Heute ist ein besonderer Tag - ach wirklich? In einigen Stunden werde ich mich mit meinen ehemaligen Mitschülern treffen. Nach 10 Jahren werde ich sehen, was aus diesen und jenen Personen denn so geworden ist. Sind sie dick oder dünn? Haare kurz oder lang? Hübsch oder hässlich? Beruflich verändert oder noch im Stillstand?
Wenn ich mich so zurückerinnere an meine Schulzeit dann stelle ich fest, das ich mich enorm weiterentwickelt habe. Gerade in der Zeit zwischen der 10. Klasse und dem Abitur hatte ich eine enorme Krankheit die sich Faulheit in Zusammenarbeit mit Widerspenstigkeit nennt. Ich hatte kaum Lust in die Schule zu gehen und wurde teilweise so rebellisch, dass ich mich heute selbst kaum wiedererkennen würde. Sicher ist mir klar das dies die Einflüsse der Pubertät waren, doch bin ich froh, dass diese Zeit vorbei ist.
Obgleich ich mein Abitur nicht so brilliant abgeschlossen habe, wußte ich von Anfang an, dass es nicht an einem Mangel an Intelligenz lag sondern einfach an meiner persönlichen Ansichtsweise. Die Schule hat mir nicht sonderlich viel Spaß gemacht. Theorie war mir zu trocken - Praxis war meine Welt. Diese Praxisbezogenheit gepaart mit meiner Neugier auf vielfältige neue Themen, die mir zum Glück bis heute geblieben ist, hat mein Leben ziemlich geprägt. Beruflich bin ich heute so weit, wie es mir wohl kaum einer damals zugetraut hätte.
Und nun in einigen Stunden sehe ich die Menschen, die mich in dieser Zeit vor 10 Jahren Tag für Tag begleitet haben. Natürlich freue ich mich irgendwie darauf aber gleichzeitig verbindet mich gar nichts mehr mit diesen Menschen. Ob sie sich verändert haben - weiterentwickelt haben - das ist es, was mich am meisten reizt. Bei einigen Personen, die ich in den letzten 12 Monaten mal gesehen habe oder mir Informationen zugetragen wurden, scheint dies nicht so zu sein. Einige Dinge haben mich wahrlich schockiert, andere Dinge brachten mich nur zum schmunzeln.
Ich denke es ist das Beste, ohne große Erwartungen hinzugehen und mal zu schauen, was sich ergibt. Größte Sorge bereitet mir eigentlich nur eines: Das dieses Treffen nichts weiter sein wird als ein zur Schau stellen wie toll man ist und das die anderen Personen einem nicht das Wasser reichen können.
Niemand verpflichtet mich hinzugehen aber irgendwie bin ich neugierig. Ich gebe es zu. Ob es nun positiv oder negativ wird weiß ich nicht, aber ich werde es sicher überleben.
PS: Ich frage mich warum der Termin auf 19 Uhr gelegt wurde - dadurch werde ich wohl die letzten 20 Minuten des Achtelfinales mit Deutschland verpassen. Ich hoffe nur, dass Deutschland genügend Tore schießt das ich mir dann keine Sorgen mehr machen muß.
Thema