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Ausstempeln fürs Zigarettenpäuschen

Es scheint sich was zu tun in dem, meiner Ansicht nach, viel zu raucherfreundlichen Deutschland. Nicht nur, dass in der Politik rege darüber diskutiert wird, Nichtraucher in öffentlichen Räumen, Gaststätten und Restaurants besser zu schützen. Nein, endlich sehen auch mehr und mehr Arbeitgeber ein, dass Raucher zeitlich gesehen weniger leisten als ihre nichtrauchenden Kollegen.

Und das ist schnell erklärt: Wer als Raucher ein Päckchen am Tag raucht, muß mindestens einmal pro Stunde eine rauchen - ob nun während der Arbeit oder auch im Privatleben. Da Menschen allerdings auch schlafen müssen, wären 2 Zigaretten pro Stunde die bessere Rechnung. Geschätzte 5 Minuten dürfte das Rauchen einer Zigarette dauern. Bei zwei Stück entsprechen 10 Minuten. Bedeutet von 60 Minuten Arbeitszeit arbeiten Raucher nur 50 Minuten. Bei einem 8 Stunden Tag sind das satte 80 Minuten weniger Arbeit. Sicher, das ist sicherlich unterschiedlich. Manche rauchen 2 Zigaretten vielleicht in 2 Minuten, aber der fehlende Zeitfaktor ist dennoch gegeben.

Und so freue ich mich sehr darüber, dass viele Firmen die Mitarbeiter, die rauchen gehen, ihre Zeit nacharbeiten lassen. Anscheinend gilt diese Regelung bereits in jedem fünften Unternehmen in Deutschland. Ich habe während meiner Angestellten-Zeit immer wieder von Rauchern solch tolle Sätze gehört wie "Dafür arbeite ich schneller" oder "Ich gehe auch nicht so oft aufs Klo wie andere Menschen". Meiner Ansicht nach mehr als armseelige Ausreden von den Menschen, die ihre Sucht nicht unter Kontrolle haben.

Ich bin mir sicher, dass meine Meinung bei vielen Personen als direkter Angriff gegen sie persönlich gewertet werden wird. Dennoch stehe ich dazu, weil ich der Ansicht bin, dass Raucher nicht nur sich selbst, sondern vor allen Dingen anderen Menschen schaden. Ob nun durch das Passivrauchen oder durch die Tatsache, dass ihre Arbeit eben von anderen miterledigt werden müssen.

http://focus.msn.de/jobs/arbeitsrecht_nid_33847.html
Nacharbeiten ist ok und nachvollziehbar, wenn es erforderlich ist. Es ist ja auch eine Art Pause. ;)

Diese Art %27Rechnung%27 von 2 Kippen pro Stunde mag vielleicht stimmen, aber nicht in allen Bereichen. Will sagen, überwiegend würde diese Rechnung bei Büroarbeiten oder in Werkstätten bzw. beim Lager mit Rauchverbot (also generell wo Rauchverbot bei gewissen Bereichen herrscht) zutreffen. In anderen Bereichen sieht es wiederum anders aus, da ist nicht unbedingt eine Seltenheit, dass einer während der Arbeit raucht oder solange eine Maschine läuft und man derweil nichts anders tun kann, bis die Maschine bereit ist. Aber es ist schon klar, dass diese Rechnungen speziell auf die Leute zutreffen, die die Arbeit stoppen, um mal ne Kippe zu ziehen.

Alles andere in deinem Beitrag spiegelt ja deine Erfahrungen und deine Meinung wider und ist tolerierbar. ;)
bei diesem thema sollte man aber auch unbedingt beachten:

zufriedene angestellte arbeiten motivierter, d.h. ein raucher der sein kippchen rauchen kann ist zufrieden und macht sich danach wieder an die arbeit... ein raucher dem es verboten wird zu rauchen lässt sich da zum erledigen seiner aufgaben wesentlich mehr zeit ... den die hat er ja den er darf ja nicht rauchen gehen ... und im endeffekt kommt weniger raus als früher.
Nun - natürlich hast du Recht, dass Zufriedenheit allgemein für höhere Arbeitsleistung sorgt.

Wenn ein Raucher durch das Verbot seiner Zigarettenpausen unzufrieden wird und anfängt, schlechter zu arbeiten, wird sich das für seine berufliche Zukunft über kurz oder lang nicht gut auswirken. Faule oder bewusst langsam arbeitende Mitarbeiter sind das Geschwür eines jeden Unternehmens. Egal ob nun Raucher oder Nichtraucher ;-)

Aber: Es würde mir zu denken geben, dass ein Raucher aus Trotz anfängt, schlechter zu arbeiten, obwohl ihm diese Sanktion gesundheitlich hilft. Vor allen Dingen nicht nur ihm, sondern auch den Personen in seiner Umgebung. Würdest du einen solch argumentierenden und reagierenden Mitarbeiter in deiner Firma haben wollen? Ich glaube nicht...
ghostwalker schrieb:
Vor allen Dingen nicht nur ihm, sondern auch den Personen in seiner Umgebung. Würdest du einen solch argumentierenden und reagierenden Mitarbeiter in deiner Firma haben wollen? Ich glaube nicht...
Diese Prolematik würde eigentlich gar nicht bestehen, wenn es einen seperaten Raucherzimmer gibt oder derjenige draussen raucht.
oder wenn man rauchen, das ja tötet, generell verbieten würde. lieber kiffen legalisieren.
@Marco: Richtig. Ein Raucherzimmer wäre meiner Ansicht nach ja machbar. Sollen die Raucher doch darin ersticken *höhöhö* :-grins

@beast: Bzgl. Zigaretten verbieten: Das wird der Staat nie machen. Dafür verdient er noch zu viel Geld daran. Bzgl. Kiffen legalisieren: Wer weiß...vielleicht erleben wir es ja noch.
http://www.tageschau.de/styles/container/image/style_images_default/0,1307,OID5796226,00.jpg

http://www.tageschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5840054_TYP6_THE_NAV_REF1_BAB,00.html
ghostwalker schrieb:
Aber: Es würde mir zu denken geben, dass ein Raucher aus Trotz anfängt, schlechter zu arbeiten, obwohl ihm diese Sanktion gesundheitlich hilft. Vor allen Dingen nicht nur ihm, sondern auch den Personen in seiner Umgebung. Würdest du einen solch argumentierenden und reagierenden Mitarbeiter in deiner Firma haben wollen? Ich glaube nicht...
er macht es ja nicht aus trotz sondern eher unterbewusst ...


PS.: ja ein stammtisch in dtschl. ohne zigaretten- oder zigarrengeruch stell ich mir toll vor ;p
Also ich denk ja auch, dass Bahnhöfe, Flugzeuge und meinetwegen auch Restaurants zur rauchfreien Zone gehören (können).

Aber in (Bier)Kneipen, Diskos oder ähnlichen Etablissements gehören die Raucher einfach dazu. Das wäre so, als würde irgendwann kein Bier mehr ausgeschenkt werden.

Ach ja... sollte vielleicht noch was zum Topic schreiben.

Also ich persönlich bin Gelegenheits-Genuss-Raucherin. Wenn ich morgens unsere Wohnung verlasse, trage ich im seltesten Fall Zigarretten bei mir, daher rauche ich auch in der Firma nicht. Ob da nun tatsächlich Unterschiede gemacht werden sollten, weiß ich nicht. Klar, Raucher haben zwischendurch immer mal wieder kurze Pause - aber wer weiß schon, ob ein nichtrauchender Angestellter sich nicht anderweitig kurze Pausen gönnt?!
@Carina:
Der Vergleich mit dem Bier ist gut :-grins Naja - für mich gehören die Raucher nicht so dazu. Klar würde es mir auffallen, wenn in der Kneipe und in der Disco auf einmal bessere Luft vorherrschen würde (ich habe bewusst nicht "gute Luft" geschrieben :-grins). Aber vermissen würde ich es nicht.

Sicher hast du Recht, dass sich auch ein nichtrauchender Angestellter anderweitig kurze Pausen gönnen könnte. Aber das könnte ein Raucher auch. Also Raucherpausen und anderweitige kurze Pausen. Klar ist, dass Leute, die in der Firma rauchen definitiv weniger produktiv sind. Zumindestens solange die Firma das Rauchen im Gebäude untersagt hat und die Raucher nicht zwingt, die Zeiten nachzuarbeiten.
Sehr spannend und Dank an Wikipedia :-beg

Älteste Darstellungen rauchender Maya-Priester sind schon von 500-600 v.Chr. bekannt und nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus (1492) tauchten bald (1497) erste Berichte über die Tabakpflanze in Europa auf. 1560 brachte Jean Nicot de Villemain die Pflanze nach Europa.

Während von einem der ersten europäischen Raucher, Sir Walter Raleigh, bekannt ist, dass er von einem verwirrten Zimmermädchen mit einem Eimer Wasser übergossen wurde (mit dem Ausruf: "Hilfe, Sir Raleigh brennt - aus dem Mund kommt schon Rauch!"), war das Rauchen bald so verbreitet, dass Zar Michael Romanow den Tabakkonsum im 16./17. Jahrhundert mit Strafen wie Verbannung, Exkommunikation und Hinrichtung zu bekämpfen versuchte - während andernorts 1625 erstmals die Tabaksteuer eingeführt wurde.

Im Dritten Reich wurde das Rauchen wieder reglementiert. Adolf Hitler sah im Tabak die „Rache des roten Mannes am weißen Manne für die Gabe des Schnapses“. 1939 verbot die NSDAP das Rauchen in ihren Parteigebäuden, und Himmler ordnete an, dass uniformierte Polizei- und SS-Offiziere im Dienst nicht mehr rauchen durften. 1941 folgten Rauchverbote in Straßenbahnen und Luftschutzkellern (obwohl es dort separate Raucherräume gab), 1944 in allen Stadtbahnen und Bussen. Nachdem dem Krieg fanden auch die Maßnahmen gegen das Rauchen ein vorläufiges Ende.

Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts war das Rauchen dann wieder sozial weitgehend akzeptiert und als Mittel zum Ausdruck von gesellschaftlichem Rang, Gelassenheit und Überlegenheit positiv besetzt. Hiervon zeugten soziale Gepflogenheiten wie der in gehobenen bürgerlichen Kreisen und im Adel herrschende Brauch, dass sich die anwesenden Männer nach einem Essen in Gesellschaft geschlossen in das Rauchzimmer (das oft zugleich die Hausbibliothek beherbergte) begaben, um dort im Tabakrauch über Politik und Weltgeschehen zu diskutieren.

Mit der zunehmenden Verbreitung der medizinischen Erkenntnisse über die gesundheitsschädlichen Folgen des Rauchens hat sich die allgemeine Einschätzung des Rauchens jedoch stark zum Negativen hin gewendet. Personen des öffentlichen Lebens vermeiden es heute zugunsten ihres Ansehens meist, sich zum Rauchen zu bekennen.

Der Anteil von Rauchern in bildungsnahen Schichten ist deutlich niedriger als in bildungsfernen Schichten. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet 2004, dass in China unter Menschen ohne Schulbildung siebenmal häufiger Raucher anzutreffen sind als unter Menschen mit College-Abschluss.

In Deutschland beträgt laut einer 2004 veröffentlichten Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Heidelberg der Raucheranteil unter Männern mit einem Einkommen von weniger als 730 € im Monat 43%25; bei Männern mit einem Einkommen oberhalb dieser Schwelle liegt der Anteil nur bei 23%25. Von Personen, die einfache, angelernte Tätigkeiten ausüben, rauchen etwa 50%25. Der Anteil der Raucher in der Gruppe der Ärzte, Gymnasial- und Hochschullehrer liegt dagegen bei nur 15%25. In der Gruppe der 18 bis 19-Jährigen mit Hauptschulabschluss liegt der Anteil der Raucher bei 64%25; bei gleichaltrigen Abiturienten beträgt der Anteil lediglich 39%25.

In einer weiteren Studie zur gesundheitlichen Situation von Jugendlichen, die Anfang Juni 2004 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht und in Deutschland von der Universität Bielefeld betreut wurde, werden deutsche Jugendliche als „Europameister“ beim Rauchen bezeichnet: Der Studie zufolge, der in Deutschland Befragungen von 5600 Jugendlichen zugrundeliegen, geben 25%25 der 15-jährigen Jungen und 27%25 der gleichaltrigen Mädchen an, täglich zu rauchen. Die Studie zeigt einen Zusammenhang auf zwischen diesem Befund und Indizien für geringe Lebenszufriedenheit, eine negative gesundheitliche Selbsteinschätzung und geringen Schulerfolg der rauchenden Jugendlichen.

In der Schweiz liegt der Anteil der Raucher 2002 bei den 15- bis 24-jährigen Männern bei 39,9 Prozent und bei den Frauen 34,8 Prozent.

Bei verschiedenen christlichen Gruppen ist das Rauchen verpönt oder sogar ganz untersagt. Dazu gehören die Adventisten sowie die Zeugen Jehovas. Begründet wird diese Einstellung unter anderem mit Anweisungen aus der Bibel, zum Beispiel 1. Korintherbrief 3, 16+17: Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.
Sehr interessant. Vielen Dank für die Info Carina :-)
carina schrieb:
Adolf Hitler sah im Tabak die „Rache des roten Mannes am weißen Manne für die Gabe des Schnapses“.
Ist dann Curling die späte Rache der Frauen dafür die Welt jahrhundertelang von Männer regiert wird? :-p