ChatKult Communitypowered by Next 1.0.11
ChatKult FORUM · Next 1.0.11
Forenübersicht » [ Technik & Multimedia ] » Trusted Computing

Trusted Computing

http://www.lolope.de/meetinx/atcpa.jpg

Der kurze Animationsfilm von Benjamin Stephan und Lutz Vogel zeigt, warum "Trusted Computing" (TC/TCG/TCPA/Palladium/NGSCB/LaGrande) toll klingt, es aber ganz und gar nicht ist.

--> http://video.google.com/videoplay?docid=-5115609628556940516
Ein sehr gut gemachter Film, der die Probleme der neuen Vertrauenspolitik der Industrie mehr als deutlich macht. Der Verbraucher hat nichts mehr zu entscheiden. Die Industrie wird ihm mitteilen, was er darf und was er nicht darf. Sie wird wissen, was gut und was böse ist. Ob das zu mehr Sicherheit führen wird? Garantiert nicht!

Das Problem ist leider nur, dass die wenigsten sich über ihre persönliche Freiheit und ihren Datenschutz Gedanken machen. Sie werden das neue Betriebssystem schlucken wie sonst auch. Ich bleibe bei meinem aktuellen Betriebssystem bzw. werde eher wechseln - mein nächstes Notebook wird ein Apple ;-) Wobei - sollte sich auch hier die tolle Trusted Computing Industrie etablieren, werde ich auch das nicht mehr nutzen. Time will tell...
Das Problem ist doch aber, dass es ja bei diesem Konzept nicht um die Software, sondern um die Hardware geht! In ihr wird die Technologie sitzen, die entscheidet, welches Programm auf dem Rechner laufen darf und welches nicht, bzw. welche Teile ich einbauen darf und welche nicht. Da werden mir dann auch die tollsten Opensource-Alternativen nichts mehr nützen - es sei denn, ich bleibe auf meinem alten System sitzen und bete, dass es dafür in Zukunft noch Ersatzteile geben wird, falls etwas kaputt geht. Auf dem Stand der Zeit wird man so natürlich nicht bleiben können, irgendwann ist der noch nicht mit TCPA infizierte Rechner nicht mehr als eine Schreibmaschine, weil man die gestiegenen Anforderungen an die Hardware nicht mehr erfüllen kann. Bzw. wird eine ordentliche Datenkommunikation nicht mehr möglich sein, weil der Empfänger meine Dateien nicht mehr lesen kann, da seine Software meine Dateiformate nicht mehr anerkennt. TCPA ist der Tod für Opensource!

Ich weiß nicht, wie ich in die Zukunft sehen soll - ob verzweifelt oder doch noch mit einem kleinen Hoffnungsschimmer, dass sich eine starke Subkultur entwickeln kann, die dem Diktat der Industrie Paroli bietet ...
Natürlich geht es um die Hardware. Aber es liegt noch immer an der Software, ob sie diese Funktionen aktiviert und nutzt oder eben nicht. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Hardware unabhängig von dem verwendeten Betriebssystem erkennen kann ob die MP3-Datei, die sich jemand gerade herunterlädt, illegal ist oder nicht. Das Betriebssystem könnte diesen Bereich einfach umgehen oder deaktivieren. Das so etwas nicht im Sinne der Industrie ist, erscheint mir logisch. Gleichzeitig ist Linux ein freies Betriebssystem und es wird sicher sehr schnell soweit sein, dass man mit wenigen Tastenklicks diese Funktion deaktivieren kann.
Aus der FAQ auf http://www.againsttcpa.com:
TCPA steht für Trusted Computing Platform Alliance (Vertrauenswürdige Computerplattform Allianz). Bei der Technologie sprechen wir also von der TCP (Der Vertrauenswüdigen Computerplatform). Diese sieht vor, dass anfangs alle Computer mit einem TPM (Trusted Platform Module), auch bekannt als Fritz-Chip, ausgestattet werden. In späteren Entwicklungsstufen werden dessen Funktionen direkt in CPUs, Grafikkarten, Festplatten, Soundkarten, Bios usw. integriert. Dies stellt dann sicher, dass der Computer sich jederzeit in einem TCPA-Konformen Zustand befindet und dies überwacht. Präzise ausgedrückt heißt das: Auf der untersten Ebene befindet sich die Hardware, darüber TCPA, und erst danach kommt der User. Die gesamte Kommunikation arbeitet mit einer 2048Bit starken Verschlüsselung, also sicher genug, um das Entschlüsseln in Echtzeit auch auf längere Sicht zu verhindern. Dies dient dazu, sicherzustellen, dass die TCPA jegliche ungewollte Software & Hardware unterbinden kann. Daraus resultierend wird man Software und Hardware, welche nicht von diesem Konsortium abgesegnet (Zertifiziert) wurde, nicht einsetzen können. Und um diese zertifizieren zu lassen, wird man voraussichtlich, zumindest für Privatpersonen bzw. kleine & mittelständische Unternehmen, horrende Summen bezahlen müssen. Demzufolge würde man OpenSource praktisch zum Tode verurteilen, da eine Software ohne TCPA-Lizenz einfach nicht lauffähig wäre. Auf Kurz oder Lang würden nur die großen Softwareunternehmen überleben und den Markt nach belieben beherrschen können.
Wer jetzt meint, man könne dieses System doch sicher umgehen/entfernen, dürfte sich täuschen. Erstens gab es bisher noch nie eine solch in die Hardware integrierte Sicherheitstechnologie, zweitens waren es bisher immer Offline-Systeme. Bei TCP werden die Rechte zentral von der TCPA (USA?) verwaltet. Und sobald das System eine Manipulation bemerkt, wird dies gemeldet werden. Was dies strafrechtlich zur Folge haben könnte, erläutern wir unter "Die Gesetzesentwürfe". Das somit auch Systeme, die aus gutem Grund (Geschäftsdaten) nicht ans Netz sollen, zumindest zeitweise zum Schlüsselabgleich, auch online sein müssten, wäre da noch ein weiteres Übel.


Wie willst du also Linux zum Einsatz bringen, wenn es von der TCPA nicht als vertrauenswürdig eingestuft ist, somit also gar nicht erst von der Hardware akzeptiert wird?
oh...das ist ziemlich heavy...