Ja, im Grunde soll dies nichts anderes werden als ein Zitate-Thread. Solch einen gibt es schon an anderer Stelle, aber - hier soll sich versammeln, was euch wirklich bewegt hat, als ihr es gelesen habt!
Und es darf auch ruhig etwas länger ausfallen, vermeidet es nur, zu ausführlich zu zitieren (also keine komplette Kurzgeschichte o.ä. abtippen).
Zeigt, was euch bewegt
http://www.lolope.de/meetinx/schweitzer.jpg
Das Buch besteht eigentlich aus mehreren Einzelwerken - es handelt sich um die "Sonderausgabe Europäischer Buchklub" und beinhaltet folgende Werke von Schweitzer:
- Aus meiner Kindheit und Jugendzeit
- Zwischen Wasser und Urwald
- Briefe aus Lambarene 1924-1927
- Verfall und Wiederaufbau der Kultur
Aus welchem Jahr diese Sonderausgabe stammt, lässt sich dem Buch leider nicht entnehmen, es hat aber schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. Hab%27 übrigens gerade mehrere Exemplare bei ebay entdeckt, alle um die 1-2 Euro - lohnt sich!
Von Albert Schweitzer hat man natürlich schon viel gehört - aber ich kam bisher nur peripher mit ihm in Berührung, "war halt einer, der viel Gutes getan hat". Jetzt hab ich in unseren Regalen dieses Buch entdeckt, kurz hineingelesen - und konnte es nicht mehr weglegen. Es ist etwas ganz anderes, ob man irgendwo mal eine kurze Zusammenfassung über sein Tun zu Gesicht bekommt, oder seine eigenen Worte liest! Ich habe gerade erst mit dem Lesen begonnen, aber schon jetzt hat es mich an manchen Stellen so tief berührt, dass ich diese vorstellen will. Es wird wohl immer mal wieder etwas hinzukommen, mal sehen
Hier musste ich an Alpers Thread über die Dankbarkeit denken ( http://www.meetinx.de/f101/beitrag-6810.html ):
Das Buch besteht eigentlich aus mehreren Einzelwerken - es handelt sich um die "Sonderausgabe Europäischer Buchklub" und beinhaltet folgende Werke von Schweitzer:
- Aus meiner Kindheit und Jugendzeit
- Zwischen Wasser und Urwald
- Briefe aus Lambarene 1924-1927
- Verfall und Wiederaufbau der Kultur
Aus welchem Jahr diese Sonderausgabe stammt, lässt sich dem Buch leider nicht entnehmen, es hat aber schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. Hab%27 übrigens gerade mehrere Exemplare bei ebay entdeckt, alle um die 1-2 Euro - lohnt sich!
Von Albert Schweitzer hat man natürlich schon viel gehört - aber ich kam bisher nur peripher mit ihm in Berührung, "war halt einer, der viel Gutes getan hat". Jetzt hab ich in unseren Regalen dieses Buch entdeckt, kurz hineingelesen - und konnte es nicht mehr weglegen. Es ist etwas ganz anderes, ob man irgendwo mal eine kurze Zusammenfassung über sein Tun zu Gesicht bekommt, oder seine eigenen Worte liest! Ich habe gerade erst mit dem Lesen begonnen, aber schon jetzt hat es mich an manchen Stellen so tief berührt, dass ich diese vorstellen will. Es wird wohl immer mal wieder etwas hinzukommen, mal sehen
Der naturwissenschaftliche Unterricht hatte für mich etwas eigentümlich Aufregendes. Ich wurde das Empfinden nicht los, daß man uns nicht genug sagte, wie wenig man von dem, was in der Natur vorgeht, auch wirklich versteht. Gegen die naturwissenschaftlichen Schulbücher hatte ich geradezu einen Haß. Ihre zuversichtlichen, auf das Auswendiglernen zugeschnittenen Erklärungen - die, wie ich schon merkte, bereits auch etwas veraltet waren - befriedigten mich in keiner Weise. Es erschien mir lächerlich, daß der Wind, der Regen, der Schnee, der Hagel, die Entstehung der Wolken, die Selbstentzündung des Heues, die Passatwinde, der Golfstrom, Donner und Blitz ihre Erklärung gefunden haben sollten. Ein besonderes Rätsel waren mir immer die Bildung des Regentropfens, der Schneeflocke und des Hagelkornes. Es verletzte mich, daß man das absolut Geheimnisvolle der Natur nicht anerkannte und zuversichtlich von Erklärung sprach, wo man es in Wirklichkeit nur zu tiefer eindringenden Beschreibungen gebracht hatte, die das Geheimnisvolle nur noch geheimnisvoller machten. Schon damals wurde mir klar, daß uns das, was wir als Kraft und als "Leben" bezeichneten, seinem eigentlichen Wesen nach immer unerklärlich bleibt.
Hier musste ich an Alpers Thread über die Dankbarkeit denken ( http://www.meetinx.de/f101/beitrag-6810.html ):
So müssen wir uns alle anhalten, unmittelbar zu sein und die unausgesprochene Dankbarkeit zur ausgesprochenen werden zu lassen. Dann gibt es in der Welt mehr Sonne und mehr Kraft zum Guten. Für sich aber muß sich ein jeder von uns dagegen wehren, die bittern Sprüche von der Undankbarkeit der Welt in seine Weltanschauung aufzunehmen. Es flutet viel Wasser unter dem Erdboden, das nicht als Quelle herausbricht. Dessen dürfen wir uns getrösten. Selber aber sollen wir Wasser sein, das den Weg findet, Quelle zu werden, an der Menschen den Durst nach Dankbarkeit stillen können.
Überhaupt, ist nicht in dem Verhältnis des Menschen zum Menschen viel mehr geheimnisvoll, als wir es uns gewöhnlich eingestehen? Keiner von uns darf behaupten, daß er einen anderen wirklich kenne, und wenn er seit Jahren täglich mit ihm zusammenlebt. Von dem, was unser inneres Erleben ausmacht, können wir auch unseren Vertrautesten nur Bruchstücke mitteilen. Das Ganze vermögen wir weder von uns zu geben, noch wären sie imstande es zu fassen. Wir wandeln miteinander in einem Halbdunkel, in dem keiner die Züge des andern genau erkennen kann. Nur von Zeit zu Zeit, durch ein Erlebnis, das wir mit dem Weggenossen haben, oder durch ein Wort, das zwischen uns fällt, steht er für einen Augenblick neben uns, wie von einem Blitze beleuchtet. Da sehen wir ihn, wie er ist. Nachher gehen wir wieder, vielleicht für lange, im Dunkel nebeneinander her und suchen vergeblich, uns die Züge des andern vorzustellen.
In diese Tatsache, daß wir einer dem andern Geheimnis sind, haben wir uns zu ergeben. Sich kennen will nicht heißen, alles voneinander wissen, sondern Liebe und Vertrauen zueinander haben und einer an den andern glauben. Ein Mensch soll nicht in das Wesen des andern eindringen wollen. Andere zu analysieren - es sei denn, um geistig verwirrten Menschen wieder zurechtzuhelfen - ist ein unvornehmes Benehmen. Es gibt nicht nur eine leibliche, sondern auch eine geistige Schamhaftigkeit, die wir zu achten haben. Auch die Seele hat ihre Hüllen, deren man sie nicht entkleiden soll. Keiner von uns darf zum andern sagen: Weil wir so und so zusammengehören, habe ich das Recht, alle deine Gedanken zu kennen. Nicht einmal eine Mutter darf so gegen ihr Kind auftreten. Alles Fordern dieser Art ist töricht und unheilvoll. Hier gilt nur Geben, das Geben weckt. Teile von deinem geistigen Wesen denen, die mit dir auf dem Wege sind, so viel mit als du kannst, und nimm als etwas Kostbares hin, was dir von ihnen zurückkommt.
Es lag vielleicht an meiner ererbten Verschlossenheit, daß mir die Ehrfurcht vor dem geistigen Wesen des andern von meiner Jugend an etwas Selbstverständliches war. Nachher bin ich in dieser Anschauung immer mehr befestigt worden, weil ich sah, wieviel Leid und Weh und Entfremdung daher kommt, daß Menschen den Anspruch erheben, in der Seele der andern zu lesen wie in einem Buche, das ihnen gehört, und daß sie wissen und verstehen wollen, wo sie an den andern glauben sollten. Alle müssen wir uns hüten, denen, die wir lieben, Mangel an Vertrauen vorzuwerfen, wenn sie uns nicht jederzeit in alle Ecken ihres Herzens einblicken lassen. Es ist ja fast so, daß wir, je näher wir uns kennen, einander um so geheimnisvoller werden. Nur wer Ehrfurcht vor dem geistigen Wesen anderer hat, kann andern wirklich etwas sein.
Darum meine ich, daß sich auch keiner zwingen soll, mehr von seinem inneren Leben preiszugeben, als ihm natürlich ist. Wir können nicht mehr, als die andern unser geistiges Wesen ahnen lassen und das ihrige ahnen. Das einzige, worauf es ankommt, ist, daß wir darum ringen, daß Licht in uns sei. Das Ringen fühlt einer dem andern an, und wo Licht in Menschen ist, scheint es aus ihnen heraus. Dann kennen wir uns, im Dunkel nebeneinander hergehend, ohne daß einer das Gesicht des andern abzutasten und in sein Herz hineinzulangen braucht.
Wow, toller Beitrag Aba 
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http://images.mytoys.com/intershoproot/eCS/Store/de/images/102/55/1025513-n.jpg
Eine Geschichte,über ein kleines Mädchen, welches kurz vor ihrem Tod beginnt die Welt zu verstehen:
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Eine Geschichte,über ein kleines Mädchen, welches kurz vor ihrem Tod beginnt die Welt zu verstehen:
Wir sehen alles durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort. Die ganze Schöpfung ist ein Spiegel. Und die ganze Welt ist ein dunkles Wort. Wir können den Spiegel nicht ganz sauber putzen. Dann würden wir vielleicht etwas mehr sehen, aber wir könnten uns nicht mehr selbst erkennen.
Nicht wir kommen auf die Welt, die Welt kommt zu uns.Geboren zu werden bedeutet,dass uns eine ganze Welt geschenkt wird.Manchmal breitet Gott resigniert die Arme aus und sagt sich:"Ich weiß ja, dass alles Mögliche anders sein könnte,aber getan ist getan,und ich bin schließlich nicht allmächtig."
Die Engel im Himmel können niemals zerbrechen.Sie haben nämlich keine Körper aus Fleisch und Blut,von dem sich ihre Seele trennen kann. So geht es in der Schöpfung nicht zu.
Hier kann alles ganz leicht kaputt gehen.Sogar ein Berg wird langsam abgeschliffen und schließlich zu Erde und Sand.Alles in der Natur ist wie ein langsamer Brand.Die ganze Schöpfung scheint gewissermaßen im Moos zu schwelen.
Nicht immer begreift man voll und ganz das,was man erschaffen hat.Ich kann zum Beispiel etwas auf ein Blatt Papier zeichnen.Das heißt aber nicht,dass ich verstehe,was es für ein Gefühl ist,von mir gezeichnet worden zu sein.Was ich zeichne,ist ja nicht lebendig.Und das ist doch gerade so seltsam:dass ich lebendig bin!
Wenn ich sterbe, reißt eine Silberschnur mit glatten Perlen, die durch das Land rollen und zu den Muschelmüttern auf dem Meeresgrund zurückkehren. Wer wir nach meinen Perlen tauchen, wenn ich nicht mehr da bin? Wer wird wissen, dass sie mir gehört haben? Wer wird erraten können, dass einmal die ganze Welt um meinen Hals gehangen hat?
http://www.bookreporter.com/art/covers/140w/034540047X.jpg
Ein zu komplexes Buch,um all die bewegenden Dinge kurz zu umreißen.
Mich persönlich hat die Figur der kleinen Lilly Berry am meisten berührt,welche es nie geschafft hat die Schönheit der Welt in Worte auszudrücken. Sie ist an ihrer eigenen Perfektion gescheitert; war einfach zu unbedeutend im Gegensatz zur bunten, weiten Welt.
In diesem Zusammenhang fällt mir auch ein Zitat aus dem Film "American Beauty" ein:
Es gibt manchmal so viel Schönheit auf der Welt, dass ich sie fast nicht ertragen kann. Und mein Herz droht dann daran zu zerbrechen.
Ein zu komplexes Buch,um all die bewegenden Dinge kurz zu umreißen.
Mich persönlich hat die Figur der kleinen Lilly Berry am meisten berührt,welche es nie geschafft hat die Schönheit der Welt in Worte auszudrücken. Sie ist an ihrer eigenen Perfektion gescheitert; war einfach zu unbedeutend im Gegensatz zur bunten, weiten Welt.
In diesem Zusammenhang fällt mir auch ein Zitat aus dem Film "American Beauty" ein:
Es gibt manchmal so viel Schönheit auf der Welt, dass ich sie fast nicht ertragen kann. Und mein Herz droht dann daran zu zerbrechen.
Du würdest mich nicht erkennen.
Mein Gesicht ist es,das aufblüht
In den feuchtkalten Spiegeln von Toiletten,
Wenn du nach dem Lichtschalter tastest.
Meine Augen haben den Ausdruck
Der kalten Augen von Statuen,
Die zusehen,wie ihre Tauben zurückkehren
Vom dem Futter,das du überall verstreut hast
AUF DEN TOD VON FREUNDEN IN DER KINDHEIT
Wir werden sie niemals bärtig im Himmel antreffen,
Noch kahl sich sonnend in der Hölle;
Wenn irgendwo, dann auf dem verlassenen Schulhof am dämmrigen Abend,
Einen Kreis bildend vielleicht,oder Hand in Hand
Bei Spielen,deren Namen wir schon längst vergessen.
Komm,Erinnerung,suchen wir sie dort in den Schatten.
Aber Lilly zu kennen war so wunderschön- außer vielleicht für sie selbst. Lilly wollte,dass ihre Worte wunderschön waren, aber sie ließen sie im Stich.
"Der Schluss kann,glaube ich,nie richtig sein."
Das könnte die Zeile gewesen sein,die Lilly dazu trieb.
Sie hinterließ einen besseren Abschiedsbrief als damals Fehlgeburt.Lilly war nicht verrückt.Sie hinterließ einen ernsthaften Abschiedsbrief.
"Tut mir leid"
(stand auf dem Zettel)
"einfach nicht groß genug."
Am besten kann ich mich an ihre kleinen Hände erinnern: Wie sie in ihrem Schoß umherhüpften,sobald sie etwas Nachdenkliches sagt- und Lilly war immer nachdenklich. "Zu wenig Lachen in ihr,Mann", wie Junior Jones einmal sagte.Lillys Hände konnten sich nicht zügeln;sie tanzten zu dem,was sie gerade zu hören glaubte [...]
Nun also ist Lilly für uns verloren.Sie war der Kummer,den wir nie ganz verstanden;es gelang uns nie,ihre Masken zu durchschauen.Vielleicht wurde Lilly nie groß genug,dass wir sie hätten sehen können.
Abalone schrieb:Dazu fallen mir noch 2 Dinge ein, die sich speziell auf Liebe und besitzergreifende Gier beziehen:Teile von deinem geistigen Wesen denen, die mit dir auf dem Wege sind, so viel mit als du kannst, und nimm als etwas Kostbares hin, was dir von ihnen zurückkommt.
If you love something, set it free.
If it comes back to you, it%27s yours,
if it doesn%27t, it never was.
Autor unbekannt
Wenn man wirklich liebt sollte da man nicht unbedingt die Qulität der Liebe verbessern, indem ihr sie von Begierde, Besitzenwollen und Gewalt befreit ???
Viele Menschen haben in ihrem Herzen einige Keime von Egoismus, die ihre Liebe belasten. Denn ist es richtig, denjenigen oder diejenige, die man liebt,
ausschließlich für sich behalten zu wollen ? Hat das Liebesobjekt nicht Anspruch auf sein eigenes Leben, seine eigene Liebe, auf Selbsterfüllung und also Anspruch darauf, zu lieben wem es will ???
Alle Männer und Frauen, die sich einbilden, das Herz eines anderen nur für sich selbst besitzen zu können, täuschen sich! Das Wesen, das ihr liebt, wird dank seiner göttlichen Abstammung immer Platz in seinem Herzen haben, um ANDERE, viele andere, zu lieben. An dem Tag, an dem eure Liebe gross genug ist, um dies zu akzeptieren, könnt ihr lieben ohne zu leiden. Und Eure unegoistische Liebe wird Euch glücklich machen.
so oder so ähnlich in einem Internetforum gefunden
Der Schlussatz in "Der große Gatsby"/ Scott F. Fitzgerald
Wunderschön
So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom - und treiben doch stetig zurück, dem Vergangenen zu.
Wunderschön
Die Beine der Frauen sind weit geöffnet- und ich summe. Männer werden unruhig, aber sie wissen, es ist alles für sie. Das macht sie wieder locker: Dabeizustehen, nur zuschauen zu können, ist eine Prüfung, aber ich sage kein Wort. Ohnehin bin ich ein stilles Wesen, von jeher. Als Kind nannte man mich wohlerzogen, als junge Frau diskret. Später hielt man es für die Weisheit, die mit dem Alter kommt. Heute betrachtet man Schweigen als etwas Seltsames, und die meisten meiner Rasse haben vergessen, wie schön es ist, wenig zu reden und viel zu sagen. Heute plappern die Zungen von selbst und der Kopf hat Pause. Trotzdem konnte ich mich normal unterhalten, und wenn es nötig war, konnte ich deutlich genug werden, um einen Schoß zu verschließen- oder ein Messer zu stoppen.
Vorbei das alles, denn damals in den Siebzigern, als die Frauen anfingen breitbeinig auf Stühlen zu sitzen und ihr Dreieck beim Tanzen in die Fernsehkameras zu halten, als in den Zeitschriften Hinterteile und Innenschenkel den Ton angaben, als bestünde eine Frau aus nichts anderem, damals bin ich für immer verstummt.
Ehe die Frauen übereinkamen, sich in der Öffentlichkeit zu spreitzen, gab es Geheimnisse- einige, die bewahrt und einige, die gelüftet werden wollten. Und heute? Nichts davon.
Schamlosigkeit regiert die Stunde, und ich summe dazu. Die Worte in meinem Kopf tanzen zur Musik meiner Lippen. Die Menschen kommen herein, bestellen einen Teller Langustenfleisch, verbringen ihre Zeit und merken nicht- oder denken nicht nichts dabei- , dass nur sie reden. Ich bin Hintergrundgeräusch- die Filmmusik, die man hört, wenn das Liebespaar sich zum ersten Mal sieht oder wenn der Ehemann einsam über den Strand wandert und sich fragt, ob ihn jemand bei der schlimmen Tat beobachtet hat, die er sich nicht verkneifen konnte.
Mein Summen ermutigt die Menschen, gibt ihren Gedanken eine Richtung, so wie bei Mildred Pierce, als ihr klar wird, dass sie für ihre Tochter ins Gefägnis gehen muss.
Ich vermute, dass meine Musik, so leise sie auch ist, einen ähnlichen Einfluss hat. Wenn "Mood Indigo" über die Wellen klingt, kann das die Art beeinflussen, wie Du schwimmst. Du wirst nicht gleich zum Taucher, aber dein Rhythmus kann sich verändern oder Du beginnst zu glauben, dass Du ein toller Hecht bist und das Glück gepachtet hast. Warum also nicht noch weiter rausschwimmen? Und noch ein bisschen weiter? Was kann die Tiefe Dir schon anhaben? Sie ist weit unter Dir, sie hat doch nichts zu tun mit dem Mut, der angestachelt ist von Trompeten und Pianotasten.
Natürlich maße ich mir eine solche Macht nicht an. Mein Summen bleibt meistens unter der Hörschwelle- genau richtig für eine alte Frau, der die Welt peinlich ist.
Es ist ihre Art dagegen zu protestieren, zu welchem Ende das Jahrhundert kommt.
In dem die Menschen alles wissen und nichts verstehen [...]
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Ich sehe Dich. Dich und Deine unsichtbare Freundin, unzertrennlich am Strand. Gemeinsam sitzt ihr auf einer roten Decke und esst Eiscreme, sagen wir: mit einem silbernen Kaffeelöffel, als, sagen wir: ein wirkliches Mädchen auftaucht und durch die auslaufenden Wellen planscht. Ich kann auch Dich sehen, wie Du, in einem Männerunterhemd statt eines Kleidchens, am Strand entlangläufst und einer Freundin zuhörst, die Du allein siehst. Wir Du Worten lauschst, die Du allein hörst, als eine wirkliche Stimme sagt: Hallo, magst Du auch was? Überflüssig geworden, verschwinden die geheimen Freundinnen, verwandeln sich in Fleisch und Blut.
So geht es, wenn Kinder sich ineinander verlieben. An Ort und Stelle, ohne erst miteinander bekannt gemacht zu werden. Die Erwachsenen achten nicht sonderlich darauf, denn sie trauen einem Kind nichts zu, was großartiger wäre als sie selbst, und so verwechseln sie Abhängigkeit mit Ehrfurcht. Eltern können nachlässig oder streng sein, unsicher oder selbstbewusst, es kommt nicht darauf an. Ob sie Bonbons verteilen und aus lauter Angst vor Tränen zu jeder Laune ja und amen sagen oder ob sie sich den ganzen Tag drum kümmern, dass ihr Kind gut erzogen ist und streng erzogen wird- sie bleiben, egal, wie sie sein mögen, immer zweitrangig nach der ersten selbst gewählten Liebe eines Kindes.
Wenn solche Kinder sich finden, noch ehe sie wissen, zu welchem Geschlecht sie gehören oder welches von ihnen hungrig und welches wohlgenährt ist; noch ehe sie Hautfarbe von fehlender Farbe, den Verwandten vom Fremden unterscheiden können, dann haben sie ein Gemenge aus Selbstaufgabe und Aufsässigkeit gefunden, ohne das sie nie mehr sein können.
Schnell lesen, bevor es gelöscht wird... :o/
WortSpielKind schrieb:Man kann es immer noch lesen
Schnell lesen, bevor es gelöscht wird... :o/
@ michelle: Bitte nur Zitate, keine Komplett-Abschriften, schon gar nicht von Songtexten
Sorry,hab ich nicht gewusst ;)
Die Musikindustrie wird auch immer komischer ... naja, irgendwo muss das Geld ja herkommen
Die Musikindustrie wird auch immer komischer ... naja, irgendwo muss das Geld ja herkommen