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Viele Blicke gab es in den vergangenen Wochen Richtung Berlin. Insbesondere unsere deutschen Veranstaltungsprofis dürften seit Dezember letzten Jahres mehr als nur einmal mit dem Kopf geschüttelt haben. Worum es geht? Es geht um eine der größten Insolvenzen im Nachtclub-Bereich Deutschlands.
Der Berliner Nachtclub "Goya" hat mit seiner Premierenfeier im Dezember letzten Jahres mit einem revolutionären Konzept auf sich aufmerksam gemacht: Der Club war aktienfinanziert und garantierte den Käufern dafür freien Eintritt auf Lebenszeit. Dabei war nicht nur die Finanzierung revolutionär. Die gesamte Einrichtung sollte die Creme de la Creme darstellen. Es wurde geprotzt und nicht gekleckert. Und genau diese Einrichtung und der gesamte Umbau des Nachtclubs scheint den Betreibern jetzt das Genick gebrochen zu haben. Alleine der Umbau soll sich auf über elf Millionen Euro beziffern.
Viele Menschen haben ihr investiertes Geld also zumindestens zu großen Teilen verloren. Dabei ist es sowohl als Veranstalter als auch als direkter Betreiber stets wichtig, Ausgaben und Einnahmen im Überblick zu behalten. In dieser hart umkämpften Branche sind tausende von Spezialisten Tag für Tag unterwegs und versuchen, das Optimum aus Leistung und Qualität in Relation zu den Ausgaben für sich persönlich herauszuholen.
Selbstverständlich ist es wichtig, seinen Kunden und Besuchern eine besondere Atmosphäre zu bieten. Doch sind dafür tatsächlich Millionen von Euro nötig um eine Gesellschaftsschicht zum Kommen zu bewegen, die sich vielleicht doch nur deswegen dort einfindet, um sich in ihrem eigenen Lichte besser sonnen zu können und sich anderen zu präsentieren? Wenn es dauerhaft abgesperrte Bereiche für sogenannte VIPs sind, die vom Balkon aus den Normalsterblichen zuschauen können, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die zahlenden Gäste ausbleiben. Ich selber würde mich ungerne als Marionette in einem solchen Kammerspielchen sehen.
Mir ist wichtiger, dass der Spaß bei solchen Konzepten nicht zu kurz kommt. Man schaue sich die Beach-Clubs an, die in allen Teilen der Republik neu errichtet werden. Gerade in Düsseldorf war und ist das Monkeys Island eines der Besuchermagneten der letzten Jahre.
Wie die Zukunft der Veranstaltungsbranche aussehen mag, kann ich nicht beurteilen, aber es ist stets wichtig, dass sich ein Nachtclub an seinen Besuchern orientiert und nicht umgekehrt.
Euer Alper
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