Deutschland steht bei ausländischen Unternehmen als Standort hoch im Kurs. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young. 18 Prozent der Unternehmen bezeichneten Deutschland in der Befragung als einen der drei attraktivsten Standorte weltweit, heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Stuttgart. Damit sei Deutschland aus der Sicht international tätiger Unternehmen der attraktivste Standort in Europa.
Demnach registrieren Manager ausländischer Konzerne eine neue Dynamik und einen wiedererwachten Optimismus in Deutschland. Besonders geschätzt wird Deutschland für seine Infrastruktur, die Qualität von Forschung und Entwicklung, die gute Ausbildung der Arbeitskräfte und die Attraktivität des Binnenmarktes. An der Umfrage beteiligten sich 1019 weltweit tätige Unternehmen.
Bürokratie und Steuern schrecken abZwar gab es Abschläge in der Bewertung für die hohen Arbeits- und Steuerkosten, den unflexiblen Arbeitsmarkt, Bürokratie und Regulierungsdichte. Für Unternehmen, bei denen die Arbeitskosten einen großen Anteil an der Wertschöpfung hätten, seien nach wie vor die osteuropäischen Länder oder auch Länder wie China oder Indien erste Wahl.
Allerdings sehen Investoren der Studie zufolge auch, dass die Produktivität in Deutschland überdurchschnittlich steigt und die Lohnstückkosten stabil sind. Niedrige Löhne und Steuersätze seien mithin nicht allein ausschlaggebend bei der Standortwahl.
Weltweit gelten nach der Umfrage die Vereinigten Staaten und China mit jeweils 41 Prozent als attraktivste Standorte. Hinter Deutschland folgen Indien (18 Prozent) und Polen (15 Prozent) auf dem vierten bzw. fünften Platz.
Stand: 08.06.2006 05:39 Uhr
Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5604796_REF1,00.html
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