Das meiner Ansicht nach Ärzte und Pflegekräfte nicht angemessen für ihre Leistungen bezahlt werden, steht ausser Frage. Das ein Streik vielleicht als letztes legitimes Mittel übrig bleibt, um seine Wünsche und Forderungen durchzusetzen, ist nicht nur bei den aktuellen Streiks der Ärzte und Pflegekräfte zu sehen. Wenn jedoch die Notfall-Patienten, welche auf dringende Operationen angewiesen sind, aufgrund solcher Streiks in Lebensgefahr gebracht werden, dann ist das eine große Sauerei.
Laut den offiziellen Vereinbarungen werden nur noch dringende Notfälle behandelt. Nach den Angaben des Magazins Monitor jedoch wird je nach Versicherungsgrad (gesetzlich oder privat) diese Vereinbarung unterschiedlich interpretiert. Dem Magazin liegen Listen von vergangenen Operationen vor, nach denen z.B. Schönheitsoperationen von Privatpatienten durchgeführt wurden. Laut den vorliegenden Informationen scheint zu gelten: Zahlst du privat oder bist du solvent, werden wir operieren. Bist du gesetzlich versichert, hast du Pech gehabt.
Wenn ich dann noch folgende Aussagen lese, dann kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln:
"Ich würde eine Krebsoperation für dringender halten als eine solche Operation, aber es gibt die eine somatische, körperliche Seite dabei und vielleicht auch eine seelische, die man nicht unterbewerten sollte. Patienten, die eine Brustvergrößerung oder -verkleinerung haben wollen, leiden darunter."
Ich sehe den Streik gerade anbetracht solcher Geschehnisse mittlerweile auch mit anderen Augen.
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5539270_NAV_REF1,00.html