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Mutter erdrosselt Kind

Sicher habt ihr auch von Bianca P. aus Eutin gehört, die ihr Kind umbrachte aus Angst um ihren Ausbildungsplatz.

Überall in den Medien ist zu lesen: "Verzweiflungstat" , "Wurde von der Firma gedrängt", "Wusste nicht weiter" etc.

Zudem wird, wenn überhaupt, nur Anklage wegen Todschlag im minder schweren Fall erhoben. Wenn sie Glück hat, bekommt sie nicht einmal eine Haftstrafe.
Sie durfte sofort wieder zurück zu ihren Kindern und das Jugendamt sieht da auch keine Notwendigkeit ihr das Sorgerecht zu entziehen oder einzuschränken.

Zu Beerdigung des kleinen Sebastian ist sie nicht gegangen. Als Grund gab sie an: "Der Schmerz war zu groß."

Könnt ihr sowas verstehen? :-grummel

Da wird ein kleines Baby brutal ermordet- und die Gesellschaft rechtfertigt dies.
Zu behaupten, dass Existenzangst ein Grund ist, ist eine Lüge.
Durch Arbeitslosigkeit alleinerziehender Mütter wurden in unserem Wohlfahrtsstaat noch keine Existenzen zerstört.

Egal wie groß die Verzweiflung dieser Frau war: eine Adoption oder eine Abgabe in eine Babyklappe sind immer Optionen, die man nicht übersehen kann.
Diese Möglichkeit hat jeder, und jeder weiß das!

Meine Meinung: die Frau gehört weggesperrt und zwar für immer!
Für jeden psychisch gesunden Mensch ist das Mord, nichts anderes.
Mag sein, dass die junge Frau gestört ist- aber ist das eine Entschuldigung? Würde das nicht viel mehr darauf hinweisen, dass ihre anderen beiden Kinder im falschen Umfeld aufwachsen?

So oder so- Geschlossene oder Knast: diese Frau auf freien Fuß zu lassen wäre ein Verbrechen.
Ich habe nur am Rande von dieser Begebenheit mitbekommen.

Ich bin in meiner Meinung zweigeteilt:
Einerseits kann ich verstehen, dass hier mit einem milden Urteil gerechnet wird. Die Frau hat sich sonst nie was zu schulden kommen lassen, ist psychisch gestört und absolut überfordert mit ihrer Situation. Zudem hat sie Kinder. Soll man diese Frau "für immer wegsperren"? Wäre ihr bzw. ihren Kindern damit geholfen? Ich weiß nicht.

Andererseits finde ich es krass, dass ein Mord an einem Menschen der geplant war so niedrig geahndet wird. Gerade bei unschuldigen Wesen wie Kindern ist solch eine Tat noch schlimmer. Sie können sich nicht wehren und sind der Macht anderer Menschen ausgeliefert.

In der Haut des Richters möchte ich nicht stecken. Ich glaube dieser Fall ist sehr sehr schwer zu beurteilen. Eine feste Ansicht habe ich mir daher auch nicht bilden können.

@Michelle:
Natürlich gibt es in 99%25 aller Fälle Lösungsmöglichkeiten. Ob es nun Überschuldung ist, Arbeitslosigkeit oder wie in einem solchen Fall. Von aussen gesehen mag es klar erscheinen dass es genügend Möglichkeiten gibt, aus solchen Miseren rauszukommen. Nur gerade diese Menschen, die diese Probleme haben, sehen diese Lösungsmöglichkeiten zumeist nicht. Sie sind in einem Loch und kommen anders nicht mehr raus. Das dann Verzweiflungstaten folgen mag für uns nicht verständlich erscheinen aber für diese Menschen ist es der letzte Ausweg.
ghostwalker schrieb:
Soll man diese Frau "für immer wegsperren"? Wäre ihr bzw. ihren Kindern damit geholfen? Ich weiß nicht.
Ich denke schon.
Ich hätte keine Mutter haben wollen, die mein Geschwisterchen getötet hat. Wüsste auch nicht, ob ich ihr in so einem Fall noch Respekt entgegen gebracht hätte- vielmehr hätte ich Angst, würde mich in der Öffentlichkeit schämen- und vor allem mich ekeln.
Vielleicht sind die Kinder jetzt noch zu klein- aber auch sie wachsen... und verheimlichen wird man es nicht können. Es ist jetzt immerhin in ganz Deutschland bekannt.

Außerdem wird die familäre Situation bei anderen Mördern ja auch nicht in Betracht gezogen.
Nur weil ein Kinderschänder selbst Frau und Kinder hat, ist seine Tat ja nicht minder schlimm... selbst wenn seine Familie dadurch für%27s Leben gestraft ist.


Das dann Verzweiflungstaten folgen mag für uns nicht verständlich erscheinen aber für diese Menschen ist es der letzte Ausweg.


Kann man denn wirklich von einer Verzweiflungstat reden?
Etwas, was man 9 Monate gewusst hat?
Kann man 9 Monate so verzweifelt sein, dass sich nicht ein einziger logischer Ausweg zeigt?

Wenn man das dann mit "ja" beantworten kann, leitet sich die 2te Frage ab: "Kann jemand, der so gestört ist, wirklich vollste Verantwortung für 2 Kinder übernehmen?"
Es gibt immer wieder Frauen, die eine ungewollte Schwangerschaft bis zum Ende "einfach" verdrängen und dann kann man durchaus von einer Verzweiflungstat sprechen!
Mord ist Mord, bleibt Mord!

Die zwei Kinder, die derzeit bei der Mutter leben sollten in Pflegefamilien mit therapeutischer Basis untergebracht werden. Die Frau gehört, das ist auch meine Meinung, zumindest in die Psychiatrie mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Vielleicht kann man ihr helfen und sofern das auch erfolgreich geschieht, sollte man ihr insofern die Chance geben, regelmäßigen Kontakt zu ihren Kindern zu pflegen. Aber mehr auch nicht!
Liebe Michelle,

wie heisst es so schön: "Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht 10 Meilen in seinen Schuhen gelaufen bist."

Die Zeitungen schreiben nicht alles, aber glaube mir, bei einer solchen Tat werden stets psychologische Gutachten hinzugezogen.

Die Frau hat ihr Kind sicherlich nicht aus Angst um einen Ausbildungsplatz umgebracht, sondern da spielen ganz andere Faktoren eine Rolle.

Ja, es ist die Psyche. Und ja, sie gehört in Behandlung.
Allerdings nicht "in die Geschlossene" und auch nicht "weggesperrt für immer" - eine ambulante Behandlung reicht in der Regel völlig.

Ihr die anderen Kinder wegzunehmen halte ich auch für keine sinnvolle Lösung.

Ich weiss jetzt nicht, wie alt das Kind war, aber ich vermute, es war ein Säugling.
Hast du schonmal was von Postpartaler Depression oder Postpartaler Psychose gehört?
Das sind psychische Erkankungen, die nach einer Entbindung nicht selten sind.
Die hängen mit dem Hormonspiegel zusammen und sind sehr gut therapierbar, auch ohne geschlossene Anstalt.
Ich selber habe an einer PPD gelitten, es ist die Hölle. Nein, ich habe mein Kind nicht umgebracht, ich hatte auch eine recht leichte Form.
Das Problem ist, dass eine PPD in den meisten Fällen nicht erkannt wird oder als "normaler Stress" abgetan wird.
Eine PPD oder PPP kann schon in der Schwangerschaft, direkt nach der Geburt oder innerhalb des ersten Lebensjahres auftreten.

In den meisten Fällen, in denen einen Mutter ihr Baby tötet, war diese zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig und wusste nicht, was sie tat.
Das objektive Denken ist ausgeschaltet, Dinge wie "Babyklappe" oder "Adoption" haben keinen Platz mehr im Kopf - so eine Tat geschieht nicht geplant (und ist deswege auch kein Mord), sondern im Affekt.
Das ist sehr schlimm, keine Frage und ich will damit keinesfalls die Kindstötung verharmlosen oder ähnliches.

Solche Frauen sind oft alleine, ohne soziales Netz. Sie haben niemanden, der ihnen unter die Arme greifen könnte oder erkennt, in welchem Zustand sie sich befinden.

Ganz ehrlich: Ich habe Mitleid mit dieser Frau. Denn ich kann ansatzweise nachvollziehen, wie es ihr ergangen ist.
Mein Gott, sie hat ihr Kind getötet, diese Schuld wird sie ihr Leben lang mit sich herumtragen und sie wird vermutlich niemals darüber hinwegkommen.

LG,

Silke

Link zum Thema PPD und PPP: http://www.schatten-und-licht.de
silke schrieb:
wie heisst es so schön: "Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht 10 Meilen in seinen Schuhen gelaufen bist."
Dieser Spruch ist mir nicht bekannt und ich finde ihn auch ziemlich sinnlos.
Wir urteilen doch ständig- in jeder Situation. "Wie sieht denn seine Frisur aus?" "Oh man, sie kann aber garnicht kochen." "Warum muss er denn immer seinen Senf dazu geben" usw.
Die Kunst besteht nur darin, zu schaun, was man laut ausspricht und was man lieber für sich behält.

Ob letzteres in einem solchen Fall erfoderlich wäre,weiß ich nicht :-spy
Ich mag kein Baby umbringen, um aussprechen zu dürfen, dass es nicht richtig ist.

Natürlich habe ich schon von diesen Depressionen gehört.
Ich könnte Dir hier auch spontan 20 weitere Psychosen und Persönlichkeitsstörungen aufzählen.
Depressionen mausern sich leider zu einer Volkskrankheit.
Aber entschuldigen sie bestimmtes Verhalten?

Dass ein Mörder oder Kinderschänder irgendeine Störung haben muss, ist mir auch klar.
Vielleicht lassen sich gewisse Dinge auch leichter nachvollziehen.
Aber rechtfertigen kann man sie dadurch nicht.

Ich finde Deine Meinung ganz schön extrem.
Ein kleines Kind wurde getötet- und konnte sich- wie hier schon erwähnt wurde, nichteinmal wehren. Und Dir tut die Mama leid?
Das macht mich, ehrlich gesagt, ziemlich wütend- und ich kann nur mit dem Kopf schütteln. :-(
Und das Kind wurde laut den Berichten auch kurz nach der Geburt getötet.
Diese Depressionen setzen doch aber nicht mit der Minute ein, indem man sein Baby das erste Mal sieht?
Oder irre ich mich da?
Doch, sie können eben in diesem Moment eintreten.
Wie gesagt, es ist eine hormonelle Sache und sobald die Geburt vorbei ist, beginnt im Körper eine riesige hormonelle Umstellung.
In den meisten Fällen keimt die Depression aber auch schon in der Schwangerschaft und bricht dann nach der Geburt hervor.

Natürlich tut mir das Kind auch leid und ich finde es schrecklich, dass es nicht leben durfte und auf so grausame Art und Weise wieder gehen musste.

Aber ich finde deine Meinung sehr oberflächlich und -um es in deinen Worten zu sagen- auch sehr extrem.

LG,

Silke
silke schrieb:
Aber ich finde deine Meinung sehr oberflächlich und -um es in deinen Worten zu sagen- auch sehr extrem.
Damit kann bzw. muss ich leben.
Einen Mord zu verurteilen ist in erster Linie einfach menschlich.
Mögliche Depressionen entschuldigen diesen nicht. (wie gesagt- bisher ist es nur Deine Vermutung, dass diese Psychose aufgetreten ist)

Trotzdem tut es mir natürlich leid, dass es Dir nach der Geburt Deines Kindes schlecht ergangen ist.
Also ich teile deine Meinung auch nicht ganz, Silke...
Klar tut einem das irgendwo Leid...diese Mutter wird ihr Leben lang Gewissensbisse
haben (was sie aber verdient hat...)

Und ganz ehrlich...wer will schon bei einer Person leben, selbst wenn es die eigene Mutter ist, die das Geschwisterkind von einem umbringt??...

Jeder normal denkende Mensch verurteilt Leute, die Morde begehen... und da ist es mir
persönlich auch scheißegal, ob die nun am Ende war oder nicht...wer sein eigenes
Kind umbringt gehört ganz sicher nicht auf freien Fuß... sowas kann ich echt nicht nachvollziehen!

Schon wenn ich daran denke, dass jemand sein eigenes Baby auf so ne Art und Weise umbringt...da kann ich echt nur noch wütend werden...schöne kranke Welt ist das.

Yuna