... und dessen Folgen.
Am 26. Mai 2006 eröffnete der neue Hauptbahnhof in Berlin. Eine halbe Millionen Menschen verfolgten dieses Event am Freitag. Den 700 Millionen teure Bahnhof wurde von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Kanzlerin Angela Merkel eingeweiht. ICE-Strecken sollen damit schneller bewältigt werden. Beispiel: Die Strecke Berlin - Leipzig soll nun mit Tempo 200 in ca. einer Stunde. Satte 40 Minuten Verkürzung. Ab Dezember ist die Fahrt von München nach Berlin in nur 5:42 Stunden freigegeben. Dann geht es bei Tempo 300 50 Minuten schneller von Ort zu Ort.
Mit diesem Großprojekt soll der bisherige, traditionsreiche "Hauptbahnhof" Zoologischer Garten nach mehr als 100 Jahren Bahnbetrieb für Fernverkehrszüge geschlossen werden. Für viele Menschen unbegreiflich, da der Bahnhof Zoo genauso ein Wahrzeichen von Berlin ist wie der Fernsehturm oder der Potsdamer Platz.
Noch unbegreiflicher war die Tat eines 16-Jährigen während der Eröffnungsfeier. Vermutlich unter Drogen- und Alkoholeinfluss stach er willkürlich mindestens 28 Menschen nieder. Inzwischen geht man von 36, teils lebensgefährlich Verletzten aus. Er wurde an Ort und Stelle festgenommen. Laut Aussagen kann er sich an nichts mehr erinnern. Das Motiv ist bislang unbekannt. Die Ermittlungen wegen versuchten Mordes laufen. Gegen den 16-jährigen Hauptschüler aus dem Problembezirk Neukölln wurde am Samstag Haftbefehl erlassen.
Wie jetzt bekannt wurde, wurde die Polizei am Samstag Nachmittag von einem der Opfer darüber informiert, dass er mit HIV infiziert sei. Mehr als 40 Menschen begannen mit einer vorsorglichen Medikamentenbehandlung gegen das Aids-Virus. Nicht nur die Opfer, sondern auch Ersthelfer traten ihre Behandlung an. Die Charité Berlin hatte alle, die möglicherweise mit dem Blut des Infizierten in Kontakt gekommen sind, aufgefordert, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Die möglichen Infizierten müssen nun 6 Monate bangen. Erst nach dieser Zeit kann eine HIV-Ansteckung ausgeschlossen oder bestätigt werden.
Eine weitere Folge des Amoklaufs sind nun weitere Überlegungen und Diskussionen betreffend der WM. Sind die Sicherheitsmaßnahmen ausreichend? Während Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach die Überdenkung des WM-Sicherheitskonzeptes noch einmal zu überdenken, winkt Wolfgang Schäuble dies zurück. Laut Bosbach bestünde die große Gefahr nicht in den Stadien selbst, sondern bei den öffentlichen Übertragungen auf Großbildleinwänden. Er sprach sich für ein generelles Verbot von Alkoholausschank bei solchen Veranstaltungen aus.
Liebe Grüße
Franzi
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