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Nein, ich kann dir nicht helfen

Wie oft geht es euch so wie mir heute früh? Mein Telefon klingelt, ich hebe ab und am Telefon ist ein Bekannter von mir, dem ich schon etliche Gefallen getan habe. Freundschaft kann man das nicht nennen, denn dafür hatten wir zuwenig privaten und zuviel geschäftlichen Umgang. Eigentlich waren die sogenannten Gefallen für ihn auch keine kostenlosen Gefallen. Es war fixiert, dass ich für meine Leistungen bestimmte Beträge zu erwarten hatte.

Doch wie es so oft ist, wird dann gejammert über die schlechte Wirtschaftslage, die schlechten Besucherzahlen und insgesamt habe man ja unglaublich viel Geld verloren. So oft, wie ich diesen Satz schon gehört habe, hat diese Person nun denn entweder einen reichen Onkel oder erzählt mir einfach nur Müll. Denn nach dem Gejammere zu urteilen geht es hier nicht um hunderte von Euros sondern um Millionen, wenn nicht sogar Milliarden. Und das bedeutet? Na klar - ich sehe kein Geld.

Freundschaften haben für mich einen ganz großen Wert. Ich bezeichne aktuell nur eine Handvoll Personen um mich herum als Freunde. Für diese Menschen tue ich gerne was, auch wenn es mich Zeit kostet. Diese Menschen haben oft genug bewiesen, dass sie sich bemühen und ein besonderes Band zwischen uns existiert. Bei Bekannten ist das nicht so. Da hängt es von der Person und meinem Gemütszustand ab, ob ich meine Zeit investiere, um für jemand anderen Aufgaben zu erledigen. Das hat nichts mit fehlender Hilfsbereitschaft zu tun sondern lediglich mit dem Sprichwort "Gibst du ihnen den kleinen Finger, reißen sie gleich die ganze Hand an sich". Dennoch hält es nicht wenige Leute davon ab, es immer wieder zu probieren.

Aber damit habe ich mich mittlerweile abgefunden. Schlimmer ist, wenn gerade diese besagten Personen dann bei mir anrufen und fragen, wie es mir denn so geht. Schon alleine, wenn ich diesen Satz höre, schrillen bei mir die Alarmglocken. Dieser Satz "Wie gehts dir" ist für mich schon ein Synonym für "Kannst du mir helfen". Und warum? Tja, weil diese Personen immer dann anrufen, wenn sie etwas von einem möchten. Und das natürlich kostenlos. Wie denn auch sonst.

"Nein, ich kann dir nicht helfen. Ich habe keine Zeit. Und sofern du nicht gewillt bist, mich endlich mal für die Arbeit zu bezahlen, kannst du es vergessen". Schwupps ist die Person ruhig und ruft mich fortan nicht mehr an. Schade eigentlich. Nicht einmal um zu fragen, wie es mir geht ;-)
Hui, mein lieber....ganz schön hart geschrieben!!!
Sowas würd ich nicht über meine Lippen bringen...
ich werde gerne gefragt, wie es mir geht...ob sie dann eine "richtige" Antwort bekommen ist die andere Sache...
auch helfen tu ich sehr gerne...nicht nur meinen Freunden...aber da bin ich wahrscheinlich einfach anders...
Naja..ein bisschen kälter bin ich schon geworden, muss ich ja zugeben! Und das ist auch gut so...Bin einfach schon oft genug enttäuscht oder verletzt worden! Aber...Cèst la vie!...

Naja...ich kann von mir sagen, dass ich an meinem Beruf gescheitert wäre, wenn ich nicht an einem, 6-tägigem Seminar teilgenommen hätte... Man das war ganz schön hart! Aber hat mir wirklich die Augen geöffnet. War so ein Organisationsentwicklungstraining, auch genannt T-Group...sagt euch das was???

Auf jeden Fall haben dort alle Leute gelernt sensibler mit Menschen umzugehen und sie besser wahrzunehmen...Ich allerdings musste in die andere Richtung lernen... Schlimm war das. Ich musste lernen, dass ich ZUVIEL wahrnehme. Das ich eben nicht jedem helfen kann!! Das ich erst mal an mich denken sollte, bevor ich an andere denke...
Ich habe alle immer gefragt, wie es ihnen geht (nicht mit finanziellen Interesse..NEIN...mich hat das Befinden der Menschen wirklich interessiert). Naja... Irgendwann mitte der Woche telefonier ich dann mit meinem besten Freund und ich erzähl ihm wie schlecht es allen geht, dass die Hälfte nach Hause fahren will etc. Er unterbricht mich...schreit mich förmlich an und fragt: "Sag mal Maus, denkst du auch mal an dich??? Wie geht es DIR???" Ich habe angefangen zu heulen....mir ging es selber schlecht!!! Aber das habe ich gar nicht gesehen...

Naja, war sehr extrem alles...kann auch niemand nachvollziehen, der nicht da gewesen ist...
zum Ende haben wir kurz reflektiert...ich hab bestimmt 10 Minuten geredet.... ca. 6 Leute musste weinen bei meinen Worten...weil sie so etwas nicht kennen... War alles sehr emotional...


Ups...merke gerade...ich geh glaub ich am Thema vorbei....
Naja... Alper-Schatzi...wollte dir nur sagen, dass es auch Leute gibt, die dich fragen, wie es dir geht, weil sie wirklich Interesse daran haben es zu erfahren!!!!
Mag disch nämlich....
Hallo Maike,

natürlich hat jeder von uns schon Enttäuschungen im Leben durchmachen müssen. Doch darum geht es mir nicht. Es enttäuscht mich nicht, wenn solche Leute anrufen wo ich genau weiß, dass es sie eigentlich einen Scheiß interessiert, wie es mir geht, sondern dass sie nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind.

Es ist nicht so, dass anderen Menschen nicht gerne helfe, ganz und gar nicht. Ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch aber ich muß persönlich auch das Gefühl haben, dass die andere Person meine Arbeit zu schätzen weiß. Wie diesem Respekt Ausdruck verliehen werden kann, kann ich dir nicht sagen. Es ist einfach ein Gefühl.

Keine Sorge - ich habe bei sehr vielen Leuten das Gefühl, dass sie mich gerne haben und das sie interessiert, was ich denke und was ich fühle. Und bei den Leuten, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie nur wieder etwas von mir wollen (wie so oft), bei denen lasse ich auch mal ordentlich Dampf raus. Und das hat heute früh richtig gutgetan ;-)
Meine Eltern sind in der DDR aufgewachsen und die bestimmte Form der Hilfsbereitschaft ("Eine Hand wäscht die andere- Mentalität" "Gib mir was von Deinem Baumaterial und ich besorge Dir Bananen" :-)) haben sie mir auch mit auf den Weg gegeben.
Wenn jemand etwas von mir will, dann ich bin ich mir bewusst, dass es sich nur um egoistische Interessen handelt, die nicht viel mit einer Freundschaft zu tun haben.
(Kann ich mir Deine Speicherkarte ausleihen? Kannst Du für mich einkaufen gehen? Kannst Du noch dies und jenes besorgen, wenn Du schonmal dort bist? Du kennst doch diese und jene Person- kannst Du fragen ob... usw.)
Wenn es mir aber möglich ist und nicht zu großer Anstrengungen bedarf, dann helfe ich immer gern- selbst wenn es sich nur um flüchtige Bekannte handelt.
Wer weiß, wann ich selbst einmal in einer Situation gerate, in welcher ich mit der Hilfe gewisser Personen weiter kommen könnte; dann hat man einen Joker in der Hand.
Man könnte also von einer gewissen diplomatischen, fast schon geschäftlichen Hilfsbereitschaft sprechen.

Würde ich jedoch in die Situation geraten, dass ich zuviel investiere,selbst aber abgeblockt werde wenn ich etwas brauche, dann weiß ich auf wen ich nicht zählen kann und wer es auch bei mir nicht mehr versuchen braucht.
Dabei geht es nicht darum, dass ich bei allem was ich tue eine sofortige Gegenleistung erwarte, sondern bei welcher Person ich weiß, dass sie mir auch unter die Arme greifen würde, ohne Ansprüche dabei zu stellen.

Ich kann Dich also verstehen, wenn Du sagst, dass Du im übertragenen Sinne Dienstleistungen umsonst angeboten hast und die Leute dies als Selbstverständlichkeit ansehen.
Aber auch wenn bestimmte Personen nicht an Deinem Befinden interessiert sind- glaubst Du nicht, dass sie kameradschaftlich eingestellt sind, wenn es darum geht, dass sie Dir einen Gefallen tun könnten?