Das die USA in Sachen Waffenpolitik zu den gefährlichsten Staaten der Welt gehören, dürfte mittlerweile bekannt sein. Dass jeder Bürger der USA eine Waffe tragen darf (und in einigen Staaten sogar muß!), um sich selber verteidigen zu können, gehört ebenfalls zu der Gesetzeswelt der USA. Doch was nun in den vergangenen Monaten geschehen ist, geht noch darüber hinaus:
Auf Druck der Waffenlobby (welche in den USA sehr mächtig ist) haben 15 US-Bundesstaaten das Recht auf Selbstverteidigung ausgeweitet. Wer sich bedroht fühlt, darf schießen. Und das, ohne größere Probleme befürchten zu müssen.
Berichtet wird über einen Streit zwischen Nachbarn, bei dem es etwas lauter zugegangen sein soll. Einer von beiden zog die Waffe und schoss dem Anderen einmal in den Bauch und einmal in die Brust. Der Angeschossene überlebte schwer verletzt. Anstatt den Schießwütigen nun hinter Gitter zu bringen ist er auf freien Fuß. Er habe das Recht, sein Haus und sich selbst zu verteidigen, lautet die lapidare Antwort der neuen Gesetze. Denn der Schütze muß künftig nicht mehr nachweisen, dass er um seine Sicherheit fürchtete. Stattdessen reicht es, wenn jemand unrechtmäßig und unter Anwendung von Gewalt sein Grundstück betritt. Wie das Wort Gewalt ausgelegt wird ist Sache der Gerichte und der Geschworenen.
Wer sich also das nächste Mal auf einer Reise in die USA befindet, sollte sich vorsehen, welche Gelände er betritt und wo er sich aufhält. Fühlt sich nämlich jemand gestört oder sogar bedroht, könnte es schlimm ausgehen.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,430685,00.html
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