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Tagebuch: Schulung

Dienstag 27.1.2001 (ein Tag vor der Schulung)

Ich bin es gewöhnt, daß man mich in letzter Sekunde überrascht, aber damit rechnete ich nicht. Kurz vor dem Feierabend wollte mein Chef mit mir sprechen, wieso kurz vorm Feierabend? Gesagt, getan. Ein äußerst klugen Kopf hat mein Chef, der sprach mich an, daß ich am nächsten Tag bei einer Schulung eines CAD (auf gut deutsch: Computerunterstützes Zeichnen) -Programmes teilnehmen werde. Und da ich meinen Feierabend wg. Tradition halt pünktlich zu beenden pflegte, erübrigt sich eine längere Diskussion, und ich stimmte zu: des Feierabends willen.
Noch ins chefin%27s Hotel fahren und sie informieren, und danach schon mal die nötigen Siebensachen und Unterlagen zusammengelegt, natürlich mit leichtem Knurren, daß sich aber im Laufe des Abends verringerte.
Mittwoch 28.11.2001 (1. Tag der Schulung)

5.30 Uhr, der Lichtwecker ging an, und meine Augen alarmierten mir brennende Merkmale. Ich war müde und weigerte mich aufzustehen, "Noch 5 Minuten bitte" murmelte ich, und ich kenne mich: wie schnell werden aus 5 Minuten 30 Minuten. Diesmal überwindete ich meinen inneren Schweinehund und ging bibbernd Richtung Dusche: schnell heisses Wasser, Haare waschen, Duschgel überall draufschmieren, abspülen und schnell Duschvorhang öffnen und erst recht bibbernd nach einem handtuch greifen. Diese Tortur muß sein, erst recht werden aus alten Herrenzellen wieder junge aktive Frischkurzellen, und in Rekordzeit war ich abgetrocknet und angezogen. Noch schnell die Haare nach hinten kämmen und Zopf anlegen und Beisserchen putzen. Noch den restlichen Kram einpacken, runter in die Küche: ein Brötchen mit Käse mampfen und lautschlürfend den Kaffee geniessen. Laut meinem Boss soll ich erst um 9 Uhr erscheinen, wer glaubt, ich würde das locker schaffen, der irrt sich. Ich kenne Heidenheim, und war die Route schon mal gefahren, und da kann schnell was ändern.
Also fahre ich rechtzeitig früher als üblich los, ich will mich ja nicht selbst loben, aber ich schaffte gerade die Umgebung in Rekordzeit, aber...
... es gab einen Stau: etwas widerwilliges, was ich hasse, schnell könnte sich meinen Kopf bei diesem Anblick rot werden. Es ging nix mehr vorwärts, auf gut deutsch: Es scheint was Großes passiert zu sein. Mir doch Wurscht, ich will weiterfahren. Ich stellte schnell fest, daß es einfacher gesagt als getan ist, aber wie aus dem heiterem Himmel war eine Rastätte und folgte nach dem Media-Markt Slogan: "Ich bin doch nicht blöd." Ja genau, sollen sich die anderen damit rumärgern, ich jedenfalls mache da nicht mit. Schnee? Hätt ich jetzt nicht gebraucht, und mit zusammengekniffenden Lippen erreichte ich einen kleinen Café und bestellte mir einen Pott Kaffee und rief in der Firma an, daß ich im Stau stecke (was ja eigentlich auch stimmt) und daß da im Moment nix weitergeht (auch das stimmt allerdings) und daß ich etwas mehr oder weniger später ankommen werde (das wird sowieso stimmen). Nach 30 Minuten schien optisch der Fall zu sein, daß der Stau sich langsam auflöst, und ich fuhr dann nach einigen Minuten auch dann mal los.
Endlich Heidenheim, die Stadt der Labyrinth-Strassen, durch den Irrweg von Nur-Einbahnstrassen sollte man sich nicht immer auf den routinierten Riecher verlassen, vielmehr noch: Meist erreicht man das Ort auf gut Glück. Da ich ja schon mal dort war, kannte ich mich einigermassen ganz gut aus, und was nu? Weihnachtsmarkt? "Ja, hammwa scho Weihnachten?" moserte ich über die abgesperrten Durchfahrten. Wenn wir schon mal gerade beim Thema sind: Wenn Weihnachten X-Mas heißt, dann sollte der Weihnachtsmann dementsprechend auch X-Man heißen (das goldene Buch könnten wir gleich Golden Book Release V.2001a nennen), wobei ich kann mir gut vorstellen, daß Marvel-Comics mit X-Men mir ne Verleumdungsklage aufhalsen würde. Irgendwie schaffte ich einen Platz zum vorläufigem Parken zu bekommen, also hetzte ich mich dorthin, wo ich erscheinen sollte. Klingeln, Reinsprechen, Türöffnersummen und drinnen bin ich. Mit meiner charmanten und direkten Art schaffte ich binnen Sekunden, die wichtigste Information aus der zugegebenmassen hübschen Person rauszukriegen: wo ich denn Parken könnte. Tiefgarage Bahnhof. Bahnhof? Nee, oder? Doch Bahnhof? Puh, ist ein Stückchen mit dem Fuß, und das noch bei dem Wetter, wo mir ein kalter Windhauch zu einem Person mit Grimassen verwandelt, etwas unbeschreiblich Schreckliches, das Wetter. Okay, die PVC-Karte genommen zum kostenlosem Parken ohne Limits, zurück zum Auto, und ab Richtung Bahnhof, und Wagen abstellen. Ging alles piccobello, ja was die moderne Technik vermag, keine längere Diskussionen mit dem Wächter, sondern stille Geräte, die oftmals beliebt "Scheissteil" genannt werden.
Okay, soweit alles gut, und nach unzähligen Zähneklappern erreichte ich auch die Stelle, wo die Schulung beginnt, nach einigen Verspätungen.
Schnell noch die anderen Kollegen vorgestellt, etwas Süßholzraspeln, das mögen Frauen sehr, und bekommen eine gesunde Gesichtsfarbe dadurch, und die Räume gezeigt, bis auf den Besenkammer. Habe echt nix gegen so ne Führung, aber mir ist eigentlich nur die Kaffeeküche, Raucherraum, Toilette und das eigentliche Büro wichtig, da verzichte ich gerne auf die Adressen der Kolleginnen; man ist ja Gentlemann. So, also was lerne ich nochmal? Microstation? Okay, laden wir das Teil mal hoch, und guggen uns da durch. Nach 15 Minuten war mir schon alles klar. Was%27n des für ne MischMasch-Software? Mit dem soll ich 3 Tage lang ne Schulung machen? Gott, vergib mir die Süßholzraspeleien, aber DIES kannst Du mir nicht antun, das ist einfach unter meiner Würde.
Doch ich merkte relativ schnell, daß ich da durch muß, ohne wenn und aber, also Einführung und Infos bezogen. Mittagspause: Schnell nen Fleischkäs mit Semmel geholt und genüsslich ein paar Kippen geraucht.
Dann das erste Mal auf der Toilette: Ich war aufgeregt, denn die Harnblase meldete dringende Höchststufe. Das erste Mal auf der Urinale dort, kaum setze ich was zum Abschuss frei, sehe ich den Zettel vor mir: "Tritt ruhig näher! Er ist kleiner als Du denkst!" Aber sicher, meine liebe Urinale, wie hätten%27s se gern? Von vorne oder von hinten? Nach Sekunden immer noch keine Antwort, und ich setze mich zum Pinkeln an. Ich gebe zu, es hatte sich irgendwelche perverse Gedanken in meinem Kopf abgespielt, was man mit einer Urinale anfangen kann, aber ich würde sowieso es eh nicht in Praxis ausführen. Aus 2 Gründen: 1. Es wäre einfach zu peinlich, wenn mich jemand dabei erwischen würde und 2. die Tätigkeit beinhaltet nicht das, was in meinen Arbeitsvertrag steht.
Bis 16 Uhr hatte ich das Wesentliche an der Software durch, fehlt nur noch der Feinschliff. Andere sind schon fast weg, also hatte ich noch 30 Minuten Zeit. Schnell ins I-Net, mist kein Zugang da unter dem Login. Ein Klacks für mich, schnell über DOS einige Hostwerte abrufen und dazwischen einklinken. Perfekt, also bis um 16.30 Uhr gesurft.
So, nun aber wird%27s langsam Zeit, die Adresse vom Hotel mit nem Gasthof inkl. aufzufinden, und in 15 Minuten lag ich erschöpft im Bett. Mittwoch Ruhetag, wird wohl nix mit Essen, also gleich Auspacken und dann nochmal mit dem Auto los, um ne Ristorante oder nen Griechen aufzufinden. Die waren tatsächlich auffindbar, dennoch ließ sich die Herr-Gott-verdammt-nochmal-Tür nicht öffnen, also blieb mir nur noch die Tankstelle übrig. Besser als gar nix, außerdem nur für den einen Abend.
Wieder zurück ins Zimmer, und schnell fand ich Langeweile. Was nun? Whisky-Cola getrunken, geraucht, gegessen, weitergetrunken etc.
Bis ich friedlich einschlief.
Donnerstag 29.11.2001 (Der 2. Tag)

Lichtwecker, die gleiche Tortur nochmal wie am Vortag; eine Wiederholung dieser Szene erübrigt sich sowieso und es wäre einfach langweilig, so langweilig wie das Booten eines Windows-Systems. Außerdem war es sowieso ne Demoversion. (Golden Book Release V2002b wird nach der Anklage erscheinen, ich stellte mir gerade vor, wie die X-Men in Weihnachtskostümen aussehen würden)
Noch etwas frühstücken und etwas Saeco-Kaffee schlürfen. Bin gerüstet für den Tag, für Microstation, den ich manchmal mit Microsoft verwechseln würde, weil es einfach Micro-Scheisser sind.
Dennoch, bin 45 Minuten zu früh dran, vermisse mein Bett schon wieder. Schnell noch in die Bäckerei (in HDH gibt es alleine in der Innenstadt an die 5 Großbäckereien), etwas mehr frühstücken und Kaffee schlürfen. Dann noch einen kleinen Rundgang durch die kleine Innenstadt, gefällt mir gut, nur wohnen & arbeiten würde ich dort nicht. Die 3 Tage werden mir reichen, da war ich mir sicher. Außerdem ist ja noch kein Weihnachten.
So, exakt um die Zeit erreichte ich das Büro wieder, schnell noch einen erotisch-hauchendes "Guten Morgen" von der Anmeldung ergattern, und weiter gehts damit. Ich bitte an Euch Lesern, daß es nicht einfach möglich ist, Details über das Programm zu tippen, weil es sich nicht einfach lohnt. Über eine Kaffeemaschine tippt sich interessanter, oder dies und jenes, aber nicht über das Programm. Dennoch ging der Tag lockerer, und wir schwatzten und alberten mehr rum, aber wir blieben immer wieder beim wesentlichen Teil: die Schulung. (Ob mein Chef noch meinen Anwalt vor Feierabend erreichen wird, wegen der X-men Sache? Ich hoffe es, denn bei mir klappte es ganz gut)
Mittagspause: Ich genehmige mir ein belegtes Brötchen, die dementsprechen lecker schmeckte. Belegt mit Wurst und Käse, mit Paprika und viel Salat. Schlicht, einfach, aber dennoch verblüffender Geschmack. Das ist einfach die Kunst des Schmeckens und nicht des Zubereiten. Draussen sah ich 4 kleine Jungs, die sich rumtollen, richtige kleine X-Mens, meine zukünftigen Gegnern, die sich gegenseitig ärgern, wie wir damals, wo wir klein waren. Werden die nach 10 Jahren immer noch Freunde bleiben, oder wird das abgekühlt? Schließlich verwandelt die Gesellschaft immer mehr zu einem Ex und Hopp-Verfahren alá M.-Markt Slogan: "Wir sind doch nicht blöd". Stimmt, nur wer MicroStation programmiert, kann nur blöd sein.
Irre ich mich, oder wandeln durch die Strassen weibliche Schönheiten? Um eines klarzustellen, ich achte nicht auf die Oberflächigkeit, aber das mußte einfach gesagt werden. Irgendwie hatte ich das Gefühl, daß mich schon einige angeschaut haben, und weil%27s die Tradition erfordert und gerade weil ich froggy bin, kriegt jede von mir ein Lächeln, kurioserweise fielen die dadurch nicht um, und lächelten zurück. Und dennoch mache ich was falsch, die fielen nicht einfach so um, wie man sonst immer wieder woanders sieht. Vielleicht wäre ein Boygroup angebrachter? froggyVs.X-Men würde ein cooler Sound rausbringen, hauptsache die Rentner kriegen die Extra-Zulage.
Mittagspause vorbei, und wieder die an der Anmeldung angelächelt, auch nicht umgekippt. Mist, ich sollte mehr natura austrahlen können, oder ich bin mit meinem Gedanken schon bei der Urinale, ich perverses Ferkelchen. Aber sind wir uns mal ehrlich, jeder hat so seine Macken in der Toilette. Also weiter an der Schulung teilgenommen und bis 16 Uhr habe ich fast alles durch, fehlt nur noch die Routine, also Kleinigkeit.
Feierabend, ab ins Hotel und dann runter ins Restaurant, und einen Hefe bestellt, und entschied mich für Champignon-Rahmschnitzel mit Spätzle und Extra-Beilage Pommes. Schön, warten wir halt mal auf das leckere Zeug, mir wurde schon oftmals gesagt worden, daß das Essen dort das Geld wert ist. Ob die gerade nicht zufällig ne Urinale in der Toilette haben, und Marvel-Comics zum Lesen? Ich will nicht unbedingt unvorbereitet sein, und ließ es dennoch bleiben. Das Gericht war wirklich lecker, und ich bekam die Extra-Beilage geschenkt, sei es denn, daß Sie gerne zusahen, wie es mir schmeckte, oder die sind scharf auf Golden Book Final-ReleaseV20.02. Alles andere wird Euch mein Anwalt klären, wg. X-Men, aber ich sage Euch, meine Chancen stehen Klasse, denn X-Mas ist nicht auf meinem Mist gewachsen.
Das Endprogramm des Abends ist identisch mit dem Vortag bis auf einige Telefonaten. Ich vermisse alles, besonders meinen Humor.
Freitag 30.11.2001 (der 3. und somit der letzte Tag)

Schmarrn, die Bettaufstehszene ist gestrichen, und gepackt wird das komplette Zeugs. Heute ist der letzte Tag! Werde ich Champagner spendiert bekommen? Wohl kaum, und schon nicht am frühen Morgen. Diesmal kam ich in der richtigen Zeit rein und wieder blieb es der Anmeldung nicht anderes übrig, als mich anzulächeln. Sie denkt schon richtig, an mir kommt keine vorbei ohne eine nette Begrüßung, wie gesagt, es ist mein Charme oder meine Arroganz. Gehn wir nochmal den Mist von MiSt durch, und dann haben es alle.
Denkste! Mittagspause ist schon bald angesagt, die Zeit rast mir davon. Kurz bevor habe ich den zuständigen Leiter klar gemacht, daß ich um 14 Uhr etwa losfahren werde, und nach 3 Minuten war das gespräch geklärt.
Wie gesagt: Mittagspause. Heut entschied ich mich für etwas Leichteres und wurde schnell fündig. "Einmal 2 Apfeltaschen und eine Tasse Kaffee". Ob es an meine Aussprache lag, oder einfach der Lärm um mir, keine Ahnung, jedenfalls verstand sie so gut wie gar nix. Fast ertappte ich mich beim Verwechseln, hätte ich es nicht bemerkt, wäre aus meinem Mund folgendes rausgekommen: "2 Apfeltassen und eine Tasche Kaffee". Es war aber nix passiert, ich wäre nur noch blamiert. Meine Ehre ist gerettet, und mein Essen auch. Ich bin mir sicher, daran war nur die Urinale schuld. Unter uns: ich überlege mir gerade, ob ich zusätzlich Golden Urin-ale Release1.0a veröffentlichen soll.
Reden wir nicht über Geschäftlichem, es sind noch 1,5 Stunden bis zur Erlösung, genügend Zeit um div. Schulungsunterlagen beim Rauchen zu erledigen.
Geschafft! Noch schnell zum Bahnhof und Auto rausholen; PVC-Karte abgeben und Kaffee zahlen, und nix wie weg! Heidenheim, ich werde Dich und Deine weiblichen Schönheiten vermissen, und bis beim nächsten Besuch.
da steht gar nix von meiner sms drin *lol
looooool....des goil!!!..Grad das mitm Klo fandsch lustig..:-t!! knuffelz amal das fröschi :-)