen Beitrag dazu veröffentlichen :-)
Ich stand mal mehr oder minder knapp vor einer Organspende ;-) Vir vier Jahren, fast auf den Tag genau, wollte ich meinem nierenkranken Onkel eine Niere spenden! Nach unzähligen Untersuchungen in der Uniklinik Leipzig hat sich dann herausgestellt, das ich wohl doch nicht geeignet bin! Im Nachhinein bin ich eigentlich froh darüber, vllt. war es Gottes Fügung oder Schicksal oder so etwas ähnliches, dass es nicht "geklappt" hat. Wer weiß das schon...
Organspendeausweis habe ich auch. Allerdings stelle ich alle Organe zur Verfügung!
Warum verweigerst Du die Weiterverwendung Deines Herzens, ghost? Welche Bedenken hast Du da? Gehirn und Augen finde ich verständlich.. da man diese sowieso nur eingeschränkt bzw. überhaupt nicht für kranke Patienten nutzen kann.

Zu der anderen Sache: ich sehe es ähnlich. Man sollte jüngere Menschen vorziehen- allerdings nur sehr eingeschränkt!
Meines Erachtens ist es doch sowieso schon so, dass die Wartelisten auch dem Alter der Patienten angepasst werden, oder?
Somit ist es nur fair, wenn dem leberkranken 90-Jährigen, der 27-Jährige vorgezogen wird.
Alledings darf man nicht ins Extreme abgleiten: ein 70-Jähriger, der schon seit Jahren auf eine Spenderniere wartet und regelmäßig zur Dialyse muss, muss einfach vor einem jüngeren Patienten stehen, der erst kürzlich erkrankt ist.
Denn wer kann denn wissen, ob ein 30-Jähriger in seinem Leben vielleicht nicht schon mehr erlebt und erreicht hat als ein älterer Herr?
Wer will sich erlauben einen Familienvater oder Großvater aus einer intakten Familie "herauszureißen", um damit einen drogensüchtigen Obdachlosen die Chance auf Leben zu gewähren?
Die meisten Fälle sind einfach nicht eindeutig genug. Um zu entscheiden, welches Leben sinnvoller ist, als ein anderes (welches Recht man sich sowieso nicht nehmen darf) muss mehr betrachtet werden, als das Alter.

Ansonsten: Bin auch pro Blut/Plasma/Thrombo/Knochenmarkspende.
Hab die ersten drei Dinge schon gespendet und mich kürzlich in die Knochenmarkdatei eintragen lassen... denn was ist schon ein kleiner Stich in den Arm gegen den Nutzen, den er gewährleistet?

Ein interessanter Gedanke ist auch: Wenn jeder Mensch bereit wäre eine Niere zu spenden, dann würde es keine Menschen mehr geben, die an Nierenversagen sterben oder ihr Leben nach der Blutwäsche richten müssten. Für die geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Funktion seiner verbliebenen Niere beeinträchtigt wird, springt schon der Nebenmann mit seiner Spende ein!
mini_mel schrieb:
vllt. war es Gottes Fügung oder Schicksal oder so etwas ähnliches, dass es nicht "geklappt" hat. Wer weiß das schon...
:-spy
darauf hab ich gewartet, jetzt fehlt ja nur noch ne tolle sinnlose Antwort von deinem Schatten :-lach

...herrlich, herrlich...
mini_mel schrieb:
darauf hab ich gewartet, jetzt fehlt ja nur noch ne tolle sinnlose Antwort von deinem Schatten :-lach

...herrlich, herrlich...
:-spy http://www.gespraechsmeister.de/smilies/kaffeetrinker_2.gif
ich fühl mich auch schon wie ein ganz schlechter Mensch, da ich nur einen Organspendeausweis bei mir trage (auch eingeschränkt!) und noch nicht Blut, Plasma und Thrombo (was auch immer das ist) gespendet habe...

mann mann mann kopfschüttelt
Künftig sind alle Bundesbürger potentielle Organspender, sofern sie dem nicht widersprechen und sich in einer Online-Datenbank bei der Deutschen Gesellschaft für Organspende als Nichtspender registrieren. Die Erklärung zur „Nicht-Organspende“ ist jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufbar.


Die Entscheidung einen Organspendeausweis mit sich zu tragen und damit dem Wunsch Ausdruck zu verleihen, seine Organe nach dem Tod anderen Menschen zur Verfügung zu
stellen, soll ohne erneute Befragung von Angehörigen des Verstorbenen respektiert werden.
Organspendeausweise sollen nicht umgangen werden können, die Organspende auch gegen
den ausdrücklichen Willen der Angehörigen durchgesetzt werden.
Die Kosten, die einem Krankenhaus durch notwendige intensivmedizinische Betreuung eines
hirntoten Organspenders entstehen, sollen nicht länger vom Krankenhaus selbst getragen
werden müssen. Die Aufwendungen der entsprechenden Häuser werden durch die
Krankenkasse des Organempfängers getragen. Selbstverständlich darf hierdurch keine
Einnahmequelle für die behandelnden Krankenhäuser entstehen. Mittelfristig wird sich so die
Bereitschaft einen verstorbenen Organspender zu melden drastisch erhöhen und ein großer
Beitrag zur Krankenversorgung in Deutschland geleistet werden.


Zwei Vorschläge vom letzten Wocheende, die durchaus sinnvoll wären..
carina schrieb:
ich fühl mich auch schon wie ein ganz schlechter Mensch, da ich nur einen Organspendeausweis bei mir trage (auch eingeschränkt!) und noch nicht Blut, Plasma und Thrombo (was auch immer das ist) gespendet habe...

mann mann mann kopfschüttelt
1.) Wenn man für sich selbst etwas als selbstverständlich ansieht, passiert es eben, dass man das von anderen Menschen auch zu schnell erwartet. Und z.B. gerade bei der Knochenmarkgeschichte- da frage ich mich: Was passiert, wenn ich an Leukämie erkranke? Ich wünsche mir, dass Knochenmark für mich gefunden wird. Aber wie kann ich erwarten, dass mir das von anderen Menschen zur Verfügung gestellt wird, wenn ich selbst nicht dazu bereit wäre?

2.) Das hat nichts mit guten oder schlechten Menschen zu tun: Thrombo- und Plasmaspenden sind bei den meisten garnicht möglich! (Blutgruppe/ Venendicke).
Ich bin auch nur einmal in einer Notfallsituation darauf angesprochen worden und empfand es als selbtverständlich da zu helfen.

3.) Verstehe Deine Angriffslust garnicht. Jeder prahlt doch gern. Lass mich doch auch mal :-grins
michelle schrieb:
3.) Verstehe Deine Angriffslust garnicht. Jeder prahlt doch gern. Lass mich doch auch mal :-grins
gut, weitere ausführungen dazu wären eh offtopic! :-)
@Phil: Zwei sehr sinnvolle Aussagen...finden absolut meine Zustimmung

@michelle: Weswegen ich die Weitergabe dieser drei Organe eigentlich nicht wünsche? Hmmmm...für mich haben diese Organe eine ganz besondere Bedeutung. Ich gehöre keiner Konfession an aber habe meinen eigenen Glauben ganz für mich persönlich ausgemacht. Und mein Herz ist irgendwie für mich schon so etwas wie eine Seele...genau wie mein Gehirn. Kann das vielleicht nicht näher beschreiben aber irgendwie ist es so. Und meine Augen möchte ich behalten da ich nicht ohne Augen im Grab sein möchte...auch wenn es nur Dunkelheit zu sehen gibt.

1.) Wenn man für sich selbst etwas als selbstverständlich ansieht, passiert es eben, dass man das von anderen Menschen auch zu schnell erwartet. Und z.B. gerade bei der Knochenmarkgeschichte- da frage ich mich: Was passiert, wenn ich an Leukämie erkranke? Ich wünsche mir, dass Knochenmark für mich gefunden wird. Aber wie kann ich erwarten, dass mir das von anderen Menschen zur Verfügung gestellt wird, wenn ich selbst nicht dazu bereit wäre?

Das ist meiner Ansicht nach eine sehr wichtige Frage. Menschen, die niemals Organe spenden würden und sich verweigern - sollten diese überhaupt Spenderorgane erhalten dürfen? Oder wie ist es mit der Knochenmarks-Spenderdatei. Wer da nicht drin ist - dem darf geholfen werden wenn er Leukämie hat?

Ich komme überall im Leben mit der sog. Schmarotzermentalität nicht klar. Es muß ein Nehmen UND Geben sein und nicht nur das Nehmen.

PS nur der vollständigkeit halber: Ich bin ebenfalls Blut- und Plasmaspender, auch in der Knochenmark-Spenderdatei eingetragen ;-)
ich möchte nicht dass man nach meinem tod an mir herumschnippelt, was immer da auch stattfinden sollte. anders wenn jetzt jemand meine hilfe benötigen würde, ...

allerdings finde ich das recht unverschämt von herrn hipp, sollen sich jetzt alle ab 55 die kugel geben?
die gesellschaft lässt doch ältere menschen sowieso schon total untergehen in deutschland. pflegeheim-skandale, ältere generationen finden keinen job mehr, leben an der armutsgrenze, ... usw.

herr hipp kann ja gerne suizid begehen & als "gutes beispiel" vorangehen. aber über andere menschenleben zu bestimmen finde ich äußerst äh, ... grenzwertig und gelinde gesagt total meschugge.


habe neulich eine dokumentation über ein älteres geschwisterpaar in schweden gesehen und war ganz gerührt. so ein leben und so einen schönen abschied von selbigen mag man jeden hier wünschen.

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hugo und rosa

http://img207.imageshack.us/img207/7035/dok352b360x2004mq.jpg

den fernseher missbrauche ich zeitweilig & oft ausschließlich als berieselungsmaschine. hätte ich keinen ich würde mich anderweitig beschäftigen. ich könnte mich an meinen geräumigen küchentisch setzen & mich in socken stopfen versuchen, ich würde angestrengt meine alten fotografien nach damaligen gemütslagen sortieren oder abends warme kuchen backen, damit ich den duft in verschließbaren dosen einfangen kann.
manchmal allerdings, manchmal bleibt man doch hängen an diesem kleinem apparat und ist froh dass man mit der welt auf eine art & weise verbunden ist, die auch schon wieder unheimlich wird, wenn man eine kleine zeitreise nach hinten zulässt. heute abend war es wieder einmal so weit, ich war zu besuch in einem rotangestrichenem, schwedischem sommerhaus. eingeladen von hugo und rosa, einem altem geschwisterpaar das auf dem hof gantby ein genügsames und bescheiden-fröhliches leben führt. nur unterbrochen von akkordeon-liedern und dem regelmäßigem gang zur dorfkirche. ein leben, das ein dokumentar-filmer 10 jahre lang mit der kamera einfangen durfte.
selten hat mich eine dokumentation so berührt, was nicht letztlich allein an der herzigen (doch heute in dieser elektrowelt, nicht häufig anzutreffenden) lebensart liegt. besondere momente in diesem film: die kumpelhafte, aber doch so tiefe verbundenheit der beiden geschwister. der feine sinn für humor, die leisen gesten. immer noch innerlich jung geblieben, macht der äußere zerfall jedoch nicht halt. und man will die beiden dabei doch nur über die wange streicheln und mitsingen, dass man nicht traurig sein darf. die sonne geht unter, aber früh am morgen geht die sonne wieder auf. wie ein altes, schwedisches lied erzählt.

http://www.arte-tv.com/de/woche/244,broadcastingNum=542376,day=6,week=13,year=2006.html

http://svt.se/svt/jsp/Crosslink.jsp?d=10628&a=155715
ghostwalker schrieb:
Sicher würde es schwer werden, eine solche Altersgrenze zu definieren aber sie könnte tatsächlich für mehr "Gerechtigkeit" in der Gesellschaft sorgen.
Da liegt m.E. schon der große Widerspruch. Wie kann man am Ende von Gerechtigkeit sprechen, wenn man anfängt, junge Menschen als lebenswerter zu befinden als ältere.
Hipp geht die Sache falsch an. Abzusehen ist ohnehin ein immer höheres Durchschnitts- und Sterbealter, deshalb hat die Lösung in Anpassung und nicht in mittelbarer Ausrottung zu liegen. Medizinische Versorgung muss für jeden immer zur Verfügung stehen - wenn wir beginnen nach irgendwelchen Kriterien abzuwägen, klassifizieren wir und werden unseren eigenen Idealen nicht gerecht.
Wenn jemand Interesse an Organspendeausweisen hat, kann sich

1) an mich wenden. Ich habe rund 500 neue Ausweise, welche ich noch sinnvoll verwenden möchte...

2) an die Bundestentrale für gesundheitlich Aufklärung (BZgA) wenden. Diese verteilt auch kostenlos neue Organspendeausweise!

Euer Picasso
Picasso schrieb:
Wenn jemand Interesse an Organspendeausweisen hat, kann sich

1) an mich wenden. Ich habe rund 500 neue Ausweise, welche ich noch sinnvoll verwenden möchte...

2) an die Bundestentrale für gesundheitlich Aufklärung (BZgA) wenden. Diese verteilt auch kostenlos neue Organspendeausweise!

Euer Picasso
Oder auch in jeder Apotheke und Blutspendezentralen nachfragen.
Alle Faulen können sich ihn auch downloaden.

An der Beschaffung sollte%27s ja nicht scheitern.
@Michelle: Der Vollständigkeit halber solltest du vielleicht noch den Link nennen wo man ihn sich downloaden kann?

@Picasso: Dein Einsatz in allen Ehren - doch wofür besorgst du die 500 Ausweise, für die du, laut deiner eigenen Aussage, keine Verwendung hast? Ist doch viel besser den Leuten, die sich dafür interessieren zu erzählen, wo sie ihn bekommen können. Dann können sie es auch anderen Menschen erzählen. Oder sollen alle zu dir kommen?
ghostwalker schrieb:
@Michelle: Der Vollständigkeit halber solltest du vielleicht noch den Link nennen wo man ihn sich downloaden kann?
Freilich :-)

http://www.akos.de/organspende/gfx/ausweis.pdf