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NRW macht Schluss mit Ladenschluss

Anscheinend ist es endlich soweit und das Bundesland Nordrhein-Westfalen scheint ernst zu machen. Am gestrigen Dienstag wurde der neue Gesetzentwurft zur Freigabe der Ladenöffnungszeiten verabschiedet. Geht es nach dem Willen der Politiker, sollen Verbraucher in NRW schon zum Weihnachtsgeschäft rund um die Uhr einkaufen gehen können. Ausgenommen ist lediglich der Sonntag. An dem Tag sollen die Geschäfte weiter geschlossen bleiben.

Auch wenn einige wieder vom Ende des Mittelstandes sprechen werden, wird es meiner Ansicht nach nicht dazu kommen. Die großen Kaufhausketten von Kaufhof bis hin zu Saturn werden keinesfalls rund um die Uhr geöffnet haben. Dafür sind die Fixkosten wohl dann doch zu hoch. Lediglich zu speziellen Zeiten wie die Vorweihnachtszeit könnte ich mir vorstellen, allgemein bis Mitternacht geöffnete Geschäfte in den Innenstädten zu sehen. Gerade für den Mittelstand sehe ich große Chancen. Sie können ihre Läden den Bedürfnissen ihrer Kunden entsprechend öffnen. Auch könnte ich mir vorstellen, dass richtige Kioskketten, mit allgemeinen Waren auf kleinstem Platz ihren Durchbruch erleben könnten. Was meint ihr?

http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/wirtschaftsbranche/einzelhandel/ladenschluss/060815.jhtml
Vielleicht doch eher im Kontrovers anzusiedeln, da die Meinungen hierzu sicher weit auseinandergehen werden. Aber das nur am Rande.

Ich für meinen Teil kenne die grenzenlosen Ladenöffnungszeiten bereits aus Russland, ob in der Nacht von Sonntag zu Montag oder Donnerstagabends um 23 Uhr, es ist grundsätzlich immer möglich um diese Zeit noch einkaufen zu gehen. Zwar auch nicht in allen Geschäften, aber sollte man eine Mitternachtslust auf neue Schuhe entwickeln, dann findet man gerade in größeren Städten die Möglichkeit dazu diesen Hunger zu stillen. Auch große Discountketten machen regen Gebrauch von diesen Möglichkeiten, wie in NRW geplant ist es aber den Betreibern der Geschäfte freigestellt.
Kurzum, ich bin ein großer Freund dieser Entwicklung und hoffe, dass sich das bald bundesweit durchsetzt. Vllt. gibt es auch die Möglichkeit dadurch neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Mein Vater war kein Fan von längeren Öffnungszeiten. Er meinte immer "Wenn du ein Stück Seife pro Monat kaufst, dann kaufst du nicht mehr, nur weil die Geschäfte länger auf haben". Natürlich hat er da recht, aber der Konsum wird dennoch angeregt. Die Leute kaufen dann vielleicht Dinge ein, die sie eben normalerweise nicht gekauft hätten, wenn die Geschäfte um 20 Uhr schließen würden. Und selbst wenn sie nur eine Seife kaufen...vielleicht kaufen sie die Seife in Zukunft dort ein, wo sie wissen, dass man es dort rund um die Uhr kaufen kann :-)

Ich bin auf jeden Fall genauso gespannt wie du. Weniger Bürokratie und Kontrolle ist auf jeden Fall der richtige Weg. Wie sich die Läden auf die neue Situation einstellen werden, werden wir in den nächsten Monaten sehen können.
Berlin gibt als erstes Bundesland die Ladenöffnungszeiten frei

Die Änderungen gelten bereits für das diesjährige Weihnachtsgeschäft. Mit großer Mehrheit hat das Abgeordnetenhaus am Donnerstag einer Gesetzesänderung zugestimmt. Damit sollen Läden an Werktagen rund um die Uhr öffnen dürfen. Sonn- und Feiertage bleiben mit einigen Ausnahmen (Advents-Sonntage) grundsätzlich geschützt.

Gewerkschaften und Kirche kritisieren de Gesetzentwurf. Die Kirchen befürchten, das der "heilige" Sonntag langsam ausgehölt wird. Die Gewerkschaften befürchten, das vollwertige Arbeitsplätze im Einzelhandel verloren gehen und mehr Billigjobs entstehen werden.

http://www.rbb-online.de/_/nachrichten/politik/beitrag_jsp/key=news5016852.html